Neues Beratungsangebot des CDK bei Sehbehinderung bis hin zur Blindheit

Erreichbar unter: pr@sehbeeintraechtigt.de

Wir kennen wohl alle in unserer Verwandtschaft oder im Bekanntenkreis Menschen, die mit dem Sehen so ihre Probleme haben. Dabei ist die Nachricht, dass man den Führerschein wegen fortschreitender Sehbehinderung abgeben muss, häufig der erste Schreck, der einem in die Glieder fährt. Und dann die bange Frage, was soll bloß werden, wenn das noch schlimmer wird?
Ich darf mich in diesem Zusammenhang aber erst einmal vorstellen: Ich bin Stefan Weiler, verheiratet und habe vier erwachsene Kinder. Seit 1986 beschäftige ich mich mit Computern und tue das bis heute. Außerdem bin ich ehrenamtlich beratend tätig, wenn es um Sehbehinderung und Blindheit geht; dabei bin ich selbst zu 100 % geburtsblind. Wie Sie „sehen“, geht doch so manches, trotz Sehbehinderung und sogar bei Blindheit!

Ich möchte zunächst einige Problemfelder skizzieren, die sich bei einer Sehbehinderung zwangsläufig auftun und einige Lösungswege aufzeigen. Erst einmal aber einige Zahlen: Nach Rücksprache mit Augenärzten, Diabetiker- und Sehbehindertenverbänden der, wie man heute offiziell sagt, „Sehbeeinträchtigten“, gibt es nach meiner vorsichtigen Einschätzung in Deutschland vermutlich mehr als zwölf Millionen sehbeeinträchtigte Menschen; beginnend mit dem Führerscheinverlust, der bei meist um die 70 % Restsehvermögen auf dem besseren Auge inklusive Sehhilfe eintritt, bis hin zur Blindheit. Als sehbehindert gilt man nach dem Gesetz jedoch erst mit weniger als 30 % Restsehvermögen auf dem besseren Auge inklusive Sehhilfe. Finanzielle Hilfe von den Krankenkassen erhält man in der Regel erst bei unter 10 % Restsehvermögen.
Nach Auskunft der Diabetesberater bei den Selbsthilfeverbänden geraten allein wegen Diabetes jährlich etwa 100 000 Menschen in die gesetzlich anerkannte Sehbehinderung. Und die anderen Augenleiden liefern noch einmal so viele Betroffene. Jedoch werden all diese Zahlen statistisch nicht erfasst – beruhen also nur auf vorsichtigen Schätzungen.
In sehr vielen Fällen schreitet nun eine beginnende Sehbehinderung mehr oder weniger langsam fort, was bedeutet, man sollte sich rechtzeitig darauf einstellen. Es eröffnet sich also die Frage, wie das am besten geschehen kann. Anfangs helfen hier sicher Augenarzt und Augenoptiker mit immer stärkeren Sehhilfen weiter und auch ein sogenanntes „Low-Vision-Training“, bei dem man lernt, das noch vorhandene Sehvermögen optimal einzusetzen, kann helfen. Aber irgendwann kommt der Punkt, an dem das Lesen immer anstrengender wird, die Orientierung vor allem auf der Straße schwieriger wird und auch die Bedienung von Haushaltsgeräten, der Heizung, Smartphones und anderer Technik Probleme macht. Spätestens jetzt beginnen auch zwischenmenschliche Konflikte, da die zunehmende Sehbehinderung vor allem psychisch verkraftet werden muss. Menschen, mit denen man jahrelang im Kontakt war, ziehen sich zurück und man selbst ist schnell gereizt, wenn etwas nicht so läuft, wie man sich das gedacht hat.
All dies führt nicht selten auch in die Depression, was dann leider gar nicht so selten ausgenutzt wird. Ein Beispiel, das sich in der Praxis in solcher oder ähnlicher Weise ereignet: „Opa sitzt doch nur den ganzen Tag tatenlos im Sessel, während das Vermögen dann doch besser gleich von den Kindern oder Enkeln verwaltet wird.“ Fundierte Aufklärung und Beratung sind daher mehr als nötig. So gibt es für die verschiedensten Anwendungen „sprechende“ Geräte beziehungsweise Displays mit großer Schrift und auch in Sachen selbstständiges Lesen und Mobilität wird viel Nützliches angeboten. Jedes Smartphone besitzt grundsätzlich einen sogenannten sprechenden Screenreader und auch mit dem Computer kann man mittels Großschrift oder Sprachausgabe sehr gut umgehen. Voraussetzung ist dabei allerdings, dass man sich kümmert, die richtigen Hilfen an die Hand bekommt und dass man bereit ist umzulernen!
Leider macht man es aber auch denen, die sich „kümmern“ nicht gerade leicht. So sind viele Haushaltsgeräte, Internetseiten und Apps nicht barrierefrei zu bedienen und erschweren damit das selbstständige Leben ganz erheblich. Die Folge ist dann häufig die nächst höhere Pflegestufe bis hin zur Vollpflege, obwohl das eigentlich lange noch nicht sein müsste. Dennoch kann durch gezielte Maßnahmen in den allermeisten Fällen das selbstständige Leben von Sehbeeinträchtigten erheblich verbessert und verlängert werden.
Welche technischen Möglichkeiten es gibt, welche Programme, Hilfsmittel oder welche Art der Assistenz eine Erleichterung bringen und wie auch diese Menschen mit dem Evangelium erreicht werden können, sind Bereiche, in denen ich im Rahmen des CDK-Angebots für Menschen mit fortschreitender Sehbeeinträchtigung gerne beratend zur Verfügung stehe.