Tapen

Der Begriff Tapen wird für unterschiedliche Anwendungen gebraucht.

 

1. Tapeverbände

Beim  Tapeverband handelt sich um einen von Medizinern verwendeten Verband bei Verletzungen überwiegend in der Sportmedizin.

medizinischer Tapeverband am Finger

Ein Tapeverband (englisch tape ‚Band‘) aus Pflasterklebeband, oft auch kurz als Tape oder Taping bezeichnet, wird in Sportmedizin, Unfall-chirurgie und Orthopädie, sowohl zur Behandlung, als auch zur Prävention eingesetzt. Er stellt dabei die behandelten Gelenke oder Muskeln nicht vollständig ruhig, sondern verhindert nur unerwünschte oder übermäßige Bewegungen (funktioneller Verband).

Die Wirkung beruht darauf, dass die auf der Haut haftenden Pflasterstreifen die auftretenden Kräfte auf die Haut übertragen und so beispielsweise den Kapsel-Band-Apparat eines Gelenkes stützen (Augmentation) und die Wahrnehmung von Körperbewegung verbessern (Propriozeption). Zudem können sie einer Anschwellung des Gewebes entgegenwirken (Kompression) oder verletzte Gelenke oder Knochen an unverletzten fixieren (Schienung).

Die Anwendungsmöglichkeiten von Tapeverbänden sind vielseitig, geeignete Verbände sind unter anderem für alle Gelenke an Armen und Beinen beschrieben.
Grundsätzlich sind die für Tapeverbände verwendeten Pflasterstreifen unelastisch und einseitig mit einer Klebemasse beschichtet. Dabei unterscheidet man abhängig von der Funktion Anker-, Zügel-, Fixations- und Schalungsstreifen.
Verbandsmaterial, das noch vor den Pflasterstreifen als erste Schicht auf die Haut aufgebracht wird, bezeichnet man als Unterziehtape. Unterziehtape und Pflasterklebestreifen werden ohne nennenswerten Anpressdruck faltenfrei angelegt. Voraussetzung dafür sind sowohl eine kompetente Diagnose als auch entsprechendes Fachwissen des Behandlers.

Häufige gut wissenschaftlich belegte Anwendungen sind Verletzungen des Sprunggelenkes (Fuß). Auch der Dachziegelverband beim Bruch einer oder mehrere Zehen zählen dazu. Dabei werden schmale Pflasterstreifen nach Polsterung dachziegelartig übereinander auf dem Zeh befestigt und dabei zur Stabilisierung an der gesunden Zehe fixiert. (man kann einen Zeh ja schlecht eingipsen). Die für Tapeverbände verwendeten Pflaster sind meist weiß oder beigefarben.

2. Kinesio-Taping-Verfahren

Beim Kinesio-Taping (auch Aku-,  Chiro-, Pino-, Medi- oder K-Taping genannt) handelt es sich um einen alternativmedizinischen Verband, dessen Wirkung wissenschaftlich nicht belegt ist und dessen Anwendung deshalb von den gesetzlichen Krankenkassen nicht bezahlt wird.

(Kinesio) Fersen-Taping
Vor rund 30 Jahren entwickelte der japanische Chiropraktiker Kenzo Kase ein spezielles elastisches Pflaster. Es dehnt sich und zieht sich wieder zusammen, ohne die Bewegungsfreiheit einzuschränken. Die ca. 5 cm breiten Tapes werden in zahlreichen Farben hergestellt, wodurch sie nach speziellen Farbenlehren angewendet werden können.

So heißt es in einer Anwenderbeschreibung u.a.: Welche Farbe des Tapes verwendet wird, entscheidet, wie es wirken soll. Blau eignet sich vorrangig für Schmerzen sowie Schwellungen, da es eher beruhigt. Rot aktiviert mittels seiner anregenden Wirkungsweise die Muskulatur.

Kinesio- Tapes werden bei Beschwerden oder vorbeugend  bei Sportlern auch während der Wettkämpfe angewendet.
Die Wirkung beruht nach Aussage der Verfechter der Methode im Wesentlichen auf zwei Faktoren. Zum einen auf der direkten Stimulation der Hautrezeptoren und zum anderen auf einer wellenförmigen Gewebeanhebung unter dem Band. Dadurch würde unter dem Tape die Blut- und Lymphzirkulation erhöht.
Um den gewünschten Effekt zu erzielen, sei es wichtig, dass das Tape exakt passend zum Verlauf der zu unterstützenden Muskeln und Sehnen geklebt wird. Zur Behandlung konkreter Beschwerden ist jedoch stets ein medizinischer Fachmann nötig.

Wissenschaftliche Beurteilung

Die amerikanische Zeitschrift Sports Medicine hat eine Reihe von Studien zur Wirkung von Kinesio-Taping ausgewertet. Danach haben die Tapes kaum messbare und dauerhafte Wirkungen, die eher noch auf Placeboeffekten beruhen.
Die gesetzlichen Krankenkassen erstatten im Gegensatz zu den meisten Privatkassen diese Leistung nicht.

Geistliche Beurteilung

Das Kinesio-Taping wurde auf dem geistigen Hintergrund der alternativmedizinischen Lehre der Kinesiologie entwickelt. In der sogenannten angewandten Kinesiologie werden Begriffe und Lehren aus der Meridian- und der Elementenlehre verwendet. So wird beispielsweise der Begriff  Energie in Anlehnung Sinne von „Lebensenergie“ (CHI) benutzt. Auf diesem Hintergrund ist das Kinesio-Taping für Christen abzulehnen, da Wurzel und Frucht nicht zu trennen sind.
Das Konzept der Kinesiologie ist auch mit anerkannten naturwissenschaftlichen und medizinischen Erkenntnissen nicht vereinbar.

(Stand: 5.2014)

Quellen

de.wikipedia.org/wiki/Tapen
de.wikipedia.org/wiki/Kinesio-Tape
de.wikipedia.org/wiki/Kinesiologie
med-library.com


Qigong - eine alternative Heilmethode auf dem Prüfstand

Viele Menschen, die an Qi glauben, haben die Vorstellung, dass es im Körper nach verschiedenen Mustern zirkuliert. Sie sind der Auffassung, dass es ein Qi der inneren Organe gibt, das in den Leitbahnen (Meridianen) kreist und eine schützende Wirkung an der Körperoberfläche und dicht um den Körper herum hat.

Praktiken wie die aus China stammende Akupunktur, Akupressur, Tai Chi, Qi-Gong, Feng Shui, Tuina oder die japanischen Formen,wie Shiatsu, Reiki und eine unüberschaubare Anzahl von modernen Abkömmlingen dieser Therapien überschwemmen unsere Gesellschaft. So unterschiedlich sie im Einzelnen sein mögen, haben sie doch eines gemeinsam:

Sie bauen auf der Theorie einer manipulierbaren Kraft Qi auf. Was hat es mit diesem Qi auf sich, auf welchem weltanschaulichen Konzept baut diese Idee auf, und was hat das alles mit Religion zu tun? Fragen, die auch für Christen von Bedeutung sind.

Qigong, in geläufiger deutscher Schreibweise auch Chigong, ist eine chinesische Meditations-, Konzentrations- und Bewegungsform zur Kultivierung von Körper und Geist.

Auch Kampfkunst-Übungen werden darunter verstanden. Zur Praxis gehören Atemübungen, Körper- und Bewegungsübungen, Konzentrations- und Meditationsübungen.
Die Übungen sollen der Harmonisierung und Regulierung des Qi-Flusses im Körper dienen.
„Qi“ (ähnlich wie „tchi“ ausgesprochen, im Japanischen und Koreanischen „ki“) steht in der chinesischen Philosophie und Medizin sowohl für die bewegende als auch für die vitale Kraft des Körpers, aber auch der gesamten Welt.

In der chinesischen Sprache hat es die Bedeutung von Atem, Energie und Fluidum.
Der Begriff umfasst viele Ausprägungsformen und Wirkungsweisen. „Gong“ als chinesischer Begriff bedeutet einerseits „Arbeit“, aber auch „Fähigkeit“ oder „Können“. Somit kann man Qigong übersetzen als „stete Arbeit am Qi“ oder auch als „Fähigkeit, Können, mit Qi umzugehen, es zu nutzen“.

Viele Menschen, die an Qi glauben, haben die Vorstellung, dass es im Körper nach verschiedenen Mustern zirkuliert. Sie sind der Auffassung, dass es ein Qi der inneren Organe gibt, das in den Leitbahnen (Meridianen) kreist und eine schützende Wirkung an der Körperoberfläche und dicht um den Körper herum hat.

Das Konzept des Qi-Gong ergibt sich aus dem religiösen und philosophischen Zusammenhang des daoistischen Weltbildes. Durch diese Übungen soll man die Kraft Qi in sich aufnehmen und stärken, um so Gesundheit und Wohlbefinden zu erlangen.
Als Teil der Traditionellen Chinesischen Medizin wird Qi Gong sowohl präventiv als auch intervenierend genutzt. Es ist eine der fünf Grundsäulen, auf denen die traditionelle chinesische Medizin aufbaut.

Wissenschaftliche Beurteilung

Das Konzept der Kraft Qi ist magisch-spirituellerArt. Es handelt sich dabei um eine religiöse Idee. Weder für die reale Existenz einer Kraft Qi, noch für die Energiemeridiane im Körper, noch für die sogenannten "Chakren" gibt es wissenschaftliche Belege.

Geistliche Beurteilung

Die Methode ist untrennbar mit dem fernöstlich- religiösen Welt -und Menschenbild der TCM (Traditionellen chinesischen Medizin) verbunden und war deshalb im kommunistischen China verboten.
Sollte es bei einer Anwendung zu einer Verbesserung des Gesundheitszustands kommen, sind diese entweder mit übernatürlichen Kräften, (wie sie die TCM für sich in Anspruch nimmt) oder durch psychische Reaktionen erklärbar.

So erklärt auch der Bildungsforscher und Erziehungswissenschaftler Prof. Reinhard Franzke:
„In Wahrheit ist Qi Gong eine okkult-magische Praktik. Qi Gong öffnet die Tür zu Jenseitswelten und Jenseitsmächten. Qi-Gong-Übende hantieren mit höchst dubiosen Kräften und Energien aus dunklen Quellen.“

Deshalb besteht die Gefahr einer okkulten Belastung bzw. einer okkulten Besessenheit.
Christen werden aber in der Bibel ausdrücklich davor gewarnt, sich mit geistigen Kräften neben Gott einzulassen oder kosmische Kräfte für sich in Anspruch zu nehmen (Kol 2,8) Diese gehen von den Mächten des Kosmos (Eph 6,12) und letztlich vom Fürsten des Kosmos (Joh.12,31) aus.

Der Fürst dieser Welt will den Menschen von Gott isolieren und selbst an seine Stelle treten.
Deshalb sollten Christen sich von allen Methoden der TCM, zu der auch das Qi Gong gehört distanzieren und falls schon praktiziert, darüber Buße tun.


Pilates - Ein Trendsport für Christen?

 

 

Pilates boomt.

Tausende machen es den Großkopferten nach und finden in Fitnessstudios und Volkshochschulkursen ihre persönliche Mitte. Als Quell neuen Lebensglücks gilt den Jüngern der Trendsportart das abdominale "Powerhouse" des Körpers mit seinen "core muscles" so lautete es in einem Artikel1 des „Spiegel“  schon vor einigen Jahren. Daran hat sich bis heute nichts geändert.

Worum handelt es sich bei diesem Trend? Zunächst einige Informationen aus dem Online-Lexikon Wikipedia2:

Definition

Pilates, auch Pilates-Methode genannt, ist ein systematisches Ganzkörpertraining zur Kräftigung der Muskulatur, primär von Beckenboden-, Bauch- und Rückenmuskulatur. Das Pilatestraining kann auf der Matte und an speziell entwickelten Geräten stattfinden. Erfunden hat es der 1883 in Mönchengladbach geborene Joseph Hubert Pilates. Er nannte seine Methode zunächst Contrology, da es bei Pilates darum geht, die Muskeln mit Hilfe des Geistes3  zu steuern.
Da „Pilates“ kein geschützter Begriff ist und eine einheitlich festgeschriebene Ausbildung fehlt, gibt es weltweit viele unterschiedlich arbeitende Pilatestrainer.

Geschichte

Joseph Hubert Pilates (1883–1967) arbeitete als junger Mann in Mönchengladbach als Brauerei-Gehilfe. Als Deutscher wurde er zu Beginn des Ersten Weltkrieges in Großbritannien interniert. In dieser Zeit entwickelte er das Konzept eines ganzheitlichen Körpertrainings, welches zu einer guten Konstitution und Haltung beitragen sollte, und zwar zunächst für mit ihm internierte Soldaten.
Er studierte östliche Trainingsmethoden wie Yoga und Zen-Meditation sowie Tierbewegungen und unterrichtete seine Mitgefangenen in der von ihm entwickelten Methode, indem er sie auf Matratzen trainieren ließ.
Pilates kehrte nach dem Krieg nach Deutschland zurück und arbeitete dort mit wichtigen Vertretern der Bewegungslehre zusammen, wie etwa Rudolf von Laban, einem Tanzlehrer. Dieser erläutert in seinen Schriften Grundlagen seiner Lehre, nach denen der Tänzer durch den Einklang von Körper, Seele und Geist eine harmonische Verbindung mit dem Universum erfährt und künstlerisch auszudrücken vermag.
1926 wanderte Pilates  nach New York aus. Er eröffnete ein Trainingsstudio mit seiner Lebensgefährtin Clara auf Anregung von Rudolf von Laban im Gebäude des New York City Ballets, was die Nähe der Methode zum Tanz erklärt.
1967 starb Pilates im Alter von 84 Jahren, Für das Fortleben seiner Ideen sorgten Schüler, die eigene Studios eröffneten und die Methode weiterentwickelten.
In den 1990er Jahren wurde Pilates zum Wellness-Trend und von immer mehr Fitnessstudios und anderen Anbietern aufgegriffen.

Die Methode

Die Pilates-Methode ist ein ganzheitliches Körpertraining, in dem vor allem die tief liegenden, kleinen und meist schwächeren Muskelgruppen angesprochen werden, die für eine korrekte und gesunde Körperhaltung sorgen sollen. Das Training umfasst Kraftübungen, Stretching und bewusste Atmung.
Angestrebt werden die Stärkung der Muskulatur, die Verbesserung von Kondition und Bewegungskoordination, eine Verbesserung der Körperhaltung, die Anregung des Kreislaufs und eine erhöhte Körperwahrnehmung.

 

Grundlage aller Übungen ist das Trainieren des so genannten „Powerhouses“, womit die in der Körpermitte liegende Muskulatur rund um die Wirbelsäule gemeint ist, die so genannte Stützmuskulatur. Die Muskeln des Beckenbodens und die tiefe Rumpfmuskulatur werden gezielt gekräftigt.

Wichtige Prinzipien

Pilates-Prinzipien wurden erstmals in dem 1980 veröffentlichten, ersten Buch über Pilates The Pilates Method of Physical and Mental Conditioning erwähnt. Joseph Pilates selbst verwendete das Wort Prinzipien übrigens nicht. Die Prinzipien sind also etwas, was später aus der Methode extrahiert wurde. Die sechs Prinzipien wurden später in anderen Büchern über Pilates nahezu gleichlautend verwendet. Die sechs Prinzipien, die Friedman & Eisen beschreiben sind:

  • Konzentration – concentration
  • Zentrierung – centering
  • Kontrolle – control
  • Atmung – breathing
  • Präzision – precision
  • Fluss – flowing movement

Später wurden diese oft um weitere Prinzipien ergänzt. Hier eine Beschreibung der häufig genannten Prinzipien:

Kontrolle
Ein wesentlicher Grundsatz des Trainings ist die kontrollierte Ausführung aller Übungen und Bewegungen. Dadurch sollen auch die kleineren „Helfermuskeln“ gestärkt werden.

Konzentration
Mit Hilfe von Konzentration sollen Körper und Geist in Harmonie gebracht werden. Jede Bewegung soll mental kontrolliert werden, die Aufmerksamkeit soll ganz auf den Körper gerichtet sein.

Atmung
Bewusste Atmung spielt bei Pilates eine wichtige Rolle. Sie soll Verspannungen entgegenwirken und die Kontrolle über den Körper erhöhen. Deshalb wird die Atmung in das Zwerchfell trainiert.

Zentrierung
Mit Zentrierung ist die Stärkung der Körpermitte gemeint, das so genannte Powerhouse, das vom Brustkorb bis zum Becken reicht und alle wichtigen Organe enthält. Die Stärkung der Powerhouse-Muskulatur kräftigt vor allem den Rücken und kann sich bei Rückenschmerzen positiv auswirken.

Entspannung
Bewusste Entspannung soll helfen, Verspannungen aufzufinden und zu lösen. Entspannung ist bei Pilates jedoch nicht das Gegenteil von Körperspannung.

Fließende Bewegung
Alle Übungen werden in fließenden Bewegungen ausgeführt, ohne längere Unterbrechungen. Es gibt keine abrupten isolierten Bewegungen.

Kritik

Vielfach wird kritisiert, dass die Bezeichnung Pilates-Trainer nicht geschützt ist. Zahlreiche Trainer hätten nur einen Wochenend-Crashkurs absolviert. Statt dessen sei eine umfassende Ausbildung notwendig, um Kenntnisse über die Gefahren des Pilatestrainings zu erlernen. Es gebe jedoch keine einheitlichen Richtlinien für die Ausbildung. Wissenschaftliche Untersuchungen gibt es kaum. Vorsicht sei bei diversen Übungen bei Übergewichtigen geboten. Wer unter chronischen oder akuten Erkrankungen leidet, sollte grundsätzlich seinen Arzt um Rat fragen. Gefährlich seien unter anderem Entzündungen jeder Art, akute Bandscheibenvorfälle und Osteoporose mit Extremstellungen der Wirbelsäule.
Soweit einige Ausführungen von „Wikipedia“

Medizinische Beurteilung

Es ist medizinisch unbestritten, dass eine gezielte Stärkung einzelner Muskelpartien helfen kann, chronische Rückenschmerzen zu lindern bzw. zu vermeiden. So bieten z.B. einige Krankenkassen eine „Rückenschule“ an. Dort lernt man nicht nur, wie man sich so bückt, dass die Wirbelsäule geschont wird, sondern man bekommt auch entsprechende gymnastische Übungen gezeigt4 mit denen ein chronischer Rückenschmerz durch eine gezielte Stärkung einzelner Muskelpartien vermieden werden kann.
Das Pilates -Training geht aber weit darüber hinaus und umfasst auch den geistlichen Bereich.
J. Pilates5  begann in jungen Jahren intensiv damit, seinen Körper zu kräftigen und betrieb Bodybuilding, Gymnastik, Turnen, Boxen und Skifahren. Daneben beschäftigte er sich auch mit fernöstlichen Entspannungs- und Meditationspraktiken wie Zen und Yoga.
Er nannte sein Training zuerst Contrology, da es bei den Übungen darum geht, die Muskeln mit Hilfe des Geistes zu steuern. Die etwa 500 Übungen im Pilates sind eine Zusammenstellung von verschiedenen Trainingsmethoden, die eine Mischung von Yoga, Atem- und Entspannungsübungen, sowie Ganzkörper-, Muskel- und Krafttraining darstellen.
Es ist daher mehr als nur ein Weg, seinen Körper fit zu halten. Pilates umfaßt auch Konzentrations-, Meditations- oder Entspannungsübungen, die den fernöstlichen Systemen entlehnt sind. Pilates wird oft mit Yoga, Imaginationen oder anderen esoterischen Praktiken kombiniert oder zusammen angeboten. In einer Studie (Gegenüberstellung einer Pilates- und einer Gymnastikgruppe) ergab sich, dass die erzielbaren Verbesserungen bei den Gymnastikübenden nur einen etwas geringeren Umfang hatten.

Geistliche Beurteilung

In einem Artikel für den Decathlon -Sportlerblog heißt es u.a:" ... Hinzu kommt, dass das Powerhouse das Energiezentrum des Körpers bildet. Als Energie ist hier nicht nur die körperliche Kraft sondern auch die geistige Kraft und Vitalität gemeint. Das hat übrigens schon Leonardo da Vinci im 15. Jahrhundert erkannt und auch chinesische Wissenschaftlicher schwören seit Jahrtausenden auf die Bedeutung des Körperzentrums:   Bewegungen die von der Körpermitte bzw. dem Powerhouse ausgehen, ermöglichen die optimale Umsetzung des Energiepotenzials. Pilates ist also auch eine Disziplin, um das Körperbewusstsein zu verbessern und Kräfte freizulassen."
Deshalb gilt: Obwohl die Körperübungen im Vordergrund stehen, gelten auch bei Pilates die bei Yoga, Autogenem Training und Zen-Meditation bestehenden geistlichen Gefahren.
Ebenso ist zu bedenken, dass alle Therapien wie Pilates (und auch Yoga), die eine Konzentration auf den eigenen Körper zum Inhalt haben, geistlich zu hinterfragen sind. Bei Pilates sind es bestimmte Muskelgruppen, die gestärkt werden sollen.
Durch Konzentration auf diese rund um das Becken liegenden Muskelgruppen wird ein Nutzen für den ganzen Körper erwartet.

Fazit

Grundsätzlich ist nichts gegen ein Training von Muskelgruppen einzuwenden wie dies z.B. beim Zirkeltraining oder bei Kraftübungen in Fitnessstudios der Fall ist, mit dem Ziel diese  Muskelgruppen zu stärken.  Dies kann – wie eine Rückenschule- auch bei Rückenproblemen eine Hilfe sein.
Pilates jedoch ist in seiner Wirkung eine Mischung aus Yoga, Atemtherapie, Krafttraining und Entspannung. So bringt es Lutz Hertel, Vorsitzender des Deutschen Wellness Verbandes in Düsseldorf auf den Punkt7.
Aufgrund der Nähe zu unbiblischen Philosophien, verbunden mit der Konzentration  auf den eigenen Körper stellt das Praktizieren von Pilates, wie auch andere aus fernöstlichen Gedankengut stammende Methoden eine Form der Selbsterlösung dar.
Darum gilt für Christen hier das Bibelwort:

Sehet zu, dass euch niemand einfange durch die Philosophie und leere Täuschung, nach der Überlieferung der Menschen, nach den Elementen der Welt, und nicht Christus gemäß.
Kolosser 2, 8

Im Ergebnis bedeutet dies, kein Pilates zu praktizieren und falls schon geschehen -vielleicht in Unkenntnis der geistlichen Quellen dieser Methode - darüber Busse zu tun.

In einem Artikel zu Sport und Fitness wird die enge Verbindung zwischen Yoga und Pilates herausgestellt: Dies soll hier als Anhang noch dargestellt werden.

Warum sind Yoga und Pilates so ähnlich?8

Die Optimierung des Energieflusses im Körper ist das gemeinsame Ziel von Yoga und Pilates. Daher sind sich Übungen aus beiden Bereichen oftmals recht ähnlich.
Yoga und Pilates bündeln die Energie im Körper
Auf dem Weg zu einem gesunden, ausgeglichenen Leben setzen viele Menschen auf Entspannungsübungen. Immer populärer wird dabei auch in der westlichen Welt das Yoga. Ursprünglich stammt es aus Indien. Doch inzwischen praktizieren mehrere Millionen Deutsche regelmäßig die Übungen. Sie wollen damit die in ihnen steckende Energie bündeln und in die richtigen Bahnen lenken. Denselben Ansatz verfolgt auch Pilates.
Es geht also sowohl beim Yoga als auch beim Pilates um die Energie, die in jedem einzelnen Menschen steckt. Die Fähigkeit, sie zu bündeln, hat jeder - er muss nur die richtigen Übungen ausführen. Die Begrifflichkeiten von Yoga und Pilates unterscheiden sich, doch mit unterschiedlichen Worten wird Ähnliches beschrieben. Diese Ähnlichkeit kommt nicht von ungefähr, denn Pilates ist wesentlich sowohl vom Yoga als auch vom chinesischen Qigong beeinflusst.
Pilates spricht mit modernen Bezeichnungen und Schlagwörtern wie "Powerhouse" vor allem auch viele junge Menschen an. Das Wort bezeichnet die zentralen Muskeln des Körpers, etwa im Rücken, im Bauch, in der Brust und im Bereich des Beckens. Auf dem Powerhouse basieren die meisten Übungen im Pilates.
Ruhige Atmung und konzentrierte Übungen bei Yoga und Pilates.

 

Beim Yoga wie beim Pilates spielt die Atmung eine sehr wichtige Rolle. Im Mittelpunkt stehen langsame und fließende Bewegungen. Dazwischen stehen immer wieder Dehnungen auf dem Programm. Der Übergang zwischen Yoga und Pilates ist daher durchaus fließend.


Klangschalentherapie

Eine Klangschale ist eine Schale aus Bronze, die angeschlagen oder angerieben wird und dabei Töne erzeugt. In den westlichen Ländern sind Klangschalen ein beliebtes Utensil in der Esoterik- und Meditations-"Szene", wo sie zur Meditation, zur Klangtherapie und zur Klangmassage verwendet werden. Seltener ist der Einsatz als bloßes Musikinstrument.

 

Eine Klangschale ist eine Schale aus Bronze, die angeschlagen oder angerieben wird und dabei Töne erzeugt. In den westlichen Ländern sind Klangschalen ein beliebtes Utensil in der Esoterik- und Meditations-"Szene", wo sie zur Meditation, zur Klangtherapie und zur Klangmassage verwendet werden. Seltener ist der Einsatz als bloßes Musikinstrument.

Eine Klangschale ist eine Schale aus Bronze, die angeschlagen oder angerieben wird und dabei Töne erzeugt. In den westlichen Ländern sind Klangschalen ein beliebtes Utensil in der Esoterik- und Meditations-"Szene", wo sie zur Meditation, zur Klangtherapie und zur Klangmassage verwendet werden. Seltener ist der Einsatz als bloßes Musikinstrument.

Herstellung

Klangschalen bestehen traditionell aus einer Legierung aus Kupfer und Zinn (Bronze) und können darüber hinaus eine Reihe von Begleitmetallen enthalten (z.B. Eisen, Zink, Blei, Arsen und Antimon, sowie Spuren von Silber, Gold, Selen und Tellur).

Bei der Herstellung wird das Metallgemisch geschmolzen und in kleinen Mengen in Gussformen gefüllt. Aus dem flachen, runden Metall-Rohling wird die Klangschale unter Hitze in Form getrieben und anschließend poliert. Der Preis einer Klangschale richtet sich nach ihrem Gewicht und liegt typischerweise zwischen 50 und 800 €. Aus Kostengründen werden Klangschalen heutzutage jedoch meist aus einer wesentlich günstigeren Messinglegierung gefertigt oder sie werden lediglich gegossen.

Erzeugung der Töne

Es gibt zwei Möglichkeiten, eine Klangschale zu spielen:

  1. Die Klangschale wird mit einem hölzernen Klöppel am Rand oder an der Außenseite gerieben, dergestalt, dass der senkrecht gehaltene Klöppel von außen um die Schale geführt und dabei immer in Richtung Mitte gegen die Schale gepresst wird. Ähnlich wie bei einem Weinglas, das mit nassem Finger gerieben wird, entsteht ein singender, durchdringender Ton. Je nach Stärke des ausgeübten Drucks, der Entfernung des reibenden Klöppels zum Rand, und der Art des Untergrundes, auf dem die Schale steht, können verschiedene Obertöne hörbar werden.
  2. Die Klangschale wird mit einem Klöppel angeschlagen, am besten oben kurz unterhalb des Randes. Die Töne können je nach verwendetem Klöppel (ungepolstert oder gepolstert), der Klangschalenform und -größe sehr dunkel oder sehr hell sein. Klangschalen sind sehr weit zu hören, ähnlich, aber nicht so weit wie Glocken, und mit weicherem Klang.

Die Klangtherapie

Klangtherapie ist eine allgemeine Bezeichnung für eine Vielfalt von alternativmedizinischen und Wellness-Behandlungsangeboten, bei denen mit akustischen Schwingungen (Tönen, Geräuschen, Musik, allgemein Schall) gearbeitet wird.

Die Klangmassage

Bei einer Klangmassage, auch Klangschalenmassage, werden Klangschalen auf den bekleideten Körper aufgesetzt und angeschlagen bzw. angerieben oder direkt über den Körper gehalten, ohne ihn zu berühren. Auf diese Weise überträgt sich der Schall des erzeugten Tons auf den Körper. Dies wird als Vibration im Körper wahrgenommen.

 

   Vibrationen im Körper

Erklärung der Wirkung

Dem Klang der Schalen werden in der westlichen Esoterik-Szene zahllose präventive und heilende Wirkungen zugeschrieben

Die Wirkung der Klangmassage wird zum einen damit erklärt, dass der menschliche Körper überwiegend aus Wasser besteht, das durch die Schallwellen in Bewegung versetzt wird. Dieser Effekt wirke letztlich wie eine innerliche Massage der Körperzellen. Körperliche und auch seelische Verspannungen und Blockaden sollen so gelöst werden. Wissenschaftliche Belege für diese Theorie gibt es nicht.

Die andere Erklärung geht davon aus, dass bestimmte Töne, die durch Klangschalen erzeugt werden, den verschiedenen Chakren  (angebliche feinstoffliche Energiezentren) im Körper zugeordnet werden können und diese beeinflussen. Bei „Störungen“ der Chakren sollen diese dann mit Hilfe der Klangmassage harmonisiert und positiv beeinflusst werden bzw. angebliche Blockaden gelöst werden “. Wissenschaftlich lässt sich dieser Ansatz nicht nachvollziehen.

Der Autor Peter Hess vertritt die Theorie, dass die Töne der Klangschalen die Behandelten in einen tranceähnlichen Zustand versetzt; diese Wirkung ähnelt Ritualen von Schamanen. In diesem Zustand seien Veränderungen auf körperlicher, seelischer und geistiger Ebene möglich.

Im Wellness-Bereich werden Klangschalen nach persönlicher Vorliebe ausgewählt; die Klangmassage soll einfach die Entspannung fördern.

In der Körpertherapie kann, nach Aussagen der Therapeuten, die Klangmassage bei der Aufarbeitung von Traumatisierungen unterstützen. Die Klänge sollen in das „Körpergedächtnis“ vordringen und das Trauma lösen. Beweise für die Existenz eines solchen „Körpergedächtnisses“ gibt es allerdings nicht.

Astrologisch orientierte Anbieter nutzen die mathematischen und astronomischen Herleitungen von Cousto, der die Umlauffrequenzen der Planeten durch Oktavierung in den hörbaren und auch sichtbaren Bereich gebracht hat. Bei Klangschalen, deren Klangspektren solche Töne enthalten, spricht man von Planetenschalen.

Wissenschaftliche Beurteilung

Klangschalen sind wahrscheinlich ursprünglich ein traditionelles Küchengeschirr aus dem fernöstlichen Raum, vornehmlich aus Tibet, Nepal, China, Japan und Indien. Dass die Klangtherapie eine uralte buddhistische Methode ist, was häufig in der westlichen Esoterik-Szene behauptet wird, lässt sich nicht belegen.

Auch heutige westliche Anwender geben zu, dass sich ein Zusammenhang mit dem östlichen Ritualwesen nicht schlüssig beweisen lässt. Von dort sind lediglich große Metallbecken bekannt, die wie ein Gong angeschlagen wurden.

Die handwerkliche Fertigung der Schalen wurde in der Himalaya-Region zwischen 1900 und 1940 fast völlig aufgegeben. Im Westen entstand jedoch etwa in den 1980er Jahren die Überzeugung, dass es sich bei den tibetischen Metallschalen um „Klangschalen“ handelt, und sie lassen sich unzweifelhaft zum Erzeugen von Tönen verwenden.

Geistliche Beurteilung

Bei der Beurteilung einer Therapiemethode müssen wir zunächst nach der wissenschaftlichen Belegbarkeit fragen.

Für die medizinische Wirkung der Klangschalentherapie gibt es keine wissenschaftlichen Belege. Da diese Therapie im esoterisch/ alternativmedizinischen Umfeld angeboten wird, ist Vorsicht geboten. Christen sollten von dieser Methode Abstand nehmen, da sie durch die Therapien bzw. die Person der Therapeuten in eine Bindung an fremde Geistesmächte kommen können. Wenn sich auch keine Herleitung aus buddhistischen Ritualen nachweisen lässt, kommt der Betroffene doch über Absichten der Therapeuten z.B den Patienten „energetisch zu harmonisieren“ oder „ energetisch aufzuladen oder in einen tranceähnlichen Zustand zu versetzen, damit in Berührung. Meist bietet der Therapeut noch andere Methoden an, die ihre Quellen in demselben Gedankengut aus der heidnisch religiösen Welt des Fernen Ostens haben. Er arbeitet mit deren Kraftwirkungen, die er möglicherweise auch mit der Klangtherapie an den Patienten weitergibt. Auch hier gilt- wie die Wurzel-so die Frucht.

Lektor: Prof. Dr. med. Manfred Weise

Quellennachweis: www.wikipedia Klangschale, Klangtherapie aufgerufen am 2.2.2013


Irisdiagnose - kann man Krankheiten des Körpers am Auge erkennen?

Das Prinzip dieser Krankheitsbestimmung ist die Einteilung der Iris in Organfelder, die im Uhrzeigersinn angeordnet sind.

 

Der Ausdruck "Irisdiagnose" setzt sich aus den beiden griechischen Wörtern "Iris" = Regenbogen und "Diagnosis" = Unterscheidung zusammen.

 

Definition

"Irisdiagnose ist das Erkennen, Ersehen von Krankheiten aus den Veränderungen der Regenbogenhaut des Auges."

"Das Prinzip dieser Krankheitsbestimmung ist die Einteilung der Iris in Organfelder, die im Uhrzeigersinn angeordnet sind. Man unterscheidet zwölf Abschnitte in der Iris und ordnet diese verschiedenen Organen zu. So sollen sich angeblich in einem schmalen Ring, direkt um die schwarze Pupille, Krankheiten des Magens zeigen. Die Beine sollen ihre Entsprechung in den Sektoren sechs und sieben, die Kopforgane in den oberen Abschnitten der Iris haben. Sektor zwölf soll dem Gehirn (Cerebrum) entsprechen. Jede Erkrankung soll nun eine Veränderung in dem betreffenden Organfeld der Iris hervorrufen.
Geschichtlich gesehen geht die Irisdiagnostik, genau die die Akupunktur, auf die alte chinesische Heilkunst zurück. Beide Heilmethoden haben auch Querverbindungen zur Astrologie.

Bei der Irisdiagnostik wurde ursprünglich im alten China vor etwa 3.000 Jahren das Auge in fünf konzentrische Zonen eingeteilt, deren Veränderungen diagnostisch ausgewertet wurden. Die später erfolgte Einteilung in zwölf Felder entspricht den astrologischen Tierkreiszeichen. Diese primitiven und abergläubischen Wurzeln der Irisdiagnostik haben gerade in den letzten Jahrzehnten neuen Aufschwung erhalten. 1)

In Europa geht die Irisdeuterei auf den ungarischen Naturheilkundigen und Homöopathen Ignaz von Peczely zurück. Dieser war als 11-jähriger Junge durch das Dickicht eines Waldes gegangen, als er von einer Eule angegriffen wurde, da er, ohne es zu wissen, dem Nest der Eule zu nahe gekommen war. Ignaz wehrte sich verzweifelt gegen das wütende Tier. Schließlich wusste er sich nicht mehr anders zu helfen, als der Eule ein Bein zu brechen. Im selben Augenblick beobachtete er, wie im Eulenauge ein schwarzer Strich auftrat, der in der Regenbogenhaut fast senkrecht nach unten lief. Lange dachte der Junge nach über das, was er dort im Walde mit der Eule erlebt hatte. Das Brechen des Beines, so die Folgerung von Ignaz, hatte in der Iris ein Zeichen gesetzt.

Jahre vergingen, und Ignaz von Peczely, zuerst Mechaniker von Beruf, bildete sich zum Naturheilkundigen und Homöopathen weiter. Nach vier Semestern Studium in Wien errang er die Würde eines Doktors der Medizin. Eines Tages beobachtete er bei einem Patienten einen Strich in der Regenbogenhaut, und plötzlich erinnerte er sich wieder an sein Erlebnis mit der Eule.
“Genauso, wie der Beinbruch einen Strich im Eulenauge verursacht hatte, müssten sich auch andere Krankheiten in der Iris zeigen“, folgerte er. Damit war die Irisdeuterei geboren!

Er begann nun, die Iris in zwölf Abschnitte einzuteilen. Fast zur gleichen Zeit begannen auch andere Naturheiler und Homöopathen, die Iris als Diagnosehilfe zu entwickeln. Die Irisdiagnose begann ungehindert ihren Siegeszug durch die Welt der Abergläubischen.

Irisdiagnose in China

Wenn ein chinesischer Arzt vor 4.000 Jahren einen Patienten untersuchte, so bediente er sich damals schon einer Art von Irisdiagnose. So, wie das Schicksal des kleinen Menschen von den Sternen des großen Kosmos abhängig sein soll. so zeigten sich nach chinesischer Denkweise auch die Krankheiten und Organe des großen Menschen im kleinen Auge: Der Mikrokosmos entspricht dem Makrokosmos. Für die Chinesen war die Iris die Öffnung der Leber. Wer sie genau untersuchte, der konnte dort alle Krankheiten der Leber erkennen. Doch sie sahen noch mehr am Auge: das obere Augenlid entsprach der Milz, das untere dem Magen, das Weiße des Augapfels zeigte Krankheiten der Lunge, die schwarze Pupille die Funktion der Niere. Der innere Augenwinkel entsprach dem Herzen, der äußere schließlich gab Auskunft über Herz und Dünndarm.

Im Mittelalter sah der bekannte Arzt Paracelsus das Auge als Mikrokosmos, den Menschen als Makrokosmos und schuf Verbindungen zur Astrologie. Die Entsprechungslehre von Makrokosmos und Mikrokosmos bildet aber nicht nur die Grundlage der Astrologie, sondern auch des Handlinienlesens, der Magie sowie der Akupunktur und der Fußreflexzonenmassage. ...
Die schon erwähnte 12-er Einteilung der Iris, wie sie die Irisdeuter annehmen, fügt sich nahtlos in die Feldereinteilung des astrologischen Tierkreises ein.

Viele Irisdeuter unserer Tage versuchen ihre Arbeit mit vielen pseudowissenschaftlichen Erklärungen salonfähig zu machen. Die Tatsache bleibt jedoch bestehen, dass auch sie eine diagnostische Methode auf dem Boden östlicher Philosophie und magischer Vorstellungen anwenden. 2)

Was kann der Arzt nun eigentlich im Auge sehen? Selbstverständlich kann ein Arzt bei genauer Untersuchung alle Krankheiten feststellen, die am Auge selbst auftreten. Hier interessieren uns jedoch besonders die Körperkrankheiten, die sich unter anderem auch am Auge zeigen.

Beginnen wir mit der weißen Bindehaut (Conjunctiva): Es ist allgemein bekannt, dass eine Gelbsucht sich zuerst an der Bindehaut zeigt. Dies hat seinen Grund darin, dass der Gallenfarbstoff am besten auf weißem Hintergrund zu sehen ist, obwohl er genauso auch in die übrige Haut eingelagert wird, die jedoch meist ein wenig dunkler ist. Hinter einer "Gelbsucht" können sich die verschiedensten Erkrankungen verstecken: eine harmlose Stoffwechselstörung oder ein bösartiger Tumor in der Bauchspeicheldrüse, Schwierigkeiten der Leber mit der Verarbeitung eines Medikaments (häufig die "Pille") oder aber eine Entzündung der Leber durch Viren. Die Liste könnte seitenlang fortgesetzt werden, wollte man alle bekannten Krankheiten aufzählen, die zu einer Gelbfärbung führen. Viel weniger häufig als gelbe sind blaue Skleren, die bei einer seltenen Knochenkrankheit auftreten.

  • Die Hornhaut (Cornea) kann bei einer Viruserkrankung (Herpes) mit betroffen sein. Sie reagiert aber auch besonders empfindlich bei Austrocknung oder bei verhältnismäßig leichten Verletzungen. Oft entwickelt sich dann ein Ge-schwürchen, und die verbleibende Narbe ist weiß und undurchsichtig, sodass das Sehen schwer beeinträchtigt sein kann. Bei vielen älteren Leuten kann man einen grauen Ring sehen, der jedoch nur eine harmlose Farbstoffablagerung darstellt.
  • Selten ist auch die Linse bei allgemeinen Erkrankungen mit betroffen. Der Mangel gewisser Vitamine oder die Einnahme von Medikamenten kann zu einer Trübung der Linse führen, die dann das Sehen stark beeinträchtigt. Schwere Veränderungen der Linse können schon bei einem Baby auftreten, wenn seine Mutter während der Schwangerschaft die Röteln durchmachte.
  • Besonders ergiebig ist für den Arzt die Spiegelung des Augenhintergrundes. Hier kann er nicht nur die Netzhaut beobachten, sondern auch die Blutgefäße und den Sehnerv. Die Blutgefäße zeigen so wichtige Krankheiten wie Arterienverkalkung und Zuckerkrankheit. Der Sehnerv kann z.B. bei einem Hirntumor oder bei einer Drucksteigerung des Liquors (Hirnwasser) verändert sein.
  • Wenden wir uns noch der Regenbogenhaut (Iris) zu, aus der die Irisdeuter so viel herauslesen wollen. Sie ist meist im Rahmen einer Entzündung der Aderhaut mit betroffen und schwillt dann grünlich an, Ursache für eine solche Entzündung können Infektionsherde, Tuberkulose, Geschlechtskrankheiten oder seltene Formen des Gelenkrheumatismus sein, wobei neben diesen Augensymptomen noch weitere Anzeichen vorhanden sein müssen, damit die richtige Diagnose gestellt werden kann. "Als Arzt mehr herauslesen zu wollen, wäre vermessen. ...“

Wissenschaftliche Überprüfung der Irisdeuterei

Die Behauptungen der Irisdeuter sind in vielen Studien ernsthaft geprüft worden. "Ein Mediziner untersuchte 762 Patienten mit schwersten Erkrankungen, darunter 60 Amputierte und Kriegsverletzte. Sein Urteil, die Irisdeuterei sei ein Hirngespinst, belegte dieser Mediziner mit Zahlen. Von den 752 Patienten hatten nur 18 (das sind 2,7 von Hundert) ein Zeichen im Felde des erkrankten Organs, dagegen hatte fast die Hälfte  Krankheitszeichen in Feldern von Organen, die nie erkrankt waren. Derselbe Untersucher machte einen Versuch mit dem berühmten Iridologen Kläser, bei dem Ärzte und Laien Zeuge waren. Als Patienten zeigte man Herrn Kläser Kranke mit sehr schweren Leiden und Verstümmelungen, die man auch als Laie gut erkennen konnte. Nach acht Versuchen wurde das Experiment abgebrochen, weil der "berühmte" Mann nichts als Fehldiagnosen gestellt hatte. Bei einem Patienten mit amputiertem Bein fand er z.B. nur eine "schwere Belastung des Rückenmarks". 3)

Warum gelingen oft so viele richtige Diagnosen?

  • durch eine gute Beobachtung des Patienten
  • Ein weiterer Grund ist auch, dass die Patienten ihre Beschwerden vortragen, sodass sich bald einige Diagnosen zusammenreimen lassen.Irisdiagnostiker benützen eine verschwommene Ausdrucksweise, z.B. „Die Galle tut sich schwer“. Das schließt die verschiedensten Möglichkeiten einer Gallenblasenerkrankung ein, von Steinen über Entzündung bis zum Tumor. Oft wird eine ganze Liste dieser verschwommenen Ausdrücke angegeben.
  • Als dritten Grund für richtige Diagnosen kommen wir nun zu einem Punkt, wo das ungefährliche und amüsante Trickreservoir der Irisdeuter ein Ende findet. Es besteht die Möglichkeit der okkulten Irisdiagnose durch mediale Einflüsse. 4)

Diese Irisdeuter haben gewöhnlich treffsichere hundertprozentige Diagnosen. Wie kommen ihre Diagnosen zustande?
Diese Deuter arbeiten mit verschiedenen Spielformen der Medialität. Die Iris ist nur eine "Kontaktbrücke", die für ein telepathisches oder hellfühlendes oder trancehaftes Anzapfen des Bewusstseins oder Unterbewusstseins benutzt wird. Es kommt auf diese Weise eine psychometrische Diagnose zustande ... Mediale Diagnosen gelingen nicht immer. Medialität lässt sich nicht bei jedem Patienten, der das Sprechzimmer betritt, kommandieren. Zum anderen versagt die mediale Diagnose bei gläubigen Christen, die mit Christus eine starke Verbindung haben.
Weil es auf diesem Gebiet so viele Unklarheiten und Verwechslungen gibt, sei erwähnt, dass es nicht nur Irisdiagnostiker gibt, die okkult arbeiten, sondern auch Vollmediziner.
Wer sich in okkulte Dinge einlässt, verändert sich charakterlich, seelisch und glaubensmäßig.

Zusammenfassend lässt sich Folgendes feststellen:

  • Nichtokkulte Augendiagnostiker bringen über ihre Patienten keine Belastungen. Der medizinische Wert ihrer Behandlung ist aber sehr gering, in vielen Fällen sogar bedeutungslos.
  • Okkult arbeitende Augendiagnostiker belasten ihre Patienten. Ihre Diagnosen sind aber häufig sehr treffsicher. Auf keinen Fall kann aber das Bibelwort Matthäus 6,22 "Das Auge ist des Leibes Licht" für die Augendiagnose missbraucht werden, wie es manchmal geschieht. 5)  Es ist müßig zu fragen, wie man sich vor Heilpraktikern und Ärzten schützen kann, die die Irisdiagnose okkult anwenden. Die Frage stellt sich vielmehr, ob man einem Patienten eine Diagnosemethode empfehlen kann, die nicht nur auf okkulter Philosophie, sondern zudem auf einem Irrtum des Entdeckers beruht. 6)

Wie bei allen paramedizinischen Praktiken, ist auch hier die Frage, wie gehe ich mit einer okkulten Belastung um? Wird der Betroffene zu unserem Herrn Jesus Christus kommen?"Wenn eure Sünde auch blutrot ist, soll sie doch schneeweiß  werden,
und wenn sie rot ist wie Scharlach, soll sie doch wie Wolle werden" 

(Jesaja 1.18)

Quellenverzeichnis zur Irisdiagnostik

  1. Dr. Kurt Koch, "Okkultes ABC", 1984, Bibel- und Schrif-tenmission, D-74856 Aglasterhausen e.V., Seite 257 (zum Teil etwas frei zitiert)
  2. Dr. Samuel Pfeifer, "Gesundheit um jeden Preis?", Brunnen Verlag Basel und Gießen, 2. Auflage 1980, Seite 89-91 (mit Quellenangabe Huard P., Wong M., Chinesische Medizin, Frankfurt 1973, S. 189; Prokop 0., Medizinischer Okkultismus, Stuttgart 1977, S. 37     Libra (ohne Vorname), zitiert in Medizinischer Okkultismus, S. 38)
  3. zitiert nach Dr. Samuel Pfeifer, a.a.O., S. 94 (mit Quel-lenangabe Wöhlisch E., Ignaz von Peczely, das Eulenauge und das Mysterium der Irisdiagnostik. Deutsche Medizinische Wochenschrift 82 (1957), S. 970)
  4. zitiert nach Dr. Samuel Pfeifer, a.a.O., S. 94-96
  5. Dr. Kurt Koch, a.a.O., S. 262
  6. Dr. Samuel Pfeifer, a.a.O., S. 96

Hildegard von Bingen

Bei der Leitung ihrer Anhängerschaft und zur Begründung ihrer geschriebenen Texte beruft sich Hildegard auf Visionen, die nach ihrer eigenen Darstellung ab 1141 unwiderstehlich stark wurden. Zugleich war sie unsicher über deren göttliche Herkunft.

 

Leben

Hildegard von Bingen lebte von 1098 bis 1179. Als zehntes Kind der Eltern sollte sie ihr Leben der Kirche widmen (ein Zehnter an Gott)  -... und meine Eltern weihten mich Gott unter Seufzern und in meinem dritten Lebensjahr sah ich ein so großes Licht, dass meine Seele erzitterte... (Autobiographie)

Mit 8 Jahren wurde sie in religiöse Erziehung gegeben. ... In meinem achten Jahr aber wurde ich zu geistlichem Leben Gott dargebracht und bis zu meinem fünfzehnten Jahr war ich jemand, der vieles sah und mehr noch einfältig aussprach, so dass auch die, welche diese Dinge hörten, verwundert fragten, woher sie kämen und vom wem sie stammten… (Autobiographie)

Hildegard lebte ab 1112 im Benediktinerkloster Disibodenberg ( heute Rheinland-Pfalz). Dort legte sie auch ihr Gelübde als Nonne vor dem Bischof Otto von Bamberg ab. 1136 wurde sie als Mutter und Lehrmeisterin der Schülerinnen gewählt. Später gründete sie ein eigenes Kloster auf dem Rupertsberg an der Nahe. Bei der Leitung ihrer Anhängerschaft und zur Begründung ihrer geschriebenen Texte beruft sich Hildegard auf Visionen, die nach ihrer eigenen Darstellung ab 1141 unwiderstehlich stark wurden. Zugleich war sie unsicher über deren göttliche Herkunft. Sie wendet sich deshalb an Bernhard von Clairvaux, einen bedeutenden Mönch des Zisterzienserordens. Dieser beruhigt sie und sorgt damit für Akzeptanz ihrer Person und Lehren.

Ihre Visionen ließ sie durch Schreiber in Latein aufschreiben. In der Niederschrift ihrer Vision: - Wisse die Wege- schreibt Hildegard:

…Ich aber, obgleich ich diese Dinge hörte, weigerte mich lange Zeit, sie niederzuschreiben- aus Zweifel und Mißglauben und der Vielfalt menschlicher Worte…

Sie schreibt dann weiter, dass sie krank wurde und diese Tatsache als Wink ansah, die Visionen doch aufschreiben zu lassen. Dabei ging es ihr besser. Weiter schreibt sie:

... Ich sprach und schreibe diese Dinge nicht aus Erfindung meines Herzens oder irgendeiner anderen Person, sondern durch die geheimen Mysterien Gottes, wie ich sie vernahm und empfing von den himmlischen Orten. Und wieder vernahm ich eine Stimme vom Himmel und sie sprach zu mir: Erhebe deine Stimme und schreibe also… Hildegard von Bingen reagierte für eine Frau der damaligen Zeit sehr dominant. So predigte sie öffentlich auf Predigtreisen. Und setzte auch ihre Interessen gegen andere durch, auch gegen bestehende kirchliche Vorschriften.

Hildegard wurde durch ihre 3 Visionswerke berühmt.

  • Das Erste : -Wisse die Wege- enthält eine Glaubenslehre , die in allem wesentlichen Punkten der aktuellen Kirchenlehre entsprach
  • Das zweite Visionswerk: - Buch der Lebensverdienste - enthält ethische Inhalte (Laster und Tugenden)
  • Das dritte Buch ist Hildegards Schau über Welt und Mensch. Sie beschreibt hier die Schöpfungsordnung gemäß der mittelalterlichen Mikrokosmos-Makrokosmos Vorstellung

Biologie und Medizin

Hildegard von Bingen verfasste auch medizinische Abhandlungen, die allerdings nicht aus Visionen stammten. Dazu gehören Ausführungen über Pflanzen und Krankheiten. Nach 1150 verfasste Hildegard ein Buch -Ursachen und Heilungen- über die Entstehung und Behandlung von verschiedenen Krankheiten. Das zweite naturkundliche Werk handelt vom „inneren Wesen“ der verschiedenen Kreaturen und Pflanzen. Diese Werke zählen zu heute zu den Standardwerken der mehr esoterisch orientierten Naturheilkunde. Es gab zur Zeit Hildegards kein wissenschaftliches Medizinstudium. Hildegard brachte in ihren naturkundlichen Werken damalige Volksmedizin und Wissen aus der griechisch lateinischen Tradition zusammen und entwickelte daraus eine eigene Lehre über den Körper und Gesundheit. Sie bezog auch Metalle und Edelsteine in ihre Behandlungsempfehlungen ein. Zur Ergänzung sei noch gesagt, dass Hildegard auch eine Sammlung liturgischer Gesänge erstellte mit Text und Melodie. Darunter ein liturgisches Drama, das die visionäre Gedanken- und Bilderwelt Hildegard zum Ausdruck bringt.

Medizinisch/wissenschaftliche Beurteilung

Im Handbuch - die Andere Medizin- von Stiftung Warentest heißt es dazu:

  • Die mittelalterlichen Namen für Krankheiten und Pflanzen waren vage Umschreibungen. Man kann sie nur selten einer heute gebräuchlichen Bezeichnung sicher zuordnen. Dementsprechend lassen sich Hildegards medizinische Empfehlungen und ihre Rezepturen kaum auf die heute Zeit übertragen.
  • Eingehende wissenschaftliche Untersuchungen über Wirksamkeit und therapeutische Eigenschaften der bei Hildegard angeführten Pflanzen fehlen.
  • Auch die dem Dinkel zugeschrieben wundersamen Heilwirkungen bei Krankheiten haben mit der erforschten Wirksamkeit nichts gemein.
  • Die Edelsteinmedizin entstammt dem magisch-okkulten Bereich. Sie entbehrt jeder rationalen Grundlage

Die pflanzliche Hildegard-Medizin kann nicht empfohlen werden, die Behandlung mit Edelsteinen ist abzulehnen. Soweit Stiftung Warentest.

Geistliche Beurteilung

Hildegard von Bingen war, zumindest während ihrer Visionen, offensichtlich von einem fremden Geist beherrscht, der nicht der Heilige Geist war. Der Inhalt der Visionen stimmt nicht mit biblischen Lehren überein z.B. im Menschen- und Weltbild des Mittelalters von Mikrokosmos und Makrokosmos. Auch wenn Hildegard den Glauben als notwendig für eine Heilung betonte, meinte sie damit einen mystischen Glauben. Mystik ist das Streben nach Heil oder Erlösung unter Umgehung des Kreuzes, der Busse und Unterordnung unter Jesus Christus als persönlichen Heiland und Erlöser. In der Mystik will man durch Suche nach Direktkontakt mit Gott zu Erlösung, Vollkommenheit, Heil und Heilung gelangen. Im Grunde ist Mystik auch immer der Weg von unten nach oben, die Selbsterhebung es Menschen zu einer höheren Daseinsstufe. Auch wenn diese Daseinsstufe „Gott“ genannt wird, ist damit nicht der persönliche, sich offenbarende, Gott der Bibel gemeint. Die Lehren der Hildegard von Bingen und die Hildegard-Medizin sind aus biblischer Sicht für Christen abzulehnen. Sie entstammen einem nicht biblischen Welt- und Menschenbild und haben zum Teil ihre Quellen in einem „falschen Geist“, der Hildegard als „Medium“ für seine Offenbarungen gewählt hat.

Quellenangaben:

www.bible-only.org/german/handbuch/Mystik.html

wikipedia.org./Hildegard_ von_ Bingen aufgerufen 11.4.13

Handbuch: Die Andere Medizin Stiftung Warentest 4.Auflage S. 240/241


Fußreflexzonenmassage

Definition

Eine Reflexzonenmassage ist eine Behandlungsform, die in ihrer therapeutischen Ausprägung zu den alternativmedizinischen Behandlungsverfahren gezählt wird, und die auch in der Wellnessbranche eingesetzt wird.
Befürworter der Methode gehen davon aus, dass Reflexzonenmassagen in der Schmerztherapie und bei Durchblutungsstörungen übliche medizinische Verfahren und physiotherapeutische Anwendungen ergänzen sowie eine Verbesserung des Wohlgefühls unterstützen können.
Wissenschaftlichen Studien zufolge ist die Reflexzonenmassage weitgehend wirkungslos.

Die bei der Reflexzonenmassage gemeinten Reflexzonen im Körper sollen alle Organe und Muskelgruppen auf der Hautoberfläche und im Haut-Unterhautbereich „spiegeln“. Sie sind nicht mit den bekannten Head-Zonen der Medizin identisch. Es soll sie am Rücken, am Fuß, an der Hand, am Ohr, an der Nase und am Schädel geben. Diese Zonen sollen entweder diagnostisch (Irisdiagnose) oder im Rahmen einer Befundaufnahme oder therapeutisch (Reflexzonenmassage, Akupunktur und Akupressur) eingesetzt werden können.
Es gibt keine einheitliche Darstellung der Reflexzonen − etwa an Füßen und Händen, stattdessen gibt es viele voneinander abweichende, sich widersprechende Abbildungen.

Geschichte

Grundsätzlich ist die Fußreflexzonenbehandlung in den fernöstlichen Massagetraditionen bekannt: sie findet sich in der ayurvedischen Massagetradition genauso wie in der historischen Thai-Massage und der chinesischen Tuina.

Als Pionier der neueren westlichen Reflexzonenmassage gilt der amerikanische Hals-Nasen-Ohren-Arzt William Fitzgerald (1872–1942). Er hatte Kenntnisse in den Methoden indianischer Volksmedizin. Hierzu gehören Vorstellungen über reflektorische Zusammenhänge und eine Druckbehandlung, die seit Jahrhunderten angewendet worden sein sollen und auch gegenwärtig in Indianerreservaten angewendet werden.

Fitzgerald entwickelte daraufhin ein System, in dem er den Körper in zehn senkrechte Zonen einteilte. Dieses Konzept und die von ihm entwickelte Zonentherapie waren 1917 der Grundstein für die heutige Reflexzonen-Therapie. Später wurden diese Längszonen noch in jeweils drei Querzonen eingeteilt. Die Griff- und Drucktechniken der modernen Fußreflexzonentherapie arbeitete Mitte des 20. Jahrhunderts die amerikanische Masseurin Eunice D. Ingham (1889−1974) heraus. Von Amerika aus kam die Reflexology über England auch nach Deutschland.

Die Fußreflexzonentherapie gehört zum Standardangebot in Heilpraktikerschulen und Massageschulen. Heute arbeiten hauptsächlich Heilpraktiker, Physiotherapeuten und Masseure mit dieser Therapieform: Es sind Massagen, bei denen drucksensible Zonen zur Befunderhebung und durch mechanische oder andere Reizung stimuliert werden. Neben der den Heilberufen vorbehaltene Fußreflexzonentherapie findet im Wellnessbereich eine Fußreflexzonenmassage Anwendung, die vor allem eine entspannende Wirkung hat.

Wirksamkeit

Die Fußreflexzonenmassage gründet auf dem Prinzip „pars pro toto“ (der Teil für das Ganze). Dabei wird behauptet, dass der gesamte Körper am Fuß - auf der Fußsohle und an der Oberseite bis zum Knöchel- repräsentiert sei. Dasselbe Prinzip finden wir immer wieder bei den verschiedensten, von der östlichen Philosophie geprägten Heilmethoden wie z.B. bei der Irisdiagnose und dem Handlinienlesen.

Der Heilpraktiker Gerhard Leibold beschreibt das folgendermaßen:

Die Reflexzonentherapie am Fuß geht von der Vorstellung aus, dass die Füße ein verkleinertes Abbild des gesamten Körpers und seiner Organe darstellen. Den verschiedenen Körperteilen und Organen entsprechen also ganz bestimmte Zonen an den Füßen. Durch Massage dieser Zonen können die zugehörigen inneren Organe und Körperteile reflektorisch beeinflusst werden. Außerdem sind die Fußzonen diagnostisch bedeutsam, weil Druckschmerzen einzelner Zonen auf Funktionsstörungen und Erkrankungen der entsprechenden Körpergebiete hinweisen. Es ist heute üblich, den Körper in 10 senkrechte und 4 waagerechte Zonen einzuteilen. Diese Zonen finden wir auch an den Füßen wieder. Sie teilen den Fuß in ein verkleinertes Längs-Quer-Raster des Körpers ein, in das die Körperteile und Organe entsprechend ihrer tatsächlichen Lage im Körper im Körper eingetragen werden können. So entsteht eine Landkarte „des gesamten Organismus an den Füßen, die gezielte Reflexzonentherapie ermöglicht.

Es liegt nahe, diese 10 Längszonen mit den Energiemeridianen der chinesischen Medizin zu vergleichen, auch wenn deren Verläufe nicht genau mit Fitzgeralds Körperzonen übereinstimmen. Vielleicht stellen die senkrechten Körperzonen vereinfachte chinesische Meridiane dar, die in Anlehnung an die Akupressur für die abendländische Medizin entwickelt wurden. Eine endgültige Klärung dieser Frage und ein wissenschaftlich exakter Beweis für die 10 Zonen sind heute noch nicht möglich.

An anderer Stelle beschreibt Leibold die Energiezonen wie folgt:

Damals entstand auch die von der chinesischen Naturphilosophie getragene erste Vorstellung von den Energiebahnen, die den Körper durchziehen. Man darf sich darunter keine Bahnen im anatomischen Sinn vorstellen, vergleichbar den Blutgefäßen und Nerven, sondern feststehende Strömungsrichtungen der Energie.

Dieses grundlegende Verständnis entspricht der Überzeugung der meisten heutigen Therapeuten und basiert auf uralten, chinesischen religiösen Vorstellungen. Vier der Prinzipien der östlichen Philosophie finden wir bei der Fußreflexzonenmassage wieder. Diese stehen im völligen Gegensatz zum biblischen Weltbild.

  1. Makrokosmos (Welt) und Mikrokosmos (Mensch) entsprechen und beeinflussen sich gegenseitig
  2. Der Mensch steht in einem kosmischen Energiefeld und wird von dieser Energie durchflossen
  3. Eine Krankheit wird von den meisten Spezialisten als Folge eines Energieungleichgewichts gesehen
  4. Die Behandlung der Krankheit erfolgt über den Zufluss von Energie nach den Prinzipien von Yin und Yang

Dazu schreibt der Christ Dr. Samuel Pfeifer in seinem Buch sehr treffend Folgendes:

Die Behandlung der Krankheit erfolgt über den Zufluss von Energie nach den Prinzipien von Yin und Yang. Frau Marquard2 sagt: Wir haben damit eine wirkliche Behandlung im wahrsten Sinne des Wortes. Wir befassen uns mit dem Menschen, wir fassen seinen Fuß an und dadurch, dass wir mit der Hand arbeiten stellen wir als Therapeut unsere Dynamik, unseren Rhythmus zur Verfügung, um die gestörte Dynamik und den gestörten Rhythmus des Patienten zu ordnen.

Wissenschaftliche Beurteilung:

Kurz und präzise finden wir eine Zusammenfassung im „Handbuch - die andere Medizin“

  • Die von Fitzgerald willkürlich entworfenen Längszonen am Körper müssen aufgrund heutiger wissenschaftlicher Kenntnisse als Phantasieprodukte angesehen werden. Überdies weichen die Angaben, wo die einzelnen Organe auf den Fußsohlen repräsentiert sind, in den verschiedenen Darstellungen erheblich voneinander ab.
  • Exakte Diagnosen  können mit dieser Methode nicht gestellt werden.
  • Auch für die behaupteten Wirkungen der verschiedenen Reflexzonenmassagen an anderen Körperteilen fehlt der Beweis. Der ganze Körper ist in keinem seiner Teile so repräsentiert, dass der von diesem aus behandelt werden könnte.3

Manche Anhänger der Reflexzonentherapie gehen von der Hypothese aus, dass für die Wirksamkeit der Reflexzonen die Energiebahnen der traditionellen chinesischen Medizin als Meridiane verantwortlich wären. Für die Meridiane gibt es allerdings keine wissenschaftlichen Nachweise.4

Geistliche Beurteilung

Deshalb ist z.B. eine Befunderhebung mit Hilfe von drucksensiblen Zonen (z.B. an den Füßen) diagnostische Wahrsagerei. Ebenso ist eine Druckmassage (ähnlich wie bei der Akupressur) von   „gedachten“  und in ihrer Existenz nicht beweisbaren „Reflexzonen“, für Christen abzulehnen. Auch wenn im Wellnessbereich durch die Reflexzonenmassage eine entspannende Wirkung erwünscht ist, ist diese Methode  für Christen aufgrund ihres Ursprungs abzulehnen.5

Der Ursprung dieser Methode, sowie das falsche Menschen- und Gottesbild, hier der fernöstliche philosophische Hintergrund, dieser Methode, sollte uns zu einer klaren ablehnenden Haltung verhelfen.  Weiterhin sollten wir die fragwürdige Wirkungsweise, die Auswirkungen dieser Therapie, zuletzt die geistliche Gefährdung durch die Methode und evtl. durch den Therapeuten genau bedenken.6

Auch wenn gläubige Fußreflexzonen-Therapeuten diese Methode anbieten und eventuell dabei noch ein seelsorgerliches Gespräch führen, kann ihnen der Vorwurf nicht erspart werden, indirekt Wegweiser für eine Philosophie zu sein, die aus östlicher Weisheit schöpft und schon viele Menschen vom Evangelium weggeführt hat. Es gibt einige Beispiele von entschiedenen Christen die sich durch Fußreflexzonenmassage behandeln ließen und später Schwierigkeiten beim Gebet und Bibellesen hatten.7

Ein letzter Aspekt sollte noch betont werden. Der Apostel Paulus warnt den jungen Timotheus eindringlich:

Die Hände lege niemand zu bald auf, mache dich auch nicht teilhaftig fremder Sünden.

1 Tim 5,22

Aus der Bibel und aus der Seelsorge wissen wir, dass durch die Handauflegung Belastungen übertragen werden können. Vorsicht in diesem Zusammenhang auch bei Massagen und ähnlichen Behandlungen.

Zum Schluss möchten wir eindeutig vor der Fußreflexzonenmassage warnen und diese Methode klar ablehnen, Christen, die damit bereits Erfahrungen gemacht haben, empfehlen wir im Gebet dem Herrn alles zu nennen und sich von IHM reinigen zu lassen.8

Fußnoten:

  1.  Wikipedia „Reflexzonenmassage“ aufgerufen am 20.3.16
  2. Marquardt, Hanne : Insbesondere durch sie wurde die Fußreflexzonenmassage in Deutschland publik gemacht (Anmerkung der Autorin)
  3. Alternative Heilverfahren- Hilfe oder Gefahr Fußreflexzonenmassage - eine brauchbare Therapie? S. 76-80  (gekürzt) ABEM e.V. 2014
  4. Wikipedia „Reflexzonenmassage“ aufgerufen am 20.3.16
  5. Anmerkung der Autorin
  6. Alternative Heilverfahren- Hilfe oder Gefahr Fußreflexzonenmassage-eine brauchbare Therapie? S. 80  (gekürzt) ABEM e.V. 2014
  7. nach Pfeifer,Samuel Dr. Gesundheit um jeden Preis? 12.Auflage  Brunnen-Verlag Gießen 1999 S. 69 u.71
  8. Alternative Heilverfahren- Hilfe oder Gefahr Fußreflexzonenmassage-eine brauchbare Therapie? S. 80  (gekürzt) ABEM e.V. 2014

Feldenkrais

Eine Glaubensschwester schreibt:

„Es geht speziell um die Feldenkrais-Kurse und Heilungsmethoden. Es ist grad jetzt die Frage, was das denn sei. Und die Meinung war, es sei so gut. Ob Sie etwas Schriftliches darüber haben? Das wäre prima.“

Antwort

Bei der Feldenkrais-Methode, benannt nach ihrem Begründer Moshe Feldenkrais (1904-1984), handelt es sich um ein therapeutisches Verfahren in der Alternativmedizin. In die Entwicklung seiner Methode flossen Erfahrungen in 20 Jahren Judo-Unterricht sowie Erkenntnisse manueller Medizin und neurologischer Behandlungsmethoden in den 40-iger und 50-iger Jahren ein. Feldenkrais war der Meinung, dass auf eine Änderung der Bewegungsmuster eine psychische Veränderung erfolgt, sich der Mensch mit Hilfe dieser Methode quasi selbst neu gestalten kann.

Darstellung der Wirkungsweise

Feldenkrais wird als eine körperorientierte Lernmethode dargestellt, anhand derer der Ausübende mehr über den eigenen Körper und seine Bewegungsmuster erfahren soll.
Über die Wahrnehmung von Bewegungsabläufen soll der Mensch seine „Bewusstheit“ erweitern (Bewusstseinserweiterung) und eine neue Beweglichkeit für Körper und Geist soll entstehen.
Schon im Verlauf einer Lektion, so wird gesagt, kann der Lernende dabei außergewöhnliche Empfindungen erleben, die unterschiedlich lange nachwirken können.

Die Körperübungen werden zuerst vom Feldenkrais- Therapeuten passiv ausgeführt. Der Unterricht findet meist im Liegen statt. So erprobt er etwa den Bewegungsspielraum eines Gelenks bis zu den gewohnten Grenzen. Durch häufige Wiederholungen und kleine Veränderungen soll eine neue Bewegungsmöglichkeit erprobt werden. Die Bewegungen sollen ohne Anstrengung und Schmerzen durchgeführt werden. Die Arbeit verläuft ohne viele Worte, da sich die Aufmerksamkeit auf die Bewegungsabläufe richten soll. Später soll der Behandelte diese Übungen selbst ausführen und dabei bestimmte Wahrnehmungen schulen.

Bei der Entwicklung seiner Methode wurde M. Feldenkrais maßgeblich von Dr. Milton Trager und dessen Methode der Körperarbeit beeinflusst. Sie wird folgendermaßen beschrieben:

Die von Dr. Milton Trager entwickelte Körperarbeit sucht den Kontakt zwischen Körper und Geist wieder in Harmonie zu bringen. Durch sanftes rhythmisches Wiegen und Dehnen und durch das Spiel mit den Körpergewichten nähert man sich dem optimalen Gewebezustand und bewahrt die angenehmen Empfindungen im Körpergedächtnis auf. Bei einer Trager -Sitzung kann man lernen, diese Bewegungen selbst durchzuführen oder sie auf einer Massageliege passiv zu empfangen. Der Effekt dieser Arbeit ist gleichzeitig tiefe Entspannung und Präsenz, eine Verbesserung der neuromuskulären Funktionen, erhöhte Konzentrationsfähigkeit und ein Ruhigwerden des Geistes……

Wissenschaftliche Beurteilung

Die Feldenkrais Methode wird nicht als Therapie sondern als Unterricht bezeichnet, der ohne viele Worte stattfindet. Es handelt sich um eine Methode der körperorientierten Selbsterfahrung d.h. man soll mit Hilfe von körperlichen Übungen etwas über sich selbst (die Vorgänge in der Seele) erfahren.

In einigen klinischen Studien wurde bei Patienten mit MS (Multipler Sklerose) der Abbau von Stress und eine Verbesserung der Balance berichtet. Auch eine Verminderung von Rücken und Nackenschmerzen wurde nachgewiesen.
Es wird aber auch vor Risiken gewarnt: „Die psychischen Effekte der Feldenkraismethode bergen für labile Menschen das Risiko, seelisch aus dem Gleichgewicht zu geraten. Solche Krisen können Feldenkraislehrer nicht auffangen, weil sie nicht psychologisch oder psychiatrisch ausgebildet sind.

Gesetzliche Krankenkassen zahlen diese Therapie nicht.

Geistliche Beurteilung

Auf der einen Seite ist Feldenkrais eine- allem Anschein nach- seriöse erprobte Methode. Auch ein Nutzen von Bewegungen bei Bewegungs-Einschränkungen oder bestimmten Schmerzen ist allgemein belegt. Das gilt auch für den Zusammenhang von Nervensystem und Bewegung.
Aber die Feldenkrais-Methode geht (ähnlich wie bei Yoga) über die reine Bewegung hinaus und soll geistige Wirkungen entfalten. Für Christen ist dies der falsche Weg, denn alle inneren Veränderungen gehen vom menschlichen Herzen aus. Und hier kann grundlegend nur durch Hinwendung zum Herrn Jesus Christus eine Veränderung durch den heiligen Geist geschehen.
Dazu kommt, dass ein großer Teil von Feldenkrais “Anhängern“ im Umfeld sogenannter „alternativer Heilmethoden“ angesiedelt ist und unterrichtet die Methode in einem Zug mit anderen solchen Verfahren wie z.B. Reiki. Dies bedeutet, dass man durch die Inanspruchnahme solcher Therapeuten entsprechenden geistig – geistlichen Einflüssen ausgesetzt ist.

Zusammenfassende Bewertung

Die Feldenkrais –Therapie ist keine allgemein wissenschaftlich anerkannte Therapie, sondern gehört zur Alternativmedizin. Die Teilnahme an solchen Kursen birgt geistlich- seelische Gefahren in sich und ist deshalb insbesondere für Gläubige abzulehnen.

Lektorat: Prof. Dr. M. Weise

Quellenangaben

Stiftung Warentest: Die andere Medizin, Feldenkrais
www.wikipedia.org/wiki/Feldenkrais-Methode
www.koerpertherapie-netzwerk.de
www.trager.de


Basale Stimulation

In letzter Zeit wurden wir öfter gefragt: was ist eigentlich von basaler Stimulation zu halten? Wie ist diese Methode aus biblischer Sicht zu bewerten?

So fing ich an, mich damit zu befassen und sichtete mehrere Pflegefachzeitschriften zu diesem Thema. Die Inhalte in den vielen Fachaufsätzen, die es dazu wirklich gibt, wiederholen sich in ihren Aussagen. Folgendes kann man entnehmen: Die basale Stimulation will als ein offenes Konzept verstanden werden.

In den 70er Jahren entwickelte der Sonder- und Heilpädagoge Prof. Dr. Andreas Fröhlich die Methode speziell für schwerstbehinderte Kinder und Jugendliche. Gemeinsam mit der Krankenschwester und Diplompädagogin Christel Bienstein wurde dieses Konzept in den 80er Jahren in die Erwachsenenkrankenpflege übertragen und etabliert sich mittlerweile in vielen Bereichen in der Pflege. Es wird empfohlen für die Pflege von bewusstlosen, beatmeten, desorientierten Patienten, Schädel- Hirn- Verletzten, Alzheimerpatienten, neurologisch erkrankten Menschen, Frühgeborenen und Behinderten. Ebenso geeignet soll es für Sterbende, Patienten mit Halbseitenlähmung und Apalliker sein. Ziel dabei ist die Begleitung und Förderung in der Wahrnehmung, Bewegung und Kommunikation. Fröhlich wollte Wahrnehmungserfahrungen anbieten, die an sehr frühe, auch vorgeburtliche Erfahrungen anknüpfen. Dazu gehört für ihn u.a. folgendes: ein Spüren der Körpergrenzen, ein Sich-in-Bewegung erleben, eine Lageveränderung im Raum oder auch das Entdecken des Inneren durch Vibrationen (genannt werden hier sogen. somatische, vestibuläre, vibratorische Erfahrungen).

Fröhlich und Bienstein gehen davon aus, dass apallische und komatöse Menschen auch ein elementares Bedürfnis nach Wahrnehmung, Bewegung und Kommunikation verspüren.

Basale Stimulation in der Pflege will versuchen, schwerst beeinträchtigten Menschen bekannte, elementare Wahrnehmungserfahrungen zu ermöglichen, um sie in ihrem Erleben zu begleiten und ihre Fähigkeiten zu fördern.

Wann Pflege basal stimulierend ist, wird wie folgt beantwortet: Pflege sei strukturiert, vermittle eine Körper- und Umwelterfahrung, berücksichtige die Individualität des Patienten, sei sinngebend, heiße in Beziehung treten, begleite, unterstütze den Patienten auf seinem Weg. Basale Stimulation begänne schon mit dem ersten Händedruck, dem ersten Blickkontakt. Der Patient werde als gleichwertiger Partner, als ganzheitlicher Mensch gesehen. Maßnahmen sollen mit dem Patienten gemeinsam durchgeführt werden, sollen ein Angebot darstellen. Als Beispiele für solche Tätigkeiten werden erwähnt: basal stimulierende Ganzkörperwaschung, auch atemstimulierende Einreibung, als deren Grundlage die „Shiatsu-Massage“ [1]  genannt wird.

Es ist wichtig zu wissen, dass dieser Art Massage ein esoterisches Menschenbild zugrunde liegt ! Die Anwendung basal stimulierender Maßnahmen wird ausführlich in Form von Erfahrungsberichten in Fachzeitschriften veröffentlicht und soll auch an dieser Stelle nicht weiter vertieft werden.

Wie kann man als Christ diese Methode bewerten?

Zum einen sollten wir als Christen die Dinge auch fachlich hinterfragen, prüfen und nicht einfach alles „schlucken“, was heute so angeboten wird. Desweiteren sollen wir die Dinge auch geistlich sehen:

Fachliche Aspekte

Hierbei sind folgende Anfragen zu stellen bzw. folgende Aspekte zu betrachten:

  • Lassen sich Erfahrungen von schwerstbehinderten Kindern auf Erwachsene überhaupt übertragen?
  • Ist es möglich, durch körper- und berührungszentrierte Methoden vorgeburtliche oder frühkindliche Erfahrungen ins Bewusstsein zu rufen?
  • Werden an diese körperbetonten Maßnahmen nicht zu große Hoffnungen gesetzt, die außerdem teilweise totale Aufhebung von körperlicher Distanz beim Pflegepersonal erfordern (es ist z.B. zu lesen, dass die Pflegekraft auch mal zum Patienten ins Bett klettert!)
  • Man bekommt den Eindruck, dass kompetente Pflege nur noch durch basale Stimulation erreicht wird.

Geistliche Aspekte

  • Für Christen ist es eine Selbstverständlichkeit, sich dem Patienten ganzheitlich -im Sinne des biblischen Menschenbildes- zuzuwenden. Das heißt u.a. auch, dass wir über die körperliche Versorgung hinaus den Menschen in seiner Stellung vor Gott sehen: er ist immer Gottes Ebenbild und soll in einer lebendigen Beziehung zu seinem Schöpfer leben. Wir dürfen für oder mit dem Patienten beten, ihm Trost und Hoffnung von Gottes Wort her zusprechen.
  • Basale Stimulation wird teilweise mit anderen Methoden gekoppelt, denen unbiblische Menschenbilder zugrunde liegen, z.B. Shiatsu-Massage, Fußreflexzonenmassage.

Davon möchten wir uns aus Liebe zum Herrn und seinem Wort eindeutig distanzieren:

„Wer meine Gebote hat und hält sie, der ist es, der mich liebt. Wer mich aber liebt, der wird von meinem Vater geliebt werden und Ich werde ihn lieben und mich ihm  offenbaren.“

Johannes 14, 21

  • Grundsätzlich geht die in der Fachliteratur genannte sogenannte „ganzheitliche“ Betrachtungsweise des Patienten oft vom sogen. „holistischen“ Verständnis [2] aus, das dem biblischen Menschen entgegengesetzt ist.
  • Am Gleichnis des barmherzigen Samariters, das Jesus erzählt (Lukas 10, 30-37)) lernen wir, dass wir uns um Menschen in Notlagen  barmherzig und liebevoll kümmern sollen. Die Barmherzigkeit, die Gott uns zuerst erwiesen hat, sollen und dürfen wir ausnahmslos an alle Menschen weitergeben.
  • Wer selber Gottes Barmherzigkeit erfahren hat und weiß, dass er tagtäglich davon lebt, der darf sich in dieser Motivation aufmerksam und engagiert um die ihm anvertrauten Patienten bemühen – in fachlich kompetenter Weise und auch in geistlicher Hinsicht.

„Die Güte des Herrn ist’s, dass wir nicht gar aus sind; seine Barmherzigkeit hat noch kein Ende, sondern sie ist alle Morgen neu und deine Treue ist groß.“

Klagelieder 3, 22-23

In der ständigen Verbindung mit dem Herrn erhalten wir nach seiner Verheißung die Kraft dafür.

„Aber die auf den Herrn harren, kriegen neue Kraft, dass sie auffahren mit Flügeln wie Adler, dass sie laufen und nicht matt werden, dass sie wandeln  nicht müde werden.“

Jesaja 40,31

Wie froh dürfen wir sein, dass wir diesen lebendigen Herrn kennen dürfen, der den Menschen am besten versteht, auch in Krankheitssituationen. Er hilft auch uns in den Gesundheitsberufen, mit den uns anvertrauten Menschen so umzugehen, dass wir Zeugnis davon geben dürfen, wie sehr Gott den Menschen liebt und sich ihm zuwendet. Diese Zuwendung ist unvergleichlich höher, als die von Menschen entwickelten Methoden, auch wenn sie gut gemeint sind. Mit guter fachlicher Arbeit sollen wir Gott ehren und nie aus dem Blick verlieren, dass alle Menschen den Herrn selber brauchen, seinen Trost, ewiges Leben.

Fußnoten

[1] Shiatsu ist eine japanische Variante der Akupunktur, eine Art Druckmassage an bestimmten Punkten an Meridianen (willkürlich gedachte Druckpunkte, die auch der Zahlenmagie entstammen) und an Schmerzpunkten. Die Massage soll Stauungen (der Lebensenergie „Qi“) auflösen. Der Hintergrund ist wie bei der Akupunktur das Weltbild von Yin und Yang, die in einem ausgeglichenem Wechselspiel zusammenwirkten. Sie bringen die sogen. Lebensenergie „Qi“ hervor. Diese Lebensenergie ist eine unpersönliche Kraft. Verschiedene alternative Methoden gründen genau auf diesem Weltbild: wie Shiatsu haben sie zum Ziel, die gestörte Lebensenergie wieder ins Gleichgewicht zu bringen und Gesundheit wieder herzustellen.

[2] Holismus ist ein esoterisches Verständnis von der Ganzheit des Menschen. Darunter wird verstanden, dass der Mensch als Mikrokosmos mit der Welt/Umgebung als Makrokosmos im Gleichgewicht leben soll. Zwischen beiden bewegt sich unpersönliche Energie, die durch verschiedene Maßnahmen (wie z.B. verschiedene alternative Methoden in der Medizin)  immer wieder beeinflusst werden soll, damit der Mensch im Gleichgewicht lebt. Ein persönlicher, lebendiger Gott wird geleugnet, ebenso die Erlösungsbedürftigkeit des Menschen.


Ayurveda

Balsam oder Gefahr für Körper und Seele?

"Mit „Stirnguss“ und sanften Massagen zu Wohlbefinden und Ausge­glichenheit gelangen. Mit Ingwerwasser, Kurkuma und Butterschmalz entschlacken und entgiften. Im Blumenbad entspannen."
Die Idee

Ayurveda - eine mehr als 3500 Jahre alte Heil­me­thode aus Indien ver­spricht Vor­beu­gung und ganz­heitliche Heilung bei vie­len Krankheiten. Auch in Deutschland hal­ten ayurvedische Ele­mente Einzug in den Pflege- und Reha-Bereich, so z.B. die Aroma-Therapie.
Handelt es sich um eine weitere, kurz­lebige Blüte in der Wellness-Land­schaft oder eine lebensnahe Möglichkeit der Selbstbehandlung bei vielen Zivilisa­ti­onskrankheiten auch für Christen?

Die Geschichte

Ayurveda gilt als die älteste vollstän­dige Gesundheitslehre der Welt und be­deutet übersetzt „Wissen vom Leben“ Es ist ein Lebenskonzept mit morali­schen Katego­rien, ein System, das auch eine mög­lichst umfas­sende und zugleich einfache Antwort auf die Frage nach dem Sinn des Lebens zu geben ver­sucht.
Die Regeln dafür gaben „die Götter den Menschen in die Hand“, damit meinte man, dass das Wissen aus dem über­natürlichen Bereich stammt.
In den westlichen Staaten hat sich Ay­urveda vornehmlich in Form des Maha­rishi-Ayurveda etabliert. Maharishi Ma­hesh Yogi, als Guru der Beatles durch die Medien gegangen, investierte Millio­nen in die Idee „den Ayur-Veda in sei­ner Ganzheit wiederzubeleben“.

Das Konzept

Ayurveda sieht den Menschen als Mik­rokosmos und Abbild des ihn um­ge­ben­den Makrokosmos wie alles Leben­dige bestehend aus den Prinzi­pien Feuer, Wasser, Erde, Luft und Raum.
Diesen Elementen entsprechen die fünf Sinne Sehen, Schmecken, Rie­chen, Fühlen, Hören.
Für Ayurveda gründet sich mensch­li­ches Leben auf die Komponenten Kör­per, Sinnesorgane, Geist und Seele, Der Körper existiert als sicht­barer Leib, der über die Sinnesorgane mit der Au­ßen­welt in Verbindung steht. Als inneres Or­gan ist auch der Geist auf die Infor­mati­onen der Sinnesorgane angewie­sen. Die Seele schließlich prägt sich durch den Geist und das, was die Sinne aufneh­men.
Wie alles zusammenwirkt, beschreibt der Ayurveda mit dem Konzept der drei Doshas, („Lebensenergien“) Vata, Pitta und Kapha. Auch deren Qualitäten sind vom Mischungsverhältnis von Feuer, Wasser, Erde, Luft und Raum bestimmt.
Die Doshas charakterisieren die funda­mentalen Regulationssysteme des Kör­pers. Auf die Körperebene bezogen be­deutet Vata das, was sich aus der Akti­viät des Nervensystems ergibt und ist die Ursache von Be­wegung und Ak­tivi­tät. Pitta steht für wärmesteuernde en­zymatische Abläufe. Es soll den Hor­monhaushalt regulieren und an der Bil­dung von Geweben und dem Stoff­wechsel beteiligt sein. Kapha um­schreibt Funktionen des Immunsystems und steht für alles, was in und durch Körper­flüssigkeiten ge­schieht.
Die drei Doshas bestimmen auch die Eigenschaften von Menschen. Das Ver­hältnis der Anteile von Vata, Pitta, oder Kapha zueinander macht den Men­schen- oder Konstitutionstyp aus. Die Konstitution soll die Stärke eines Men­schen und seine Krankheitsbereitschaft erklären, seine Reaktionen auf Ernäh­rung, Medikamente, Sinneseindrücke, Klima usw.
Im heutigen Indien werden die wissen­schaftliche Medizin (in der Alter­nativme­dizin oft als Schulmedizin be­zeichnet) und Ayurveda als traditi­onelle Volksme­dizin gleichermaßen gelehrt. Es prakti­zieren dort schät­zungsweise 300 000 ayurvedische Heiler, darunter viele Ärzte.
Das Ziel einer ayurvedischen Behand­lung ist, die Selbstheilungskräfte des Or­ganismus zu aktivieren.

Plausibilität des Konzeptes

Die Stiftung Warentest schreibt dazu: Das Gesamtkonzept des Ayurveda ist nicht plausibel. Es ist geprägt vom Denken der Zeit, in der dieses Medizinsystem entstanden ist, und hat sich seitdem kaum weiterentwickelt. Die Erklärungen, wie Krankheiten entstehen und wie sie zu beeinflussen sind, müssen vor diesem Hintergrund gesehen werden und lassen sich nicht ohne weiteres auf unser heutiges Leben übertragen.

Die Mittel

Wann Substanzen arzneilich wirksam sind, definiert Ayurveda anders als die naturwissenschaftliche Pharmakologie.

Im Ayurveda ist die Wirkung bestimmt durch:

  • die Fähigkeit, im Empfänger Asso­ziationen, Stimmungen oder sons­tige Reaktionen auszulösen
  • ihren Einfluss auf die Doshas

Ein ayurvedisches Arzneimittel soll wir­ken durch:

  • den Geschmack. Süß Schmecken­des gleicht zum Bei­spiel zuviel Bit­teres im Körper aus;
  • seine physikalischen Eigenschaf­ten. Etwas Schweres erhöht das Körpergewicht;
  • das, was während des Verdau­ungs­prozesses aus ihm wird,
  • seine innere Kraft,
  • die spezielle Wirkstoffzusammen­setzung.

Ayurvedische Arzneimittel sind meist aus vielen Bestandteilen kombi­niert.

Untersuchung

Ziel ayurvedischer Medizin ist es, die jeweiligen Ursachen genau zu er­mitteln, die den Menschen aus seinem „inneren Gleichgewicht“ gebracht haben, und dann zu beseitigen.

  • Diagnose
    Ayurveda braucht zwei Diagnosen: die der Krankheit und die des Pati­enten. Die klassischen Methoden dafür sind sehen, fragen, hören, rie­chen und tas­ten.
    Ein ayurvedischer Arzt drückt körper­li­che Veränderungen in den Begrif­fen der Doshas aus. Wenn ein Dosha „krankhaft dominiert“ oder „ge­schwächt“ ist, führt das zu typischen Symptomen, die durch Gegenmaß­nahmen ausge­gli­chen wer­den müssen.
  • Pulsdiagnose
    Ein besonderes Verfahren stellt die Pulsdiagnose dar. Sie berücksichtigt viele verschiedene Pulsqualitäten (stark, schwach, drängend, flüchtig usw.). Der Puls wird mit 3 Fingern gefühlt. Daraus kann der ayurvedische Arzt Rück­schlüsse auf den Zustand der Doshas ziehen. Wenn der Ayurvedist durch Me­ditation seine intuitiven Fähigkeiten ge­schult hat, soll der sich mit seiner Vor­stellung im Körper des Gegen­über be­wegen können. Angeblich verfeinert und erweitert das die Mög­lichkeiten der Pulsdiagnose.
  • Pakriti-Analyse
    Hierbei soll die „Natur des Menschen“ bestimmt werden. Die „Prakriti“ soll mit der Geburt festgesetzt sein und das Le­ben hindurch bestehen bleiben. Ihre Ausprägung erhält sie durch astrolo­gi­sche Konstellationen, durch die Be­din­gungen während der Zeugung und Schwangerschaft u. viele andere Kom­ponenten.

Behandlung

Um die Doshas wieder in ihr ursprüng­liches Gleichgewicht zurück­zufüh­ren, werden meist verschiedene Methoden miteinander kombiniert.

  • Ernährung
    Da Lebensmittel und Gewürze auf die Doshas wirken sollen, kön­nen sie ein Ungleichgewicht ausglei­chen. Gekochte Nahrung gilt als bekömmlicher als Rohkost.
  • Reinigung (Panchakarma-Kur)
    Stoffwechselschlacken, von denen der Ayurveda meint, dass sie sich infolge der gestörten Doshas an­gesammelt haben, sollen gelöst und ausgeschieden werden.
    Dazu dienen das Fasten, Ganz­körperölmassagen, Wärme­dampf­bäder, Einläufe, das Auslösen von Erbrechen oder Niesen und der Aderlass. Auch das Trinken von warmer Butter (Ghee genannt) soll die Stoffwechselausscheidung för­dern. Allmählich wird auf eine bekömm­li­chere Ernährung umgestellt. Auch Yoga- Übungen gehören zur Reini­gungsbehandlung.
  • Medikamente
    Der Ayurveda benutzt zur Heilung Medikamente aus Pflanzen, Kräu­tern Mineralien und Metallen. Die Übergänge von Nahrungs­mit­tel, Gewürz- und Heilpflanzen sind fließend. Die Pflanze wird als Ganzes ver­wendet, nicht nur als medizinisch wirksamer Extrakt.
    Allerdings sind ayurvedische Me­di­kamente in Deutschland nicht zu­gelassen, da sie nicht den stren­gen deutschen Qualitätskon­trollen und Arzneimittelprüfungen ent­sprechen. In Deutschland muss in kontrollierten Studien die Wirk­samkeit nachgewiesen wer­den und es darf keine Schädigung für den menschlichen Körper von dem Medikament ausgehen.
    Bislang hat sich noch keine deut­sche Firma gefunden, die ayurve­dische Medikamente produziert. Viele Touristen bringen sich aus­ländische Medikamente mit oder lassen sich vor Ort damit be­han­deln. Davor muss jedoch gewarnt werden. Diese Mittel enthal­ten eine hohe Konzentration an Schwer­metallen wie Quecksilber, Blei, Ar­sen und können deshalb zu Ver­giftungen führen.
  • Yogaübungen und Medita­tion
    Körper- und Atemübungen, Übun­gen zur inneren Sammlung und Versenkung waren seit jeher Be­standteil von Ayurveda.
  • Farb-, Aroma- und Musik-(Klang)therapie
    Vom Konstitutionstyp eines Men­schen hängt es ab, welche Sinne besonders ansprechbar sind (Ge­ruchssinn, Geschmacks- und Ge­hörsinn). Die Anregung der Sinne soll die Doshas harmonisieren.
  • Wann werden die ayurvedi­schen Therapien angewen­det?
    Meist bei chronischen Krankhei­ten wie Rheuma, Bronchial­asthma, Allergien, Bluthochdruck oder Kopfschmerzen. Auch in der Nach­behandlung, im Anschluss an eine Chemotherapie, Strahlenbe­handlung oder Operation wird diese Therapie eingesetzt, um ei­nen Erholungseffekt zu bewirken und das natürliche „Gleichgewicht“ wiederherzustellen.
  • Ayurvedische Kurelemente
    Auch in Deutschland gibt es Be­handlungszentren für ayurvedi­sche Medizin. Eine Kur umfasst bis zu 24 verschiedene Behand­lungs­strategien. Alle Maßnahmen der Panchakarma-Kur sollen dazu die­nen, die „Schlacken- und Gift­stoffe im Körper zu lösen und auf natürli­chem Wege auszuschei­den“.
    Die Kur wird durch eine „Entgif­tungsmaßnahme“ eingeleitet. Dazu trinkt der Patient warme, ge­klärte Butter, Ghee genannt. Das Ghee soll sich über Verdauungs­trakt und Leber auf dem Blutweg in alle Zel­len des Körpers vertei­len. Die flüs­sige Butter soll helfen, die „Altlas­ten des Stoffwechsels“ zu beseiti­gen.

Verschiedene Formen ayurvedi­scher Anwendungen

  • Udvartana ist eine Ganzkörper-Peelingmassage mit einer Mi­schung aus Gersten- und Kicher­erbsenmehl, vermischt mit etwas Sesamöl. Sie regt den Stoffwech­sel an, wobei das Sesamöl eine beruhigende Wirkung auf alle drei Doshas haben soll, außer­dem desinfizierende Funktionen.
  • Abhyanga bedeutet so viel wie „liebende Hände“. Bei der Syn­chronmassage arbeiten zwei The­rapeuten parallel. Die Massage erfolgt nicht kraftvoll, sondern eher sanft.
  • Bashpa Svedana ist die gebräuch­lichste Form der Wärmetherapie. Der Körper liegt in einem Holz­kasten und wird mit dosha-ge­rechten Heilkräuterdämpfen be­handelt.
  • Pizzichilli: Der „Königsguss“ ist eine Be­handlung unter einem warmen Öl­strahl. Dabei sollen die Wirkungen von Massage-, Öl- und Wär­methe­rapie vereint zur Geltung kommen. Während der Anwendung wird die Temperatur des Öls behutsam er­höht.
  • Shirodhara ist ein Stirnguss mit Sesamöl. In langsamen Pendelbe­wegungen wird das Öl für eine knappe halbe Stunde über die Stirn gegossen. Der Stirnguss soll aus­gleichend und beruhigend auf das vegetative Nervensystem wir­ken. Er wird bei Kopfschmerzen, hohem Blutdruck und Tinnitus an­gewen­det.
  • Netra-Tarpana: Bei dieser Augenbehandlung wird ein Teigring um die Augen ge­legt und körperwarmes Ghee in die Augenhöhlen gegossen. Das Ghee soll beruhigend auf rote und ge­reizte Augen wirken.
  • Blumenbad: Das Blumenbad ist der Abschluss einer Ayurveda-Kur. Dabei wer­den Sandelholz und Blütenessenzen verwendet wobei, das Wasser re­lativ kalt ist.

Verschiedene Elemente dieser Kur ha­ben in Reha- und Wellnesseinrich­tun­gen Einzug gehalten.

Zusammenfassung

Ayurveda ist ein Lebenskonzept, das aus dem übernatürlichen Be­reich stammt und aus dem die tra­ditionelle indische Heilkunde ihr Wissen schöpft.

Unter anderem besagt Ayurveda:

  • Der Mensch ist als Mikrokosmos ein Abbild des ihn umgebenden Makrokosmos.
  • Alles Lebendige besteht aus den Prinzipien Feuer, Wasser Erde, Luft und Raum, entsprechend den fünf Sinnen des Menschen.
  • Die drei „Doshas“ Vata, Pitta, Kapha charakterisieren die fun­da­men­talen Regulationssysteme des Körpers und bestimmen gleichzei­tig den Konstitutionstyp des Men­schen. Die Konstitution erklärt die Stärke eines Menschen, und seine Schwachstellen, seine Krankheits­bereitschaft, seine Re­aktionen auf Ernährung, Medika­mente, Sinnes­eindrücke usw.

Wissenschaftliche Beurteilung

Ayurveda erfreut sich mittlerweile auch in westlichen Ländern großer Be­liebt­heit, Deutschland eingeschlossen. Die Wirksamkeit des kompletten Medizinsystems des Ayurveda ist jedoch nicht nachgewiesen.

Bei den wissen­schaftlichen Untersu­chungen, die sich auf 70 in Südasien von verschiede­nen Herstellern produzierte ayurvedi­sche Präparate bezogen, wurden Schwer­me­talle, wie Blei, Quecksilber und Arsen in einer potentiell toxischen Konzent­ra­tion nachgewiesen.

Die Hälfte der Präparate wurde dabei sogar für Kinder empfohlen!

In Deutschland sind mehrere Vergif­tungsfälle bekannt geworden.

Bei Patienten, die Produkte der ayur­ve­dischen Medizin einnehmen, wird Ärzten dringend zur Entnahme von ent­spre­chenden Blutproben geraten!

Zudem sind manche Ernährungsvor­schriften ernährungswissenschaftlich fragwürdig, wie z.B. die Empfehlung keine Rohkost zu essen (Die Deut­sche Gesellschaft für Ernährung DGE emp­fiehlt tgl. eine Portion Roh­kost) und der Verzicht auf Nahrungsmittel wie Pap­rika, Kohl, Hülsen­früchte usw.

Aus diesen Ausführungen ergibt sich, dass Ayurveda als allgemeines Behandlungskonzept zur Behandlung von Krankheiten und Störungen nicht geeignet ist.

 

Geistliche Beurteilung

Um eine Methode geistlich zu prüfen, müssen wir das dieser Methode zugrunde liegende Welt- und Men­schenbild anhand des Wortes Gottes prüfen.

Die Vorstellung, dass der Mensch als Mikrokosmos eine Projektion des ihn umgebenden Makrokosmos (Univer­sum) sein soll, ist unbiblisch. Gottes Wort of­fenbart uns, dass der Mensch als Eben­bild Gottes, des Schöpfers ge­schaffen wurde (1.Mose 1,27). Er ist kein Abbild der Schöpfung Gottes.

Zu dieser oben genannten sogen. Pro­jektionslehre gehört die Vorstel­lung, dass ein bestimmter Teil des menschli­chen Körpers seinerseits eine getreue Widerspiegelung des – Mikro­kosmos - des Menschen nach Leib und Seele sei.

Es gibt unterschiedliche Auffassungen darüber, welcher Körperteil das Medium ist, das einen genauen Einblick sowohl in seine verborgenen Organe und Krankheiten, als auch in seinen Cha­rakter und psychischen Zustand ver­mit­telt. Der Ayurveda benutzt hierzu den Puls. Er sucht mit Hilfe der Pulsdia­gnos­tik nach den genannten Merkma­len.

Das ist diagnostische Zeichen­deu­te­rei ! (5.Mose 18)

 

Das Krankheitsverständnis eines Ay­urveda unterscheidet sich grund­le­gend von einem naturwissen­schaft­li­chen Krankheitsverständnis. Ge­sund­heit be­deutet im Ayurveda, in Harmonie mit sich und seiner Um­welt zu sein. Das wird durch die Balance der elementaren Lebenskräfte erreicht, die auch Körper­säfte oder Doshas genannt werden.

Hier haben wir es mit einem unbib­lisch-energetischen Weltbild zu tun. Dabei handelt es sich um den Glau­ben an eine unsichtbare, universelle Kraft oder Energie, die als letzte Wirk­lichkeit hinter der sichtbaren Welt ste­hen soll. Wir kennen solche Begriffe wie z.B. Tao, Prana (Hindu­ismus), Lebens­ener­gie, Bioenergie, Reiki, Ying (nega­tive Energie), Yan (positive Energie) aus an­deren fernöstlichen Denksystemen.

Durch diese universelle „kosmische Kraft bestehe ein kosmischer Zu­sam­menhang zwischen der Schöpfung (Universum und Natur) und den Men­schen. Im Ayurveda werden diese Energien als Doshas, elementare Lebens­kräfte, be­zeichnet.

Diese Sichtweise ist als unbiblisch ab­zulehnen. Gottes Wort offenbart uns, dass Gott nur den Leib aus der Erde bil­dete. Aus diesem Grund gibt es lediglich einen Zusammenhang zwischen dem menschlichen Leib und der Erde, und zwar nur in materieller, physisch-chemi­scher Hinsicht, niemals aber in immate­rieller metaphysischer Hinsicht.

Fazit

Ayurveda ist eine alternativmedizini­sche Methode mit fernöstlichem Hinter­grund. Da die unbiblische Wurzel (das Menschenbild) nicht von der Frucht (die ayurvedischen Heilmethoden) zu tren­nen ist, müssen wir sie als Christen ab­lehnen und über evtl. durchgeführte An­wendungen Buße tun.

Quellenangaben

Handbuch: Die andere Medizin Stiftung Warentest 1996 und 2005
Medizin und Weltbild Els Nannen 1996 (Vertrieb CDK e.V.)
Bayrischer Rundfunk
Apotheken Umschau und Gesundheit

Deutsches Ärzteblatt online 17.12.2004 http://www.aerzteblatt.de