Diagnostik in der Schwangerschaft
Ja, Nein, Vielleicht?
Wenn die Frau voller Erwartung und mit Herzklopfen den Teststreifen in den Urinbecher taucht und dieser nach wenigen Minuten zwei Balken zeigt, macht die Seele einen Freudensprung. Die überwältigende Vorstellung, dass kürzlich im eigenen Körper neues Leben entstanden ist, lässt sich gar nicht richtig fassen. Am liebsten würde man es in die ganze Welt hinausjubeln. Viele Paare behalten diese Freudenbotschaft jedoch einige Wochen noch ganz für sich. Denn mit der Freude wächst gleichwohl die Sorge; die Sorge, es könnte doch noch schiefgehen mit dem neuen Leben – insbesondere in den ersten zwölf Wochen, wenn das Risiko einer Fehlgeburt am höchsten ist. Schon zu Beginn einer Schwangerschaft, bevor man dieses Wunder selbst realisiert hat und während man sich emotional ordnen muss, wird man beim Frauenarzt mit diversen Untersuchungen konfrontiert, der sogenannten Pränataldiagnostik (prä = vor; natal = geburtlich; Diagnostik = Untersuchung). Im weiteren Sinne umfasst die Pränataldiagnostik jegliche Untersuchungen, die während der Schwangerschaft an der Schwangeren oder am Kind durchgeführt werden.
Einerseits gibt es zum Beispiel Blutdruck-, Urin- und Gewichtskontrollen, sowie die drei Standard-Ultraschalluntersuchungen entsprechend der Mutterschaftsrichtlinien. Und andererseits erstreckt sich, oft auf hübschen Flyern beworben, eine Palette an möglichen Untersuchungen, die überwiegend selbst bezahlt werden müssen. Hierbei handelt es sich in der Regel um Untersuchungen, die eine Aussage darüber treten sollen, inwiefern das Kind im Bauch auch dem gesunden, fehlbildungsfreien Wunschkind entspricht. Auf diese Art der Pränataldiagnostik im engeren Sinne und insbesondere auf ihre ethische Beurteilung und praktischen Auswirkungen wird im Folgenden näher eingegangen.
Gängige pränataldiagnostische Methoden
Als ungefährliche, nicht-invasive Diagnostik wird den Schwangeren in der Regel das Ersttrimester-Screening, der Feinultraschall und ein molekulargenetischer Bluttest, auch Nicht Invasiver-Pränataltest (NIPT) genannt, angeboten. Zu betonen ist hier, dass sich das Adjektiv „ungefährlich“ darauf bezieht, wie niedrig die Wahrscheinlichkeit ist, dass das Kind im Mutterleib beim Durchführen der Diagnostik Schaden nimmt. Beim Ersttrimester-Screening wird aus verschiedenen Faktoren (Hormonspiegel, Nackenfaltentransparenz und weiteren Parametern wie Alter der Mutter, medizinische Vorgeschichte, Raucherstatus, gegebenenfalls Nasenbeinverknöcherung, etc.) eine Wahrscheinlichkeit errechnet, mit der eine Veränderung des kindlichen Erbgutes oder andere Fehlbildungen auftreten könnten. Findet sich ein ausfälliges Ergebnis, wird zu weiterer invasiver Diagnostik geraten. Beim Feinultraschall werden die Organe des Kindes, sowie Nabelschnur, Plazenta und umgebende Gefäße von einem Spezialisten besonders genau und intensiv beurteilt und ausgemessen. Empfohlen wird dieser Ultraschall bei Auffälligkeiten im Rahmen der Untersuchungen gemäß der Mutterschaftsrichtlinien, beziehungsweise entsprechenden Risikoschwangerschaften. Er wird häufig auch ohne diese vorherige Risikokalkulation auf eigene Kosten der Schwangeren durchgeführt. Wo besonders viele Messdaten erhoben werden, ohne dass im Vorhinein von einem erhöhten Risiko auszugehen ist, muss man sich immer dessen bewusst sein, dass Abweichungen von der Norm nicht zwangsweise mit Krankheit einhergehen, aber dennoch Unsicherheit zurücklassen. Relativ neu im Portfolio der Pränataldiagnostik ist der NIPT. Hierbei handelt es sich lediglich um eine Blutentnahme bei der Mutter. Es werden dann Häufigkeiten verschiedener fetaler DNA-Fragmente im mütterlichen Blut ausgezählt. Darüber können Rückschlüsse auf den fetalen Rhesusfaktor, sowie auf eventuelle Erbgutabweichungen gezogen werden (Trisomie 13, 18, 21 und Abweichungen der X- und Y-Chromosomen). Durch das Ermitteln des Rhesusfaktors des Kindes kann bei einer Rhesus-D-negativen Mutter die Gabe von möglicherweise nicht notwendigen Immunglobulinen verhindert werden. Die molekulargenetischen Bluttests haben eine recht genaue Vorhersagekraft. Aber auch hier muss beachtet werden, dass ein Ergebnis bei einer Schwangeren, die vorher kein Risikoprofil für das Gebären eines kranken Kindes hat, nur eine eingeschränkte Aussagekraft bietet.[1,2] Invasive Pränataldiagnostik kommt in der Regel nur dann zum Einsatz, wenn sich bei der nicht-invasiven Diagnostik ein erhöhtes Risiko für eine Erbkrankheit oder Fehlbildung ergibt. Jede dieser invasiven Methoden erhöht das Fehlgeburtsrisiko – wenn auch oft nur in geringem Ausmaß – eines möglicherweise gesunden Kindes. Am häufigsten wird eine Amniozentese (Fruchtwasseruntersuchung) durchgeführt. Aber auch eine Chorionzottenbiopsie (Plazentapunktion) oder Chordozentese (Nabelschnurpunktion) kann erfolgen. Bei letzterem Eingriff können nicht nur Aussagen über genetische Stoffwechselerkrankungen oder Chromosomenveränderungen getroffen werden, sondern es können auch Tests auf bestimmte Antikörper und Bluterkrankungen, sowie in therapeutischer Hinsicht eine Bluttransfusion für das Ungeborene erfolgen.[3,4]
Umgang mit Pränataldiagnostik als Christ
Zugespitzt kann man sagen, dass der Großteil der pränatalen Diagnostik im engeren Sinne auf eine Abtreibung eines möglicherweise kranken Kindes abzielt. Als Christ ist man zwar nach dem Prinzip aus dem 14. Kapitel des Römerbriefes in vielen Alltagsentscheidungen seinem von Gott gegebenen Gewissen unterworfen. Das Ermorden eines Menschen, egal ob geboren oder ungeboren, fällt aber nicht in diese Kategorie. Hier finden wir in 2. Mose 20,13 eine klare Aussage: „Du sollst nicht töten!“ Damit wird von Gott jedes Leben als lebenswert eingestuft. Auch wenn für christliche Paare feststeht, dass sie ihr Kind unter keinen Umständen abtreiben würden, klingt es verlockend, vorher wissen zu können, ob das Kind gesund ist oder man sich auf ein krankes Kind einstellen muss. Bevor man sich dafür entscheidet eine risikoarme, nicht-invasive Pränataldiagnostik, wie zum Beispiel den NIPT oder das Ersttrimester-Screening, in Anspruch zu nehmen, sollte man sich folgender Umstände bewusst sein: Eine solche Diagnostik kann lediglich 4,5% aller Behinderungen überhaupt erkennen. 95,5¿% der körperlichen und geistigen Einschränkungen entstehen erst im Laufe des Lebens. Was die Untersuchungen ebenfalls nicht leisten können, ist eine Aussage darüber zu treffen, wie hoch das Maß der Auswirkung einer gefundenen Auffälligkeit im Leben des noch nicht geborenen Menschen sein wird. Sowohl das Ersttrimester-Screening als auch der NIPT zeigen nur ein Risiko für eine Erkrankung an, begründen aber keine Diagnose. Tritt der Fall ein, dass ein Testergebnis ein erhöhtes Risiko für eine angeborene Erkrankung angibt, wie zum Beispiel das Down-Syndrom, dürfte das Gefühl der Angst und Sorge im Vordergrund stehen. Falsch-positive Ergebnisse sind insbesondere beim Ersttrimester-Screening aber leider keine Seltenheit. Deshalb wird bei einem auffälligen Ergebnis eine invasive Folgediagnostik (zum
Beispiel eine Amniozentese, Chorionzottenbiopsie oder Chordozentese) empfohlen, die das bereits oben erwähnte Fehlgeburtsrisiko mit sich bringt. Nur in ca. 4% der Fälle zeigen sich in dieser Folgediagnostik tatsächlich genetische Veränderungen.[5] Konkret bedeutet dies: Zwischen Ersttrimester-Screening und weiterführender Diagnostik liegen quälende Tage bis Wochen voller Ungewissheit und Sorge und man unterzieht Mutter und Kind einer medizinischen Maßnahme, die bei einem (oft kerngesunden) Kind ein erhöhtes Fehlgeburtsrisiko in Kauf nimmt. Werden bereits bei den Standard-Vorsorgeuntersuchungen gemäß der Mutterschaftsrichtlinien Anzeichen für eine Erkrankung des Kindes gefunden, wird der Gynäkologe zu weiteren, angemessenen Untersuchungen raten. Wird in dieser Situation beispielsweise ärztlicherseits ein Feinultraschall empfohlen und durchgeführt und die Hinweise auf eine Fehlbildung festigen sich, sollte zum Wohl des Kindes in einer größeren Klinik mit Neonatologie entbunden werden. Die Therapie eines nachweislich kranken Kindes vor der Geburt ist nur enorm selten, zum Beispiel im Rahmen einer fetalen Bluttransfusion, möglich und nötig. Genetische Veränderungen sind aktuell pränatal nicht therapierbar und die operative Fetalmedizin ist risikoreich und beendet sich in einem experimentellen Stadium.[3] Um dem Für und Wider jeglicher Diagnostik in der Schwangerschaft aus dem Weg zu gehen, könnte man sich auch dafür entscheiden, diese vollständig abzulehnen. Man darf hierbei aber nicht außer Acht lassen, dass Eltern schon vor der Geburt Verantwortung für ihr Kind tragen. Wenn die medizinischen Mittel zur Verfügung stehen, das Wohl von Mutter und Kind zu fördern, dann sollte dies im Rahmen der Vorsorgeuntersuchungen auch wahrgenommen werden. Abseits der Frage, ob ein Kind im Mutterleib getötet werden sollte, bleibt es am Ende die Entscheidung der Eltern, welche diagnostischen Optionen sie in der Schwangerschaft durchführen lassen wollen. Bei dieser Entscheidung unterliegen sie keinem menschlichen Gesetz, sondern ihrem Gewissen vor Gott. Wichtige Prinzipien, die dabei einbezogen werden sollten, sind, ob ein therapeutisches Ziel aus dem Ergebnis der Diagnostik erfolgen kann oder ob das Leben des Kindes und das der Mutter unnötig gefährdet werden.
Einfluss der Pränataldiagnostik auf unsere Gesellschaft
Die Möglichkeit, eine pränatale Diagnostik durchzuführen, stellt nicht nur werdende Eltern in ihrer konkreten Situation vor viele Fragen, sondern sie hat auch Auswirkungen auf unsere Gesellschaft und den Zeitgeist und umgekehrt. Mithilfe der Pränataldiagnostik kann man schon vor der Geburt eines Kindes Informationen über dessen Gesundheitsstatus erlangen. Die Frage, die sich zwangsläufig daraus ergibt, ist, welche Konsequenzen eine Nation oder auch Einzelpersonen daraus ziehen. In unserem Grundgesetz steht, dass die Würde des Menschen und somit auch sein Leben unantastbar sind. Dennoch wurde von den Volksvertretern unseres Landes festgelegt, dass in bestimmten Fällen Leben im Mutterleib getötet werden darf. Darunter fällt das Leben, bei dem es Hinweise auf bestimmte Gendefekte, wie zum Beispiel Trisomie 21, gibt. Durch den bereits vorherrschenden Zeitgeist geprägt wurde in Deutschland entschieden, dass die Lebensqualität der Mutter gegen das Leben des Kindes abgewogen werden darf. Die Idee, dass diese zwei Güter überhaupt gegeneinander abgewogen werden dürfen, entsteht dadurch, dass die Selbstbestimmung rechtlich wie moralisch höher gewertet wird als das Leben. Dies wurde kürzlich durch ein Urteil vom Bundesverfassungsgericht in Bezug auf die deshalb jetzt gestattete Suizidbeihilfe bestätigt. Die überaus hohe Wichtigkeit, die der Selbstbestimmung beigemessen wird, lenkt den Blick der Einzelnen weg vom Nächsten und weg von der Gesellschaft als Ganzes hin zu sich selbst und nährt infolgedessen den Egoismus dieser Einzelnen. Die Inanspruchnahme der Pränataldiagnostik ist folglich häufig ein Ausdruck dieser starken Selbstbezogenheit. Wenn man sich aller Konsequenzen im Vorhinein bewusst ist, kann man die Motivation für die Untersuchungen wie folgt zuspitzen: „Ich möchte kein behindertes Kind haben und bin bereit, dafür menschliches Leben zu töten.“ Beim Umhören unter werdenden Eltern oder jenen, die es gerne werden wollen, trifft man oft auf weniger eindeutige Aussagen zu diesem Thema. Während die meisten „zur Beruhigung, dass alles in Ordnung ist“ eine pränatale Diagnostik durchführen lassen wollen, stößt man auf enorme Unsicherheit bei der Frage, ob sie ein vermeintlich krankes Kind abtreiben würden. Diese Unsicherheit entpuppt sich als lebensgefährlich für das ungeborene Kind, denn einer aktuellen Studie zufolge werden in Europa geschätzt mehr als die Hälfte der Kinder mit entsprechender pränataler Diagnose beziehungsweise pränatalem Risiko abgetrieben. In Medienberichten der Welt oder des Spiegels wird erwähnt, dass es sogar noch deutlich mehr sind.[6] Die meisten Schwangeren würden die Veranlassung einer Pränataldiagnostik vielleicht sogar mit dem Kindswohl begründen, indem sie behaupten zu wissen, das Sterben im Mutterleib sei für das Kind besser als ein womöglich kurzes Leben mit gesundheitlichen Einschränkungen. Menschen entscheiden hier in einem Land der Selbstbestimmung über Lebensqualität und Leben anderer. Natürlich gibt es auch Eltern, die auf die pränatale Diagnostik verzichten und ein Kind mit abnormaler Genetik zur Welt bringen oder die ihr Kind trotz auffälligen, pränatalen Befunds zur Welt bringen. Sie bejahen das Leben und maßen sich nicht an, über die Würde und Lebensqualität eines anderen Menschen zu urteilen. Wenn man sich in Internetforen oder gar in seinem privaten Umfeld unter Betroffenen umhört, die ein Kind mit Behinderung, wie dem Down-Syndrom, zur Welt gebracht haben, findet man quasi niemanden, der im Nachhinein sagt, er hätte lieber abgetrieben. Im Gegenteil sehen sich viele dieser Paare unter einem Rechtfertigungsdruck ausgehend von der Gesellschaft, wieso sie das Leben ihres gesundheitlich eingeschränkten Kindes nicht verhindert haben.[7] Hier kristallisiert sich heraus, wie es in unserem Land wirklich um die überall propagierte und von der Politik stolz vor sich her getragene „Toleranz und Gleichberechtigung“ steht. Eine Frage, die sich aus der gesetzlichen Legalität des Tötens eventuell kranker, ungeborener Kinder ergibt, ist, wieso Leben mit Behinderung nicht generell beendet wird, wenn es entsprechend der Mehrheitsmeinung nicht lebenswert erscheint? Wo ist der Unterschied, ob es vor oder nach der Geburt geschieht? Wer kann und darf Entscheidungen über die Menschenwürde und das Leben anderer treffen? Abgeordnete im Bundestag, die sich möglicherweise keine tiefgehenden Gedanken über diese Situationen gemacht haben und ihnen ferner stehen denn je? Emotional aufgeriebene Eltern, denen es bei einem „schlechten Ergebnis“ der Pränataldiagnostik kaum möglich ist einen einzigen klaren Gedanken zu fassen? Angehörige am Rande der Belastungsgrenze? Das Leben von jedem von uns ist in Gefahr, wenn es derartiger menschlicher Willkür unterliegt. Daraus leitet sich die Notwendigkeit ab, dass es eine übergeordnete (göttliche) Macht geben muss, um Leben und Menschenwürde zu garantieren. Als Christen dürfen wir wissen, dass dies der Gott der Bibel ist. In seinem Wort lässt er uns unmissverständlich wissen, dass wir uns für das Leben – insbesondere von Kindern – und gegen den Mord einsetzen sollen:
Aus dem Mund von Kindern und Säuglingen hast du ein
Lob bereitet um deiner Bedränger willen, um den Feind
und den Rachgierigen zum Schweigen zu bringen.
Psalm 8,3Was ist der Mensch, dass du an ihn gedenkst, und der
Sohn des Menschen, dass du auf ihn achtest?
Psalm 8,5Aber Jesus rief sie zu sich und sprach: Lasst die Kinder
zu mir kommen und wehrt ihnen nicht, denn solcher ist
das Reich Gottes.
Lukas 18,16
Fazit
Bevor man sich Gedanken über medizinische Diagnostik im Rahmen einer Schwangerschaft macht, sollte man sich als Christ zweier Dinge bewusst sein:
1. Jedes noch so kurze Leben ist in Gottes Augen würdig und vollendet; auch das Leben eines Kindes mit genetischen Auffälligkeiten, die nur eine geringe Lebenserwartung erhoffen lassen.
2. Jedes Ehepaar sollte bereit sein auch ein behindertes Kind (gegebenenfalls mit Hilfe) zu lieben und nach Gottes Willen groß zu ziehen. Man sollte darüber nachdenken, darüber mit seinem Ehepartner sprechen und kein Tabu-Thema daraus machen. Gleichzeitig müssen wir als Christen immer wieder darauf achten, dass unser Bild von Familie nicht durch Mainstream-Medien und eine Schein-Idylle, wie sie oftmals in den sozialen Netzwerken zu finden ist, geprägt wird, sondern durch die Bibel. Um in diesem Zusammenhang auf die pränatale Diagnostik zurückzukommen, sollten wir uns folgendes vor Augen führen: Mit dem Verschmelzen von Eizelle und Spermium entsteht neues Leben und ab diesem Zeitpunkt besteht auch eine elterliche Fürsorgepflicht. Das Wohl des Kindes sollte höchste Priorität haben. Alle pränatale Diagnostik, die das Leben und die Gesundheit des Ungeborenen und der Schwangeren fördert, kann dazu beitragen. Pauschal zusammengefasst fallen darunter alle Untersuchungen, die im Rahmen der Mutterschaftsrichtlinien durchgeführt werden. Pränatale Diagnostik im engeren Sinne, die die Existenz des Kindes durch eine Abtreibung zur Diskussion stellt, sollte als Christ abgelehnt werden. Der Weg zum Designer- Baby scheint heute nicht mehr allzu weit zu sein. Doch der Gläubige steht immer wieder vor der Frage: Vertraue ich Gott oder vertraue ich der Medizin, und damit Menschen, um Sicherheit, Beruhigung oder erfüllte Wünsche zu erlangen.
[2] „Rechnung mit vielen Unbekannten“, Deutsche Hebammen Zeitschrift. https://www.dhz-online.de/archiv/archiv-inhalt-heft/archiv-detail-leseprobe/artikel/rechnung-mit-vielen-unbekannten/ (zugegriffen 20. Mai 2022).
[3] „Vorgeburtliche Therapien: Pränataldiagnostik | Was? Wie? Wozu?“ http://www.xn--prnatal-info-hcb.at/de/moeglichkeiten-bei-auff aelligen-befunden/vorgeburtliche-therapien-der-ungeborene-patient.html (zugegriffen 13. November 2021).
[4] „Was ist Pränataldiagnostik?“ https://www.pnd-beratung.de/was-ist-praenataldiagnostik/#zahlen-und-fakten (zugegriffen 10.November 2021).
[5] „Ersttrimester-Screening: Untersuchungen zur Risikoeinschätzung“. https://www.familienplanung.de/schwangerschaft/praenataldiagnostik/risikoeinschaetzungen/ (zugegriffen 21. Mai 2022).
[6] G. de Graaf, F. Buckley, und B. G. Skotko, „Estimation of the number of people with Down syndrome in Europe“, Eur J Hum Genet, Bd. 29, Nr. 3, Art. Nr. 3, März 2021, doi:10.1038/s41431-020-00748-y.
[7] Spiegelautorin – anonym, „Die Angst vor dem eigenen Kind“, DER SPIEGEL, Bd. 30, S. 32–34, Juli 2022.
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Kinder stark machen
Dem Genderwahn mir Hilfe von Gottes Wahrheit begegnen
Im Jahr 2022 kam ein neuer Disney-Kinderfilm in die deutschen Kinos. Dieser besondere Film wird von dem christlichen Journalisten Brett McCracken wie folgt beschrieben: „Der neueste Film ‚Strange World‘ ist der erste Disney-Kinderfilm mit einer offen schwulen Hauptfigur, die Homosexualität des Protagonisten und eine Romanze mit einem anderen Teenager spielen eine wesentliche Rolle. Die Beziehung wird von der Familie gefördert – die Filmemacher wollen ganz klar, dass die Kindergartenkinder im Publikum davon ausgehen, dies sei so natürlich.“ Es verblüfft darüber hinaus, dass diese Themen im Trailer des Films keinerlei Erwähnung, nicht einmal Andeutung finden. Versteckte Indoktrination in Reinform!
Am Beispiel dieses Films können wir sehen, wie stark unsere Kinder von Gender-Themen umgeben sind und von klein auf in ihrem Denken umerzogen werden. Die LGBTQ-Bewegung hat es geschafft, das biblische Symbol des Regenbogens für sich zu vereinnahmen und inhaltlich neu zu füllen. Umso wichtiger ist es, dass wir ihnen erklären, dass Gott sich genau zwei Geschlechter ausgedacht hat: Mann und Frau. Und diese sind nicht frei wählbar. Ganz anders behauptet es die Gender-Bewegung. Sie behauptet, dass erst dann, wenn ein Mensch das eigene Geschlecht frei wählen kann, er frei von jeglichen einengenden Stereotypen und gesellschaftlichen Zwängen ist und sich individuell entfalten kann.
Was als große Selbstbestimmung und Errungenschaft proklamiert wird, ist jedoch alles andere als Freiheit und erfülltes Leben. Die konservative Autorin Birgit Kelle bringt es auf den Punkt: „Schon jetzt lässt sich feststellen, dass die große ‚Befreiung‘ des Menschen durch Gendergerechtigkeit in Wahrheit nichts mit Freiheit zu tun hat, sondern nur mit der Verschiebung von Machtverhältnissen, der Schaffung anderer Verbote und neu konstruierter Normen. Es wartet kein befreites Paradies hinter dem gendersensiblen Regenbogen, es wechseln nur die Aufseher. […] Wer die Normen angreift, muss sich im Klaren sein, dass er damit auch Stabilität und Zusammenhalt aufgrund bisheriger Werte über Bord wirft und Risiken schafft, deren Folgen noch niemand absehen kann. Zerstörung schafft zunächst Trümmer.“ (??? Noch Normal? Das lässt sich gendern. Gender-Politik ist das Problem, nicht die Lösung. FinanzBuch Verlag (2020), S. 12.)
Weiter formuliert Kelle, dass die Gender-Bewegung längst nicht mehr eine Minderheitenbewegung ist, die bei der Mehrheit der Gesellschaft nach Akzeptanz sucht, sondern eine Bewegung, die „[…] die Zerstörung der Normalität als erklärtes Ziel propagiert, um den neuen Menschen aus den Ruinen wieder auferstehen zu lassen, falls er danach nicht verkrüppelt sein sollte.“ (???Noch Normal? Das lässt sich gendern, S. 13.)
Vor dieser Zerstörung müssen wir unsere Mitmenschen und unsere Kinder schützen. Den Lügen der Gender-Ideologie müssen wir Gottes Wahrheit entgegenstellen!
Wie können wir unseren Kindern einen biblischen Umgang mit der Gender-Ideologie nahebringen, ohne sie zu überfordern?
Die zwangsläufige Auseinandersetzung mit der Geschlechter-Frage ist eine Chance, um unseren Kindern die göttliche Schöpfungsordnung zu vermitteln. Die große Herausforderung dabei besteht darin, eine gesunde Balance zu finden, sodass unsere Kinder einerseits vor den schädlichen Auswirkungen der Gender-Propaganda geschützt und abgeschirmt werden (erst recht, wenn sie noch sehr klein sind). Andererseits müssen sie jedoch auch von uns inhaltlich vorbereitet werden, sodass sie den schädlichen Lügen der Gender-Ideologie Gottes Wahrheit entgegensetzen können und aus eigener Überzeugung heraus einen gefestigten Charakter entwickeln, um diese Lügen nicht zu glauben oder gar ihr Leben danach auszurichten.
Zusätzlich müssen wir ihnen starke Argumente an die Hand geben, um auch in dieser Diskussion Salz und Licht in einer gottlosen Welt zu sein (vergleiche Philipper 2,14–16), die die Selbstbestimmung – unter anderem für das eigene Geschlecht – zu ihrem Gott gemacht hat und auch in dieser Frage die biblische Wahrheit und rettende Botschaft des Evangeliums hören muss.
Praktische Hilfen für die Stärkung unser-er Kinder im Umgang mit der Gender-Ideologie
- Gottes Ordnung anhand von Bibelstellen erklären:
Die Stellen gemeinsam in der Bibel lesen und den Kindern nachweisen, dass die Realität von den zwei Geschlechtern männlich und weiblich nicht nur unsere persönliche Privatmeinung, sondern eine von Gott gegebene Ordnung ist, die das Beste für den Menschen im Sinn hat. - Unsere Kinder vor unschönen Details, Begriffen und vor detaillierten Darstellungen und Ausführungen der ausgelebten Sünde bewahren: Unzucht aber und alle Unreinheit oder Habsucht soll nicht einmal bei euch erwähnt werden, wie es Heiligen geziemt. (Epheser 5,3)
- Den Kindern erklären, dass Gottes Ordnung ein Schutz für den Menschen ist: Gott möchte dem Menschen dadurch nichts Gutes wegnehmen oder vorenthalten.
- Ihnen ebenfalls erklären, dass Menschen, die sich im falschen Geschlecht geboren fühlen oder der Gender-Ideologie glauben, unser Gebet, unsere Nächstenliebe und im Letzten Jesus brauchen: Gott hasst die Sünde, aber liebt jeden Sünder.
- Als Eltern selbst Vorbild sein und Gottes Rollenbild eindeutig vorleben: Unsere Taten müssen unsere Worte unterstreichen und nicht durchstreichen. Gott hat die Männer dazu berufen, die Familie sanftmütig und besonnen zu führen (vergleiche Epheser 5,25ff. und 1. Petrus 3,7) und die Frauen dazu berufen, sich dieser Führung willig, freudig und respektvoll als beratende Gehilfin unterzuordnen (vergleiche Epheser 5,22–33 und 1. Petrus 3,1–2). Auf die Frage der Ausgestaltung der biblischen Rollenbilder kann hier nicht ausführlicher eingegangen, aber mithilfe folgender Lektüre weiter geforscht werden:
- Glewichwertig, aber nicht gleichartig | Alexander Strauch: Kurz und knapp!
- Zweimal einmalig – eine biblische Studie | John Piper, Wayne Grudem (Hrsg.)): Sehr ausführlich, dennoch absolut lohnend!
- Konsequentes Rollenbild auch im Sprachgebrauch vorleben: Keine Gendergaps, Sternchen und Konstruktionen wie „PolitikerInnen“ schreiben oder mitsprechen und bewusst das generische Maskulinum verwenden (zum Beispiel Student statt Studierende).
- Als Eltern eine offene Gesprächskultur in der Familie fördern: Alles kann gesagt und besprochen werden, Kinder werden nicht weggeschickt, sondern ermutigt, uns als Eltern alle ihre Fragen zu stellen und an den Gesprächen der Erwachsenen teilzunehmen (weitere Literaturempfehlung: Familie – der Ort, an dem du verstanden wirst | Wayne A. Mack).
- Unterschied zwischen Toleranz und Akzeptanz erklären: Wir können anderen Menschen nicht vorschreiben, wie sie leben sollen (Toleranz). Jedoch müssen wir darauf hinweisen dürfen, was das Beste für den Menschen ist, die Sünde zu benennen und auf das Evangelium im Zuge der Meinungsfreiheit verweisen zu dürfen. Wir können nicht dazu gezwungen werden, diese Sünde als eine erfüllende Lebensalternative zu vertreten (Akzeptanz).
Unsere Taten müssen unsere Worte unterstreichen und nicht durchstreichen.
Gottes Schöpfungsordnung und das biblische Familienbild
- 1. Mose 1,27: Schöpfungsbericht „Als Mann und Frau schuf er sie.“
- Einordnung der Homosexualität als Sünde: Römer 1,18-32
- Epheser 5,22–33, 1. Petrus 3,1–6, 1. Timotheus 2,12, 1. Timotheus 3,1–13, Titus 2,1–6: Gottes spezifische Aufgaben für Männer und Frauen. Hier und durch die gesamte Bibel hindurch wird ein Prinzip für Mann und Frau deutlich: Gleichwertigkeit – aber nicht Gleichartigkeit.
- 5. Mose 22,5: Beschreibt das Ausleben dieser von Gott gegebenen Rolle und einen Kleidungsstil, der eindeutig männlich oder weiblich ist.
- Sprüche 31: Hier wird eine Frau beschrieben, die fröhlich bejahend ihre schöpfungsbedingte Rolle ausübt. Dies hat Folgen für ihr Verhalten, ihre Aufgaben und ihre Charaktereigenschaften. Sie ist ein Vorbild darin, sich mit Wort und Tat klar dazu zu bekennen, wozu Gott eine Frau geschaffen hat.
- Biblischer Befund: Es gibt die zwei Geschlechter männlich und weiblich, kein weiteres Geschlecht darüber hinaus. Gott formt jeden Menschen im Mutterleib (Psalm 139,13–16) und legt vor der Geburt fest, welches Geschlecht ein Mensch hat.
Starke Argumente für Kindergarten und Schule
Vorschulkinder
- Kindern altersgerecht begegnen: Kleinkindern müssen wir dieses Thema nicht aufzwingen, wenn sie nicht danach fragen und in einem häuslichen, geschützten Rahmen aufwachsen. Ab einem etwaigen Kindergarten-Besuch sollten wir sie jedoch vorbereiten, damit wir als Eltern die ersten sind, die mit unserem Kind darüber sprechen.
- Auf gestellte Fragen – dem jeweiligen Alter angemessen – antworten und unsere Kinder nicht mit Floskeln wie „dafür bist du noch zu klein“ oder „das verstehst du noch nicht“ vertrösten: Sie werden ihre Fragen dann anderen stellen und gegebenenfalls Antworten bekommen, die wir nicht gutheißen.
- Eine Aufklärung zu diesem Thema geschieht am besten gelassen, kurz und aus der Situation heraus, wenn es sich gerade thematisch ergibt: Wenn unser Kind fragt: „Lisa hat erzählt, dass auch zwei Männer heiraten können, stimmt das?“, reicht oftmals eine kurze Antwort wie diese: „Das ist vom Gesetz her zwar erlaubt, aber aus der Bibel wissen wir ja, dass Gott möchte, dass immer ein Mann und eine Frau heiraten.“ Oftmals sind Kinder in diesem Alter mit dieser kurzen Antwort schon zufrieden und in ihrem bisherigen Wissen bestärkt.
- Kinder so lange wie möglich zuhause erziehen und erst bei gefestigtem Charakter in den Kindergarten gehen lassen: zum Beispiel ein Jahr vor Schuleintritt; das Kind ist dann alt genug, um zu erzählen, was im Kindergarten passiert ist, welche Bücher vorgelesen wurden und ob es auf diese Themen angesprochen wurde. Optimalerweise ist es durch viele Jahre der vorherigen Prägung in diesem Alter bereits dazu in der Lage, sich verbal zu wehren.
- Bei Anspielungen in Filmen (zum Beispiel Walt Disney): Unsere Kinder darauf ansprechen und diese erklären; konsequent sein in der Auswahl der Filme (diese prägen massiv den moralischen Kompass unserer Kinder und das, was sie als „normal“ empfinden).
- Bücher zum Vorlesen auswählen, die biblische Familienstrukturen darstellen: Vater und Mutter mit Kindern; Darstellungen von neumodernen Hausmännern oder gleichgeschlechtlichen Eltern vermeiden.
Schulkinder
- Zu den Elternabenden gehen, um informiert zu sein, bevor diese Themen im Unterricht behandelt und besprochen werden.
- Bei unschönen Unterrichtsreihen die Kinder für diese Zeit aus der Schule herausnehmen: Elternrecht ausschöpfen, und sei es durch einen darauf gelegten Arzttermin.
- Wenn eine entsprechende Unterrichtsreihe ansteht: Ein Buch mit dem Kind lesen, um mit ihm darüber ins Gespräch zu kommen und seine Fragen zu beantworten:
- Alles an mir ist von dir, Gott – Wie Kinder ihren Körper schützen können | Justin & Lindsey Holcomb: Für Vorschulkinder als kindgerechte Vorbereitung, um den eigenen Körper zu schützen.
- Es ist schön, ein Regenbogen zu sein | Wiebke Klassen: Hier wird die biblische Position (nicht Negation) für Kinder erklärt, dass Gott zwei Geschlechter, Jungen und Mädchen, geschaffen hat und wofür der Regenbogen eigentlich steht, für Vorschulkinder und Schulkinder von ca. 4–10 Jahren
- Wer oder was bin ich? | David Martin: Ein Vater erklärt seinen Kindern Gender, für Eltern als Vorbereitung für Gespräche mit ihren Kindern.
- Dem Kind Mut machen, für Gottes Ordnung Stellung zu beziehen und bei Gesprächen darüber nicht einfach nur zu schweigen: Vielleicht sitzt ein Klassenkamerad im Raum, der sich nicht traut etwas zu sagen, aber die biblische Wahrheit hören muss.
- Unsere Kinder darin bestärken, mutig und dennoch respektvoll zu sprechen.
- Unseren Kindern erklären, dass wir durch den Heiligen Geist in der Situation die richtigen Worte bekommen werden und vorher ein Stoßgebet sprechen können: Gott segnet es, wenn wir uns zu ihm und seinen Ordnungen bekennen.
- Bei unschönen Äußerungen des Lehrers oder der Mitschüler gegenüber unseren Kindern: Auch dies ist Leiden für Christus. Aber es kommt auf Gottes Urteil und nicht auf das Urteil der Menschen an.
- Wenn Lehrer das Kind vor der Klasse bloßstellen oder niederreden: Kontakt zu dem jeweiligen Lehrer aufnehmen und dem Kind so den Rücken stärken! Dem Lehrer klar kommunizieren, dass dies ein Verhalten ist, bei dem er eine unzulässige Grenze überschreitet. Notfalls über einen Schulwechsel nachdenken. Dem Kind dadurch vermitteln, dass wir als Familie gemeinsam für Gottes Maßstäbe einstehen und es an dieser Front nicht alleine steht. In dieser Auseinandersetzung besteht die Chance einer wichtigen Charakterschule, die unserem Kind ein ganzes Leben lang helfen wird! Zudem wird es uns als Familie noch mehr zusammenschweißen und das gegenseitige Vertrauen wachsen lassen.
Teenager
- Teens in einer bibeltreuen Gemeinde aufwachsen lassen und als gesamte Familie aktiv am Gemeindeleben teilnehmen.
- Freundschaften innerhalb der Gemeinde fördern: Als Ermutigung, dass sie mit dieser Position nicht die einzigen sind und nicht nur ihre Eltern, sondern auch andere Familien und Teens diese Positionen vertreten!
- Nach Möglichkeit einen Teen-Kreis besuchen, der diese Themen altersgerecht für sie aufarbeitet und die Gespräche innerhalb des Elternhauses unterstützt.
- Zur Mitarbeit und verbindlichen Teilnahme am Gemeindeleben ermutigen und dies fördern (zum Beispiel zusätzliche Fahrtstrecken in Kauf nehmen).
- Die Teilnahme an Gemeinde-Terminen hat Vorrang vor Sportverein- und Hobby-Terminen: dieses Prinzip als Eltern konsequent vorleben.
- Teens im Umgang mit Social Media, Internet, Büchern, Filmen, Serien und anderen Medien sensibilisieren und sie zu einem konsequenten Umgang und Vermeidung von Medien anleiten, die Genderthemen proklamieren und für Akzeptanz der freien Geschlechtswahl werben.
- Die Teens ab einem gewissen Alter als Gesprächspartner auf Augenhöhe ernst nehmen: Unser Kind lebt dann zwar unter unserem Dach, muss sich an die Regeln innerhalb der Familie halten und wird von den Eltern stark beeinflusst, muss jedoch mit Argumenten gewonnen werden und Entscheidungen aus eigener Überzeugung heraus treffen.
Literaturempfehlungen zur weiteren Auseinandersetzung mit der Gender-Bewegung:
- Der, die, was? Gender-Ideologie und biblische Schöpfungslehre (Sharon James)
- Gendergaga – Wie eine absurde Ideologie unseren Alltag erobern will (Birgit Kelle)
- Noch normal? Das lässt sich gendern! Gender-Politik ist das Problem, nicht die Lösung (Birgit Kelle)
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Stellungnahme Selbstbestimmungsgesetz
1. Wer bestimmt, wer ich bin - Ideologie, Gefühle oder Normen?
Stellungnahme zum Selbstbestimmungsgesetz
Am 12. April wurde das „Gesetz über die Selbstbestimmung in Bezug auf den Geschlechtseintrag (SBGG)“[1], besser bekannt als das „Selbstbestimmungsgesetz“ vom deutschen Bundestag verabschiedet.[2] Es soll am 1. November 2024 in Kraft treten.[3] Nun ist es gem. § 5 Abs. 1 SBGG in Verbindung mit § 2 SBGG einmal jährlich möglich, die Eintragung seines Geschlechts oder des Vornamens per Selbsterklärung beim Standesamt (§ 2 Absatz 1, § 4 SBGG) ändern zu lassen. Dabei darf man zwischen männlich, weiblich, divers oder völligem Fehlen eines Geschlechtseintrags wählen (§ 2 Absatz 1 SBGG in Verbindung mit § 22 Absatz 3 Personenstandsgesetz (PStG).
Offenbarungsverbot
Ab diesem Zeitpunkt kann gem. § 14 SBGG mit einem Bußgeld von bis zu 10.000 € belegt werden, wer den früheren Geschlechtseintrag oder einen Vornamen offenbart und dadurch die betroffene Person absichtlich schädigt (sogenanntes „Offenbarungsverbot“). Bezug genommen wird hierbei auf § 13 SBGG Absatz 1 Satz 1 SBGG, wonach die früheren Angaben nicht ohne Zustimmung der betroffenen Person offenbart werden dürfen. Was „offenbaren“ genau bedeutet, lässt sich nur erahnen. Jedenfalls fällt die unerwünschte Ansprache mit einem vorherigen Vornamen im Beisein von solchen, die diesen noch nicht kennen, darunter. Wer also erkennt, dass er ein Mädchen vor sich hat, die aber statt Andrea nun mit Andreas angesprochen werden möchte, hat die Wahl zwischen einem möglichen Bußgeld oder Einstimmen in die gefühlte Lebenswirklichkeit des Mädchens, welche im schroffen Kontrast zur biologischen Realität steht. So wird Druck ausgeübt, in die gefühlte Wahrnehmungswelt des Betroffenen einzusteigen und diese – auch entgegen der eigenen Überzeugungen – in ihrer Illusion zu bestärken.
Wo sonst wird man gezwungen biologische Realitäten zu leugnen? Wenn ein 60-jähriger Mann behauptet, 15 Jahre alt zu sein, weil dies seiner empfundenen Wirklichkeit entspricht, sind wir als Bürger nicht gesetzlich verpflichtet, seiner Fantasie zuzustimmen. Wohl eher im Gegenteil, hier ist man aufgerufen der Person zu helfen ihre Illusion zu überwinden. Die Klage des Holländers Emile Ratelband im Jahr 2018 auf Feststellung, dass er keine 69 Jahre alt sei, sondern nur 49 Jahre, wurde von einem holländischen Gericht abgewiesen.[4] In der Sache wurde die Abweisung damit begründet, dass man sein Alter nicht anpassen könne. Es gingen Registeraufzeichnungen verloren und Pflichten wie die Schulpflicht hingen an dem Alter, so die Begründung. Für die Schulpflicht ist es demnach wichtig an den objektiv feststellbaren biologischen Tatsachen festzuhalten. Für die Frage, ob man Mann oder Frau ist, soll aber etwas anderes gelten? Die Absurdität wird im Gesetz selbst deutlich (in § 8 SBGG). Hier muss geregelt werden, was eine Frau oder ein Mann ist, ohne dies explizit zu sagen. Es soll unabhängig vom Personenstandsregister beispielsweise festgestellt werden, wer gebärfähig ist. Das ist wenig überraschend die Person, die schwanger oder gebärfähig ist – bisher auch schlicht „Frau“ genannt. Jetzt angeblich nicht mehr unbedingt! Aber für die biologischen Fragestellungen müssen wir – auch gesetzlich – letztlich doch auf die medizinischen Tatsachen zurückgreifen.
Eine Lawine wird losgetreten
Eine Verunsicherung hinsichtlich der geschlechtlichen Identität in der Phase der Pubertät ist nicht ungewöhnlich. Diese Verunsicherung klingt in der Regel mit Abschluss der Pubertät ab. Greift man nun jedoch in diese volatile Phase ein und bestärkt die Verunsicherung mittels sozialer Transition (wozu neben der Änderung des Vornamens auch das Tragen gegengeschlechtlicher Kleidung und Frisuren gehört), mit sogenannten Pubertätsblockern oder gegengeschlechtlicher Hormongabe, führt dies in so gut wie allen Fällen dazu, dass der Heranwachsende sich letztlich auch für operative Maßnahmen entscheidet, um den Wechsel zum anderen Geschlecht „ganz“ zu vollziehen. Wer also die erste Stufe der Transition nimmt, wird sich so gut wie immer auch für alle weiteren Schritte entscheiden.[5]
Statt, wie in vielen Ländern in den letzten Jahren geschehen, Pubertätsblocker zu verbieten, wird den Heranwachsenden nun mit dem neuen Selbstbestimmungsgesetz noch eine Möglichkeit geboten, die Verunsicherung hinsichtlich des eigenen Geschlechts zu bestärken und damit letztlich unumkehrbare Maßnahmen mittels Medikamenten und Operationen an sich vollziehen zu lassen: die Eintragung des Geschlechts mit dem Wechsel des Vornamens. Es ist davon auszugehen, dass dieser Akt per Selbsterklärung eine ähnliche Wirkung entfalten wird wie die Gabe von Medikamenten. Der Jugendliche wird auf seinem Weg hin zu einer Transbehandlung bestärkt. Ist die Lawine erst ins Rollen gebracht, kann sie kaum noch aufgehalten werden. Der Kinder- und Jugendpsychiater Prof. Korte sowie der Psychologe Prof. Tschuschke fragen daher kritisch:
„Ist es aber realistisch, anzunehmen, dass die betroffenen Kinder im Falle einer frühzeitigen, bereits in jungen Jahren durchgeführten personenstandsrechtlichen Transition imstande sind, gegen die dadurch geschaffenen Fakten anzugehen, sprich die getroffene juristische Entscheidung mit all ihren Konsequenzen später wieder rückgängig zu machen und einen anderen, alternativen Weg einzuschlagen? Oder droht nicht vielmehr die Gefahr, mit einer ungeprüft durchgewunkenen (in Form eines Verwaltungsaktes vorgenommenen) Personenstandsänderung eine Persistenz der Geschlechtsdysphorie zur Transsexualität als einzige Option für das Kind zu präjudizieren? Jüngere Studien liefern Hinweise, was eine frühzeitige soziale Transition tatsächlich bewirkt: Sie treibt die Rate der Persister nach oben.“[6]
Wer die juristische Transition kritisch hinterfragt, wer auch nur zur Vorsicht mahnt und darauf hinweist, dass die Verunsicherung hinsichtlich des eigenen Geschlechts in den meisten Fällen von alleine verschwindet, der wird als transphob abgestempelt oder ab 2024 gar mit einem Bußgeld abgestraft.
Wer entscheidet zum Wohle des Kindes?
Für die Selbsterklärung vor dem Standesamt ist für 14 – 17-Jährige keinerlei Beratung oder ärztliche Stellungnahme notwendig, sondern lediglich die Zustimmung der Eltern (§ 3 Absatz 1 SBGG). Diese kann notfalls auch durch ein Familiengericht ersetzt werden, wenn die Änderungen dem Kindeswohl nicht widersprechen. Man achte auch hier auf die Beweislast: Es muss also nicht festgestellt werden, dass die Änderungen dem Kindeswohl entsprechen, sie dürfen nur dem Kindeswohl nicht widersprechen. Eine ungleich niedrigere Hürde als die Feststellung, dass die Änderungen dem Kindeswohl entsprechen.
Für Minderjährige bis zum 14. Lebensjahr genügt laut § 3 Absatz 2 SBGG eine Erklärung der Eltern. Der Minderjährige muss bei Abgabe der Erklärung lediglich anwesend sein.[7] Dies wird von einer Familienministerin gefordert, die sogenannten Kinderrechte ins Grundgesetz schreiben möchte, womit man als Staat die Kinder vor den eigenen Eltern schützen können möchte.[8] Wo bleiben beim SBGG die Kinderrechte? Warum sollen die Kinder im SBGG dem elterlichen Willen ausgeliefert sein, bei anderen Fragen aber der Staat zum Wohle des Kindes gegen die Eltern vorgehen können? Welcher Maßstab wird für die Bewertung herangezogen, wann es auf die elterliche Einschätzung ankommt und wann man als Staat zum Wohle der Kinder in eine Familie eingreifen muss?
In der bisherigen Regelung war zumindest ein gutachterliches Vorgehen vorgesehen, in dem bestätigt werden musste, dass die geschlechtliche Verunsicherung einen echten Krankheitswert beinhaltete. Krankheitswert bedeutete bis dato, dass das Auseinanderklaffen von biologischem und empfundenem Geschlecht als anhaltend leidvoll erfahren wurde. Da jedoch im Progress der neu geschaffenen Geschlechtsinkongruenz (statt vormals Genderdysphorie oder Geschlechtsidentitätsstörung) eine Entpathologisierung vorgenommen werden soll, darf mithin auch nicht von Krankheit die Rede sein. Was aber soll sowohl eine langjährige Medikamenteneinnahme als auch zahlreiche Operationen anderes sein, wo doch vermeintlich keinerlei Erkrankung vorliegt, als eine Behandlung?
Zu Recht muss hier, auch angesichts der geplanten großen Umwälzungen im Familienrecht zugunsten gleichgeschlechtlicher Paare mit Kinderwunsch[9] gefragt werden: wer entscheidet über die Zukunft der Kinder? Drohen hier nicht Verschiebungen hin zu Aktivisten, flüchtigen Gefühlen oder genderaffinen Eltern? Vor diesem Hintergrund gewinnt der Ausdruck SELBST-Bestimmungsgesetz erst recht eine perfide Note. Denn das Selbst ist bei Minderjährigen derart beschaffen, dass es weitreichende Konsequenzen der medikamentösen und operativen Eingriffe nicht abschätzen, Gefühle nicht seinen angemessenen Stellenwert einräumen kann und zu guter Letzt nicht abschätzen kann, wie sehr dieses Selbst durch die omnipräsente Genderpropaganda beeinflusst und manipuliert wurde.
Die große Hoffnung, die Jugendliche in die Transbehandlung setzen, platzt nur zu oft wie Seifenblasen. Sie erwachen in einem Körper, der durch viele Operationen unumkehrbar gezeichnet ist, sie erleben häufig anhaltende Nebenwirkungen wie Inkontinenz oder fehlende genitale Empfindung. Sie merken, dass ihre Probleme nicht gelöst sind, weil sie immer noch dieselben Personen sind, auch wenn in einem veränderten Körper. Immer mehr entscheiden sich daher, wieder zu ihrem ursprünglichen Geschlecht zurückzukehren, zu detransitionieren. Eine echte Wiederherstellung der vorherigen Bedingungen eines gesunden Körpers ist jedoch leider nicht mehr möglich.
Fazit
Als Christen im Dienst an Kranken e. V. setzen wir uns dafür ein, die Lügen der haltlosen Versprechen der Transbehandlungen als solche zu entlarven. Wir wollen Eltern, Jugendliche und Kinder davor warnen, den Heilsversprechen der Genderideologie Glauben zu schenken und sich auf letztlich unumkehrbare Behandlungen einzulassen. Wir sind überzeugt, dass ein gedeihliches Leben nur möglich ist, wenn wir in Übereinstimmung mit dem Geschlecht leben, welches unser Schöpfer uns gegeben hat. Was Jugendliche und Kinder benötigen, ist nicht eine Stärkung ihrer flüchtigen und häufig verwirrenden Gefühle, sondern starke und stabile Normen, die ihnen Halt geben. Wir machen uns für diejenigen stark, die eine Behandlung bereits durchgeführt haben und feststellen, dass die Therapie mehr geschadet als genutzt hat. Und wir halten den Politikern und Aktivsten entgegen, dass nicht das Gefühl über unser Geschlecht entscheiden kann, sondern allein derjenige, der den Menschen „als Mann und Frau“ (Gen 1,27) erschuf. Eine Separation vom biologischen zum empfundenen Geschlecht, wie es das Selbstbestimmungsgesetz vorsieht, zerstört den Menschen. Nicht der Mensch, sondern Gott bestimmt die Zuordnung zu männlich oder weiblich. Wer dies negiert, setzt sich nicht für das Wohl des Menschen ein.
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Stellungnahme Selbstbestimmungsgesetz.pdf
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Quellen-Nachweis
[1] BT Drucksache 20/9049
[2] Die 2. und 3. Lesung, sowie die Abstimmung nachzulesen unter: https://dserver.bundestag.de/btp/20/20164.pdf#P.21102 aufgerufen am 18.4.2024
[3] https://www.bundesregierung.de/breg-de/themen/tipps-fuer-verbraucher/selbstbestimmungsgesetz-2215426#:~:text=Das%20Gesetz%20tritt%20in%20zwei,Transsexuellengesetz%20von%201980%20endgültig%20ab. abgerufen am 20.04.2024
[4] https://rsw.beck.de/aktuell/daily/meldung/detail/niederlande-positiv-guru-ratelband-scheitert-mit-klage-auf-amtliche-verjuengung aufgerufen am 18.04.2024
[5] Vgl. Olson KR, Durwood L, Horton R, Gallagher NM, Devor A. Gender Identity 5 Years After Social Transition. Pediatrics. 2022 Aug 1;150(2):e2021056082. doi: 10.1542/peds.2021-056082.
[6] Korte, A. und Tschuschke, V.: Sturm und Drang im Würgegriff der Medien – Die Leiden der jungen Generation am eigenen Geschlecht. Zeitschrift für Kinder- und Jugendpsychiatrie und Psychotherapie. 2023. 51 (5), 356.
[7] https://www.bmfsfj.de/bmfsfj/themen/gleichstellung/queerpolitik-und-geschlechtliche-vielfalt/gesetz-ueber-die-selbstbestimmung-in-bezug-auf-den-geschlechtseintrag-sbgg--199332 aufgerufen am 18.4.2024
[8] https://www.bmfsfj.de/bmfsfj/aktuelles/alle-meldungen/lisa-paus-gratuliert-allen-kindern-und-jugendlichen-zum-weltkindertag-201704aufgerufen am 18.04.2024
[9] https://www.lto.de/recht/hintergruende/h/eckpunkte-familienrecht-kindschaftsrecht-eltern-sorgerecht-umgang-wechselmodell-vater-mutter/aufgerufen am 18.04.2024
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Welchen Nutzen haben ätherische Öle?
Was sind ätherische Öle?
Ätherische Öle sind flüchtige, stark riechende Öle, die sich in verschiedenen Pflanzenbestandteilen finden (Blüten,Blätter, Samen, etc.). Sie werden von den Pflanzen selbst produziert. Im Gegensatz zu anderen Ölen (z. B. Sonnenblumenöl) verdunsten sie rückstandslos. Gewonnen werden ätherische Öle meist durch Destillation oder im Fall von Zitrusfrüchten durch das Pressen der Schale.[1] Die bekanntesten ätherischen Öle sind die des Lavendels, der Zitrone, des Eukalyptus und der Pfefferminze. Ätherische Öle können auch synthetisch hergestellt werden. Es gibt deshalb folgende Unterscheidungen:
• Naturbelassene/naturreine Öle: kommen direkt aus der Pflanze, auf dem Etikett steht der botanische Name, das Herkunftsland, der Pflanzenteil aus dem das Öl stammt
• Natürliche Öle: Mischung von naturbelassenen Ölen
• Naturidentische Öle: werden synthetisch herstellt, gleichen aber in der Molekularstruktur dem natürlichen Öl
• Künstliche Öle: werden synthetisch hergestellt, haben keinen Bezug zum natürlichen Öl
Die Bezeichnung ätherisches Öl ist nicht geschützt. So
können auch die komplett synthetisch hergestellten Öle
als ätherische Öle verkauft werden. Möchte man ein Öl
kaufen, das ganz sicher aus der Pfl anze kommt, deren
Name es trägt (naturbelassenes/naturreines Öl), sollte
man auf oben genannte Kriterien achten.[2]
Einsatzgebiete
Ätherische Öle haben zahlreiche Anwendungsgebiete. Sie können in Form von Inhalation (in der Raumluft oder direkt), Massagen, Wickel, Badezusatz oder oraler Einnahme angewandt werden. Es ist sehr wichtig, dass ätherische Öle niemals unverdünnt verwendet werden, da sie sonst starke Nebenwirkungen bis hin zum Tod haben können![3] Man sollte bei der Anwendung von ätherischen Ölen zwischen „Aromawellness“ und Aromatherapie unterscheiden. In beiden Fällen kann sich der oben genannten Anwendungsarten bedient werden. Allerdings ist Aromatherapie ein fester Bestandteil der Pflanzenheilkunde (Phytotherapie), die in Deutschland nur von darin ausgebildeten Ärzten und Heilpraktikern durchgeführt werden darf und auf die Behandlung von konkreten Krankheiten abzielt. Unter „Aromawellness“ fällt der Teil der Anwendungen, die im häuslichen, laienhaften Gebrauch zur Verbesserung des allgemeinen Wohlbefindens durchgeführt werden (z. B. Duftöl zur Erfrischung der Raumluft, Bad mit Lavendelöl zur Entspannung, etc.).[2] Im Weiteren wird auf das große Gebiet der Aromatherapie eingegangen, da sie auch immer mehr im medizinischen Alltag an Bedeutung gewinnt. Aufgrund des Umfangs dieses Themas, kann hier nur ein kurzer Überblick über den aktuellen Stand gegeben werden.
Aromatherapie
Definition
Die Aromatherapie gehört zur Phytotherapie. Ihr Ziel ist es, mit Hilfe von ätherischen Ölen physische und psychische Erkrankungen zu behandeln und die Gesundheit nachhaltig zu beeinflussen. Sie findet in der Prävention, der Therapie (im professionellen Rahmen und zur Selbstbehandlung), wie auch in der Krankenpflege Anwendung.“[4]
Durchführung
Bei der Aromatherapie wird eine Erkrankung mit den bei ihr wirksamen ätherischen Ölen behandelt. Die Aromatherapie kann bei leichten bis mittelschweren Erkrankungen, wie andere Phytotherapeutika, alleine angewandt werden. Bei schweren oder chronischen Verläufen spielt sie in der Regel nur eine ergänzende Rolle.[5] In welcher Form die ätherischen Öle verabreicht werden, entscheidet der Verordner. Bekannte Beispiele, die auch im Alltag Verwendung finden, sind die Inhalation von Thymol und Menthol bei Erkältung oder die Einnahme von Lavendelöl bei Schlafstörungen. Aus der Zusammenstellung der verschiedenen Öle und Anwendungsmethoden folgt eine sehr große Palette an möglichen Therapien. Wichtig ist, dass die Öle niemals unverdünnt verwendet werden. Zur äußerlichen Anwendung werden sie in einem Trägeröl gelöst, zur Inhalation mit entsprechenden Geräten verdampft und zur innerlichen Anwendung mit viel Wasser oder in Form von Kapseln eingenommen.
Anwendungsgebiete
Aromatherapie wird hauptsächlich bei Erkältungssymptomatik, Schlafstörungen, Schmerzen, Stress und Angst angewandt.
| Ätherisches Öl | mögl. Anwendungsgebiet |
|---|---|
| Lavendel | Schlafstörungen, Angst, Schmerz |
| Eukalyptus | Erkältungen |
| Thymian | Erkältung |
| Orange | Stress |
| Pfefferminz | Übelkeit |
| Bitterorangenblüten | Angst, Panik, Depression, Stress |
| Zitrone | Immunmodulation, Fieber |
Die Studienlage in jedem dieser Gebiete ist nicht eindeutig, was man auf die meist sehr geringe Studienpopulation, die schwierige Durchführung von randomisiert kontrollierten Studien mit ätherischen Ölen (sie riechen stark, sodass alle Beteiligten wissen, dass ein Öl im Raum ist) und auf die nicht einheitliche Anwendung ätherischer Öle zurückführen kann. Es kann in den Anwendungsgebieten also nur von möglichen Wirkungen gesprochen werden, die weiter erforscht werden müssen. Mögliche Wirkungen von ätherischen Ölen bei Erkältungssymptomatik sind beispielsweise: hustenreizstillend, auswurffördernd, entzündungshemmend und antimikrobiell.[6] Außerdem gibt es Studien, die darauf hindeuten, dass ätherische Öle auch in der Behandlung von Schmerzen[7], Schlafproblemen[8], Stress[9] und Angst[10] eine Rolle spielen können.
Wirkungsweise
Ätherische Öle wirken wahrscheinlich über verschiedene Wege im menschlichen Körper. Die Forschung kann hier nur Ansatzpunkte aufzeigen, da dieses komplexe Thema noch nicht hinlänglich erforscht ist. Eine mögliche Wirkungsweise ist die über das olfaktorische System (den Geruchsinn), wobei hier die Moleküle nicht nur als Geruch erkannt werden und dadurch eine Wirkung haben, sondern auch aufgrund ihrer geringen Größe über die Riechnerven in das Gehirn gelangen und dort zentrale Wirkungen entfalten können. So gibt es Hinweise darauf, dass ätherische Öle in die Regulation verschiedener Systeme (Monoamine, Neutrophine, Neuroendokrine) eingreifen und so zum Beispiel den Cortisol-Spiegel bei Stress senken können. Außerdem wird vermutet, dass ätherische Öle entzündungshemmend wirken und freie Radikale bekämpfen.[11] Eine weitere mögliche Wirkungsweise ist die Aufnahme der Moleküle über die Haut, den Magen-Darm-Trakt und/oder die Atemwege. Hier gelangen die Moleküle ins Blut[12] und können dann möglicherweise direkte Wirkungen an den Organen entfalten.
Nebenwirkungen
Bei der Anwendung von ätherischen Ölen können, wie bei allen anderen Medikamenten, (teils schwere) Nebenwirkungen auftreten. Die hier aufgeführte Liste enthält Beispiele und ist nicht vollständig. Ätherische Öle können hautreizend wirken und sollten deshalb vor ihrer Anwendung zuerst getestet werden. Außerdem wirken einige Öle phototoxisch, was bedeutet, dass sie die Haut empfindlicher für UV-Strahlen machen und so schnell starke Verbrennungen auftreten können, wenn betreffende Areale mit Sonne in Kontakt kommen. Allergische Reaktionen sind ebenfalls nicht auszuschließen. Menschen mit einer Allergie auf Pflanzen können davon ausgehen, dass sie auch auf das entsprechende Öl allergisch reagieren. Bei der falschen, übermäßigen Einnahme von ätherischen Ölen kann es außerdem zu starken organischen Schäden kommen, die zum Tod führen können.[13]
Wechselwirkungen
Ätherische Öle sind nicht Extrakte von Pflanzen, die nur gut riechen. Wie oben gezeigt, haben sie im menschlichen Körper durchaus Wirkungen, die über das Geruchsempfinden hinausgehen. Daher ist es auch nicht verwunderlich, dass sie in Wechselwirkung mit den unterschiedlichsten Medikamenten (von Schlafmitteln über Blutdrucksenker bis Gerinnungshemmer) treten können. Diese Wechselwirkung entsteht hauptsächlich durch die Modifikation von Enzymen, die die Medikamente abbauen. So werden beispielsweise Schlafmittel oder Gerinnungshemmer langsamer abgebaut, was eine verlängerte Wirkung zur Folge hat. Blutdrucksenker können dagegen schneller abgebaut werden, wodurch die blutdrucksenkende Wirkung schneller nachlässt.[14] Hier ist es wichtig vor der (Eigen-)Therapie mit ätherischen Ölen mögliche Wechselwirkungen derselben mit der bestehenden Medikation durch den behandelnden Arzt abklären zu lassen.
Kritikpunkte
Die Behandlung von Krankheiten mit ätherischen Ölen erfreut sich einer immer größer werdenden Beliebtheit, unter professionellen Anwendern wie auch unter Laien. Leider können die Studien zu diesem Thema aufgrund ihres Aufbaus und ihrer geringen Teilnehmerzahl nur die Richtung weisen, in der weiter geforscht werden muss, sodass Studien mit größeren Populationen und dadurch mehr Aussagekraft durchgeführt werden können. Es sind außerdem kaum Studien zur Grundlagenforschung, die die genaue Wirkungsweise von ätherischen Ölen erfassen, vorhanden.
Falsche Versprechen
Einer der größten Kritikpunkte, der allerdings nichts mit der wissenschaftlichen Seite der Aromatherapie zu tun hat, ist die Vermarktung von ätherischen Ölen unter Laien und die damit verbundene Werbung. In letzter Zeit hat die Vermarktung von ätherischen Ölen nach dem Modell „Tupperabend“ zugenommen. Auch in christlichen Kreisen scheint diese neue, „alternative“ Methode zur Behandlung von Problemen/Krankheiten, angefangen bei Übergewicht bis hin zu Krebs, Wellen zu schlagen. Hier muss jedoch aus wissenschaftlicher Sicht entschieden widersprochen werden. Es gibt keine Mittel, die alles behandeln und heilen können. Wenn Krankheiten, ohne ihren medizinischen Hintergrund und ihre Vorgänge im Körper zu kennen, mit ätherischen Ölen behandelt werden, kann dies gefährliche Auswirkungen haben. Im schlimmsten Fall kann es zum Tod führen, wenn schwere oder chronische Erkrankungen ineffektiv mit ätherischen Ölen behandelt werden, wo nachgewiesenermaßen effektive Behandlungsmethoden zur Verfügung stehen.
Zusammenfassung
Aktuelle Studien deuten auf ein großes Potential von ätherischen Ölen in der Aromatherapie hin. Die Forschung steht hier aber noch am Anfang und ihre Entwicklung muss zur genauen Einordnung der Wirksamkeit der Therapie weiter beobachtet werden. Es ist ebenfalls wichtig, das Vertrauen nicht in die Werbung der Hersteller oder Verkäufer der Öle zu setzen, die durch das gesteigerte Interesse an alternativen Heilmethoden Versprechungen von der verbesserten Gewichtsabnahme bis zur Heilung von Covid-19[15] machen. Außerdem sollten Christen prüfen, ob das Öl die mit ihm in Verbindung gebrachte Wirkung wirklich hat/haben kann oder ob diese allein unter esoterischen Gesichtspunkten besteht. Der Umgang mit ätherischen Ölen sollte aufgrund ihrer möglichen Neben- und Wechselwirkungen immer reflektiert erfolgen und ihre Wirkung sollte nicht über- oder unterschätzt werden. Ätherische Öle sind weder Allheilmittel, noch einfach nur gut riechende „Ölchen“.
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Quellen-Nachweis
[1] Brockhaus, Bd. 1, S. 395. wissenmedia GmbH, Gütersloh/München, 2010.
[2] https://www.chemie.de/lexikon/%C3%84therisches_%C3%96l.html, letzer Zugriff : 26.04.2022 9:51Uhr
[3] Farrar A., Farrar F. Clinical Aromatherapy. Nurs Clin N Am 55 (2020) 489-504
[4] https://fl exikon.doccheck.com/de/Aromatherapie (letzter Zugriff 27.05.2022, 6:38 Uhr)
[5] Stefl itsch W. Aromatherapie: wann können ätherische Öle medizinisch eingesetzt werden? Dtsch Med Wochenschrift 2017, 142, 1936-1942
[6] Ebd.
[7] Ebd.
[8] Hamzeh S. et. al. Effects of Aromatherapy with Lavender and Peppermint Essential Oils on the Sleep Quality of Cancer Patients: A Randomized Controlled Trial. Evidence-Based Complementary and Alternative Medicine. Volume 2020, Article ID 7480204, 7 pages
[9] Jaafarzadeh M, Arman S, Pour FF. Eff ect of aromatherapy with orange essential oil on salivary cortisol and pulse rate in children during dental treatment: A randomized controlled clinical trial. Adv Biomed Res 2013; 2:10.
[10] Kang H., Nam E. How Strong is the Evidence for the Anxiolytic Efficacy of Lavender?: Systematic Review and Meta-analysis of Randomized Controlled Trials. Asian Nursing Research 13 (2019) 295-305
[11] Fung, T.K.H.; Lau, B.W.M.; Ngai, S.P.C.; Tsang, H.W.H. Therapeutic Effect and Mechanisms of Essential Oils in Mood Disorders: Interaction between the Nervous and Respiratory Systems. Int. J. Mol. Sci. 2021, 22, 4844.
[12] Steflitsch W. Aromatherapie: wann können ätherische Öle medizinisch eingesetzt werden? Tabelle 1. Dtsch Med Wochenschrift 2017, 142, 1936-1942
[13] Farrar A., Farrar F. Clinical Aromatherapy. Nurs Clin N Am 55 (2020) 489-504
[14] Golos M., Buchbauer G. Ätherische Öle und ihr Einfl uss auf Arzneimittelwirkungen: Einige Beispiele. MMP, 38. Jhg. 08/2015, 290-296
[15] Farrar A., Farrar F. Clinical Aromatherapy. Nurs Clin N Am 55 (2020) 489-504
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Phytotherapie - eine Domäne für sich
Unter Phytotherapie (griechisch phyton = Pflanze, therapeia = Pflege) versteht man die Anwendung von Phytopharmaka zur wirksamen Behandlung, Linderung, Heilung und Vorbeugung von Krankheiten. Phytopharmaka sind Fertigarzneimittel aus frischen oder getrockneten Pflanzenteilen (in der pharmazeutischen Fachsprache auch Drogen oder Teedrogen genannt) oder deren Zubereitungen (zum Beispiel Extrakte). Im Unterschied zu chemisch-synthetischen Wirkstoffen, die als Einzelstoffe weiterverarbeitet werden, bestehen Phytopharmaka aus einem komplex zusammengesetzten Vielstoffgemisch an Pflanzeninhaltsstoffgruppen, kurz gesagt: der Wirkstoff eines Phytopharmakons ist der Pflanzenextrakt. Häufig werben Inverkehrbringer von Nichtarzneimitteln auf ihren Verpackungen mit Schlagworten wie „pflanzlich“, „Naturkraft“ oder „natürlich“ – dies suggeriert eine nachgewiesene Wirksamkeit, was aber leider nicht immer der Fall ist. Im Dschungel der angepriesenen pflanzlichen Substanzen ist es daher wichtig, die einzelnen Präparateklassen auseinanderzuhalten. Die folgende Übersicht gibt dem Laien Unterscheidungsmerkmale an die Hand:
Phytopharmaka:
Sie müssen für die Marktzulassung die gleichen im Arzneimittelgesetz festgeschriebenen Anforderungen hinsichtlich Qualität, Wirksamkeit und Unbedenklichkeit erfüllen wie chemisch-synthetische Arzneimittel. Sie enthalten Angaben zu verwendeten Pflanzenteilen, Droge-Extrakt-Verhältnis und Auszugsmitteln.
Je nach Zulassungsstatus unterscheidet man:
1. Rationale oder well-established Phytopharmaka mit Zulassungsnummer (Zul.Nr.) auf der Umverpackung und einer klaren Indikation, zum Beispiel „Pflanzliches Arzneimittel gegen…“.
2. Traditionelle Phytopharmaka, die nur als solche registriert werden können, wenn die Wirksamkeit auf einen 30-jährigen plausiblen Einsatz zurückzuführen ist. Sie tragen dann eine Registrierungsnummer (Reg.Nr.) auf der Verpackung und haben keine eindeutige Indikation, zum Beispiel „Zur Unterstützung bei…“.
Medizinprodukte:
Sie wirken auf rein physikalischem Wege und haben keine pharmakologische Wirkung, das heißt, sie greifen nicht in den Stoffwechsel des Menschen ein.
Beispiel hier sind Isla®Moos Hustenpastillen mit Schutzfilmbildung auf trockenen Mundschleimhäuten.
Erkennungsmerkmal beim Medizinprodukt ist das CE-Kennzeichen.
Nahrungsergänzungsmittel:
Sie werden auf der Verpackung auch als solche deklariert, verfügen über eine Nährwerttabelle und gehören zu den Lebensmitteln.
Sie werden seitens der Behörden weder registriert noch zugelassen, noch auf Wirksamkeit und Sicherheit geprüft. Sie müssen nur beim Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit angezeigt werden.
Darreichungsform und Verpackung von diesen ähnelt einem „Arzneimittel-Outfit“ wie beispielsweise ipalat® Halspastillen.
Neben Vitaminen und Mineralstoffen dürfen auch pflanzliche Wirkstoffe enthalten sein, aber auf der Verpackung darf rechtlich keine Nennung einer Indikation erfolgen.
In den Medien, aber auch in der Apotheke wird Phytotherapie völlig undifferenziert, vor allem in der Selbstmedikation, neben Homöopathie und Anthroposophie gestellt. Aber: Phytotherapie und letztgenannte Therapien sind keine Einheit. Sie folgen anderen Gesetzmäßigkeiten und Denkweisen! Die Homöopathie folgt dem Simile Prinzip: „Ähnliches wird durch Ähnliches geheilt“. Also etwas, was Fieber auslöst, wird verdünnt, um dann gegen Fieber eingesetzt zu werden. Die Anthroposophie, wörtlich übersetzt „Weisheit vom Menschen“, durchgeistigt den Menschen durch Zuschreibung verschiedener Wesensglieder und gibt jedem Krankheitsbild und der Therapie eine spirituelle und übersinnliche Dimension. Beiden Denkweisen liegt ein esoterisches, der Bibel widersprechendes Heilsverständnis zu Grunde. Nachfolgende Merkmale auf Verpackungen helfen Laien bei der Unterscheidung zu Phytopharmaka:
Sie gehören zur Alternativmedizin nach Samuel Hahnemann.
Sie enthalten unter anderem pflanzliche Ausgangsstoffe in Urtinkturen, die durch mehrfach abgestufte Verdünnung (sogenannte Potenzierung) in Form von Zuckerkügelchen (sogenannte Globuli), Tabletten oder Tropfen erhältlich sind. Die dabei erreichten Konzen-trationen können so niedrig ausfallen, dass der Stoff, dem man eine Wirkung zuschreibt, nicht mehr auf atomarer Ebene nachgewiesen werden kann.
Auf ihrer Verpackung findet sich immer eine Potenzangabe wie zum Beispiel D6 oder C30, die den Grad dieser Verdünnung beschreibt. Das „D“ steht für „Dezimale“, was bedeutet, dass bei einer D6-Potenz die ursprüngliche Substanz sechs Mal hintereinander im Verhältnis 1:10 verdünnt wurde. Der Arzneigehalt beträgt damit 0,0001 Prozent.
C-(Centisimal)-Potenzen (von lateinisch centum = 100) werden in einem Verhältnis 1:100 verdünnt.
Sie sind als solche auf der Verpackung deklariert. Für sie werden weder eine bestimmte Wirkung noch ein Anwendungsgebiet angegeben. Ein Wirkungsnachweis entfällt. Sie enthalten unter anderem pflanzliche Ausgangsstoffe, die nach homöopathischen oder nach einem besonderen anthroposophischen Zubereitungsverfahren nach dem Begründer Rudolf Steiner verarbeitet worden sind, zum Beispiel Veraschung, Röstung oder Verkohlung.
Resümierend lässt sich festhalten: Die in der Phytotherapie eingesetzten Mittel, die sogenannten Phytopharmaka, folgen den Gesetzmäßigkeiten der evidenzbasierten Medizin. Unter Evidenz versteht man die wissenschaftliche Aussagekraft, die sich auf empirisch nachgewiesene Grundlagen, sprich experimentelle Studien, stützt. Phytopharmaka sind immer als einzelne Produkte zu betrachten, denn nicht die Stammpflanze ist ausschlaggebend als Wirkstoff, sondern das, was mit der Stammpflanze gemacht wurde, um den Pflanzenextrakt zu gewinnen. Die Zusammensetzung dieses Pflanzenextraktes variiert je nach
– verwendetem Pflanzenteil der Stammpflanze (Wurzel oder Blüte),
– Auszugsmittel (Wasser = löst nur hydrophile Inhaltsstoffe oder Alkohol = löst auch lipophile),
– Herstellungsprozess (Extraktionszeit, Temperatur, Druck, Schnittgröße) und
– verwendetem Droge-Extrakt-Verhältnis.
Analysiert man einen pflanzlichen Extrakt, besteht er als Vielstoffgemisch je nach verwendeter Stammpflanze aus vielen einzelnen Wirkstoffgruppen (unter anderem Flavonoiden, ätherischen Ölen, Saponinen, Bitterstoffen, Gerbstoffen, Cumarinen), die erst in ihrer Gesamtheit das Wirkspektrum ergeben. Extrakte kann man je nach Herstellungsaufwand in standardisierte Extrakte, quantifizierte Extrakte und Spezialextrakte einteilen, wobei die Spezialextrakte eine besondere Stellung einnehmen. Spezialextrakte sind patentierte Extrakte, die von Herstellern mit viel Forschungseifer durch Anreicherung wirksamkeitsbestimmender pflanzlicher Inhaltsstoffe und Entfernung unerwünschter Substanzen entwickelt werden. Diese Spezialextrakte müssen vor Zulassung wie auch synthetisch-chemische Arzneimittel randomisierte, kontrollierte Doppelblindstudien durchlaufen. Diese Forschungsschritte auf hohem Niveau schlagen sich auch dementsprechend auf den Marktwert der einzelnen Phytopharmaka nieder. Ergebnisse von Studien mit Phytopharmaka sind aufgrund der unterschiedlichen Herstellungsprozesse und Wirkstoffanteile also nicht grundsätzlich für eine Pflanze gültig, sondern nur für das eine getestete Präparat mit seinem individuellen Extrakt. Folglich können Präparate von unterschiedlichen Herstellern, die aus der gleichen Stammpflanze bestehen, selten gegeneinander ausgetauscht werden. Im Folgenden zeigt eine Tabelle einige Präparate der rationalen Phytotherapie mit hohem Evidenzgrad.
*Bitte beachten: Phytotherapeutika sind Arzneimittel, die ebenso Wirkstoffe enthalten, wie synthetisch hergestellte Präparate. Daher kann es bei der Einnahme zu Wechsel- und Nebenwirkungen kommen. Diese Auflistung an Medikamenten dient nicht als Anleitung zur Selbsttherapie, sondern dazu, sich einen besseren Überblick über das breite Angebot an Phytotherapeutika zu verschaffen. Neue Medikamente sollten nicht ohne Rücksprache mit dem Arzt oder Apotheker eingenommen werden.
Legende der Fachtermini zur Tabelle:
antiphlogistisch
entzündungshemmend
antiviral
gegen Viren wirkend
antibakteriell
gegen Bakterien wirkend
zytoprotektiv
zellschützend
sekretomotorisch
den Abtransport von zähem Schleim verstärkend
sekretolytisch
die Bildung von dünnflüssigem Schleim anregend
broncho-spasmolytisch
wirkt entkrampfend auf die Bronchialmuskulatur
uteral
die Gebärmutter betreffend
neuroprotektiv
Nervenzellen und Nervenfasern werden vor dem Absterben bewahrt
synaptosomal
in Synapsen auftretende Vesikel betreffend
synaptische Plastizität
Fähigkeit von Synapsen, je nach Abhängigkeit ihrer Aktivität sich umzubauen. Sie dient dazu, die Funktion des Nervensystems zu erhalten, anzupassen und gegebenenfalls zu erweitern
Neurotransmission
die Kommunikation über Botenstoffe im Nervensystem
carminativ
blähungstreibend, sodass der Abgang von Darmgasen erleichtert wird
motilitätsregulierend
wirkt unterstützend bei Magen-Darm-Beschwerden, die auf unstimmige Bewegungsabläufe der Magen-Darm-Muskulatur und Störungen des enterischen Nervensystems („Bauchhirn“) zurückzuführen sind
antiemetisch
gegen Übelkeit wirkend
cholagog
gallentreibend
choleretisch
den Gallenfluss fördernd
hepatoprotektiv
die Leber schützend
spasmolytisch
entkrampfend
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Unterschiedlich verdrahtet
Bereits während der Schwangerschaft entwickelt sich das Gehirn von Jungen und Mädchen verschieden. Der „kleine biologische Unterschied“ geht weit über die primären Geschlechtsmerkmale hinaus. In der schrillen Diskussion um die Unterschiedlichkeit von Männern und Frauen ist häufig von dem lediglich „kleinen biologischen Unterschied“ die Rede, womit die primären Geschlechtsmerkmale gemeint sind. Ein genauer Blick in den menschlichen Körper jedoch widerlegt diese Behauptung. Die Biologie geht weit über diesen „kleinen Unterscheid“ hinaus: Alle Körperzellen eines Mannes sind mit XY (männlich) markiert, alle weiblichen dagegen mit XX (weiblich), auch wenn dies nicht direkt sichtbar ist.[1] Auch das Hormonsystem unterscheidet sich radikal voneinander. Insbesondere das Gehirn ist in Bezug auf das Geschlecht kein unbeschriebenes Blatt, welches „nur“ durch Erziehung und andere Einflüsse geschlechtsspezifisch geformt wird. Im Gegenteil: Ein Baby kommt bereits mit einem typisch männlichen oder weiblichen Gehirn zur Welt.
Drei Pubertäts-Phasen
Bereits in der Embryonalentwicklung werden geschlechtsspezifische Hormone – angetrieben von der DNA – tätig. Sie bewirken im Jungen die Anlage von Hoden und durch diese die Produktion von Testosteron. Infolge des Testosterons kommt es nun in zwei Schüben zu einer typisch männlichen Ausprägung des Gehirns: in der 10.–24. Schwangerschaftswoche sowie ab ca. der Mitte der Schwangerschaft bis zum sechsten Lebensmonat.[2] In diesen Phasen kommt es zu einem stark erhöhten Testosteronspiegel (zum Teil 15-fache Testosteronkonzentration im Serum im Vergleich zu gleichaltrigen Mädchen).[3] Diese Hormon-Peaks führen dazu, dass – neben vielen anderen Strukturen – sich auch das Gehirn auf geschlechtsspezifische, männliche Weise formt. Bei den Mädchen führt die Abwesenheit des hohen Testosteronspiegels in diesen sensiblen Entwicklungsphasen dazu, dass sich ihr Gehirn klassisch weiblich entwickelt. Zu diesem Zeitpunkt hat noch keinerlei Erziehung in diesen Prozess hineingewirkt. Das Gehirn von Mädchen hat ausgeprägtere Areale für Gesichtserkennung (Gyrus fusiformis), was zu einer Vorliebe für Spielzeuge mit Gesichtern führt – auch Puppen genannt. Das Gehirn von Jungen ist durch eine Vereinseitigung (Lateralisierung) der Gehirnhälften gekennzeichnet, welche dazu führt, dass räumlich-visuelle Fähigkeiten stärker ausgeprägt sind. Dies führt dazu, dass bewegte Gegenstände, wie zum Beispiel Spielautos, rasch ihre Aufmerksamkeit auf sich ziehen. Mit anderen Worten: Jungen spielen bevorzugt mit Autos und Mädchen mit Puppen, weil ihr Gehirn so verschaltet wurde und nicht etwa, weil ihre Eltern ihnen diese Spielzeuge aufdrängen oder bevorzugt anbieten. Die dritte „klassische“ Pubertät schließlich, die in der Lebensphase von 9–14 Jahren verortet wird, geht mit großen Veränderungen des Gehirns (vor allem des Präfrontalhirns) einher, welche mit Entscheidungen, Begründungen, Planung, Impulskontrolle, Verständnis von Langzeitentscheidungen und ähnlichen Funktionen zusammenhängen.[4]
Wie groß ist der Unterschied?
In der Diskussion um die neurologischen Unterschiede von Männern und Frauen werden häufig Ausnahmen als Gegenbeweis zur Geschlechtsspezifität des Gehirns herangezogen. Die neurowissenschaftliche Untersuchung der unterschiedlichen Verdrahtung zielt jedoch – wie sonst auch in der wissenschaftlichen Vorgehensweise – auf eine statistische Mittelung von Männern und Frauen ab.[5] Der durchschnittliche Mann unterscheidet sich also signifikant von der durchschnittlichen Frau – auch in neurowissenschaftlicher Hinsicht.[6] Ausnahmen widerlegen diese Tatsache nicht, sondern sind vielmehr aus statistischer Sicht zu erwarten. Im Durchschnitt ist das Gehirn des Mannes 11 % größer im Vergleich zum Gehirn der Frau und unterscheidet sich anatomisch insbesondere in den Hirnregionen der Amygdala (sogenanntes Furchtzentrum), dem Hippocampus, der Inselregion sowie einigen Teilen des Frontallappens. Ein Bereich des Gehirns ist dabei in seinem anatomischen Aufbau in der Hirnforschung schon früh als besonders geschlechtstypisch aufgefallen: der Hypothalamus. Diese kleine Hirnregion unterscheidet sich besonders stark bei Männern und Frauen. Makroanatomisch sichtbar wird der Unterschied anhand eines bestimmten Kerns (Ansammlung von Hirnzellkörpern) innerhalb des Hypothalamus: der geschlechtsdimorphe Kern (SDN).[7] Frauen haben weniger Nervenzellen sowie ein geringeres Volumen pro Zelle, Männer dagegen haben sowohl mehr Zellen als auch ein größeres Volumen pro Zelle in diesem Kerngebiet.[8] Das Volumen des SDN ist bei Männern ungefähr doppelt so groß. Die unterschiedliche anatomische Struktur des Hypothalamus spiegelt eine geschlechtsspezifische Funktionsweise wider, die unter anderem Folgende Aspekte umfasst: Regulation von Tag- und Nachtrhythmus, Hunger- und Durstgefühl, Blutdruckregulation, sexuelle Erregung.[9]
Emotionales Verarbeiten
Nicht nur die Neuroanatomie unterscheidet sich – auch die Funktionsweise bestimmter Hirnareale arbeitet anders. Ein eindrückliches Beispiel hierfür ist das sogenannte Furchtzentrum – die paarig angelegte Amygdala. So verfügen Männer über ein größeres relatives Volumen der Amygdala, während Frauen ein größeres relatives Volumen in paralimbischen Kortexbereichen aufweisen.[10] Die unterschiedlichen Volumina repräsentieren eine verschiedenartige Verdrahtung der emotionalen Schleifen. Erinnert sich beispielsweise eine Frau an zurückliegende emotionale Inhalte (zum Beispiel einen Streit), so wird nach vorgeschalteten Stationen schließlich verstärkt die linke Amygdala aktiviert, welche genaue Details aus dem Gedächtnis abruft. Mit anderen Worten: Frauen können häufig sehr genaue Details eines emotional gefärbten Gedächtnisinhalts wiedergeben. Bei Männern dagegen wird vor allem die rechte Amygdala aktiviert, was dazu führt, dass nur die Hauptmerkmale eines emotionalen Ereignisses abgerufen werden, nicht jedoch genaue Details.[11] Das Erinnern von emotionalem Erleben und Verarbeiten ist beispielhaft für den Umgang mit Emotionen insgesamt. Frauen und Männer verarbeiten sie auf unterschiedliche Weise. Hier wird der Grund dafür liegen, dass Frauen häufiger unter Depressionen oder Angststörungen leiden, Männer dagegen haben häufiger Schizophrenie.
Stressreaktion
Männer und Frauen reagieren neuropathophysiologisch völlig gegensätzlich auf anhaltenden körperlichen oder psychischen Stress. Während der Mann Nervenzellen im Hippocampus (einer Hirnregion, die für Emotionen und Gedächtnisverarbeitung wichtig ist) abbaut, ändert sich die Anzahl und Verbindung der Nervenzellen bei den Frauen kaum.[12] Zugleich bewirkt Stress bei Frauen einen Anstieg nicht nur von Cortisol, sondern auch von Östrogen. Dies scheint zu einer Reduktion des Botenstoffs Serotonin zu führen[13] und depressive Symptome zu fördern. Männer hingegen neigen unter anhaltendem Stress zu vermehrten risikoreichen Verhaltensweisen.[14] Außerdem reagieren Männer auf Stress öfter mit somatischen Beschwerden wie Übergewicht, hohem Blutdruck, erhöhten Cholesterinwerten und dadurch begünstigten Herz- und Kreislauferkrankungen, insbesondere Herzinfarkten und Schlaganfällen.
Sprachbegabung
Erleiden Frauen einen Schlaganfall in einem Bereich, der Sprache verarbeitet, so sind die Defizite weniger stark ausgeprägt als bei Männern mit einem vergleichbaren Schlaganfall. Zudem erholen sie sich rascher als Männer. Dies hängt mit einer besonderen Verschaltung des weiblichen Gehirns zusammen. Es verfügt sowohl über insgesamt mehr Neuronen (Nervenzellen) als auch über eine stärkere Verdrahtung der beiden Hirnhälften, als es beim männlichen Gehirn der Fall ist. Die Folge ist, dass neugeborene Mädchen rascher und intensiver auf Stimmen reagieren. Sie fangen im Durchschnitt einen Monat früher an zu sprechen und verfügen im Kleinkindalter über einen zwei- bis dreimal so großen Wortschatz wie Jungen. Auch der Redeanteil ist deutlich erhöht. Entscheidend für die Sprachentwicklung ist die Mutter-Kind-Interaktion in den ersten Jahren.[15] Kommt es zum Beispiel durch eine fehlende feste Bezugsperson (in der Regel die Mutter) oder andere Stressfaktoren zu Störungen in dieser sensiblen Phase, so sind es aufgrund der oben genannten Hirnverschaltungen meistens die Jungen, die zuerst und ausgeprägtere Defizite in der Sprachentwicklung erkennen lassen. Nicht zuletzt das Masken-Tragen von Erwachsenen hat zu einer massiven Verlangsamung und Behinderung des Spracherwerbs beigetragen – allen voran bei Jungen.[16] Auch im Erwachsenenalter dominieren die Frauen im Bereich der Sprache – sie übertreffen die Männer im Wortschatz, im Leseverständnis, in der Sprachproduktion und -geschwindigkeit sowie im verbalen Gedächtnis.
Räumlich-mathematisches Verständnis
In räumlich-mathematischen Aufgaben ist der Mann in der Regel der Frau überlegen. Dies betrifft die räumliche Wahrnehmung, die räumliche Visualisierung, die Rotation von Gegenständen in Gedanken[17] sowie den Bereich höherer Mathematik. Vermutlich liegt es daran, dass das männliche Gehirn eine andere Art hat, die Nervenzellen miteinander zu verbinden. Zum einen hat es – obzwar weniger Nervenzellen – mehr Verbindungen zwischen den einzelnen Nervenzellen. Zum anderen sind diese Verbindungen (Synapsen) stärker regional und innerhalb einer Hirnhälfte anzutreffen als bei der Frau.
Fazit
Gott schuf den Menschen als Mann und als Frau (vergleiche 1. Mose 1,27) – geschlechtsspezifisch mit unterschiedlichen Begabungen und Stärken. Diese erleichtern es uns häufig, die Rolle auszufüllen, die der Schöpfer in der Bibel jeweils spezifisch Männern und spezifisch Frauen zuweist (vergleiche unter anderem Titus 2). Seit dem Sündenfall wird Gottes perfekt konzipiertes Gehirn nun von Verhaltensweisen durchdrungen, die nicht seinem Willen entsprechen. Von uns aus wollen wir lieber unsere eigenen Wünsche befriedigen, statt Gottes Willen für unsere Aufgaben als Mann oder Frau zu bejahen. Doch Gott kann uns samt unserer Hirnverschaltung verändern! Wir sind nicht dazu verdammt, unsere selbstsüchtige Neigung auszuleben. Unser Gehirn ist plastisch und anpassungsfähig. Wir dürfen es von demjenigen prägen und umformen lassen, der uns designt hat und daher wirklich weiß, welche Ziele sich mit dem Wunderwerk des Gehirns umsetzen lassen, damit Er geehrt wird!
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Quellen-Nachweis
[1] Dies führt nicht „nur“ zu den unterschiedlichen Ausprägungen der Keimbahnen, sondern umfasst jeden Bereich des Körpers, beispielhaft sei hier das Immunsystem genannt, vgl. hierzu Diab-Elschahawi, Magda et al: Gibt es Geschlechterunterschiede bei Infektionen? In: Krankenhaushygiene up2date 8. 2013. S. 101 ff. DOI: 10.1055/s-0033-1344235
[2] Vgl. Bakker, Julia: The role of steroid hormones in the sexual differentiation of the human brain. Journal of Neuroendocrinology. 2021. DOI: 10.1111/jne.13050
[3] Vgl. Lautenbacher, Stefan; Güntürkün, Onur; Hausmann, Markus (Hrsg.): Gehirn und Geschlecht. Neurowissenschaft des kleinen Unterschieds zwischen Frau und Mann. Springer. 2007. S. 5; 35f.; 56.
Vgl. außerdem: Lobardo, Michael V. et al.: Fetal Testosterone Influences Sexually Dimorphic Gray Matter in the Human Brain. 2012. DOI: 10.1523/JNEUROSCI.4389-11.2012. Vgl. Knickmeyer, Rebecca Christine et al.: Fetal testosterone and sex differences. 2006. DOI: 10.1016/j.earlhumdev.2006.09.014. Vgl. Marco Hirnstein, Kenneth Hugdahl & Markus Hausmann: Cognitive sex differences and hemispheric asymmetry: A critical review of 40 years of research, Laterality: Asymmetries of Body, Brain and Cognition. 24:2, 204-252, 2019. S. 209. DOI: 10.1080/1357650X.2018.1497044.
[4] Vgl. dazu die ausgewiesene Expertin für Phänomene von Transsexualität bei Jugendlichen Dr. C. Vonholdt: https://www.christl-r-vonholdt.de/english/transgender-issues-in-children-and-adolescents/#more-505 (zuletzt abgerufen am 26.09.2022)
[5] Wobei durch Bildung gleicher Vergleichspaare möglichst viele weitere Bias (Fehlerquellen) wie Alter, Erkrankungen, IQ etc. minimiert werden.
[6] Vgl. u. a. Nostro, Alessandra D. et al.: Correlations Between Personality and Brain Structure: A Crucial Role of Gender. Cerebral Cortex; 27: 3698–3712. 2017. DOI: 10.1093/cercor/bhw191.
[7] SDN-POA: sexually dimorphic nucleus of the preoptic area.
[8] Vgl. Swaab DF, Hofman MA: Sexual differentiation of the human hypothalamus in relation to gender and sexual orientation. Trends Neurosci. Jun;18(6):264-70. 1995. PMID: 7571001.
[9] Vgl. McEwen, Bruce S. et al.: Understanding the Broad Influence of Sex Hormones and Sex Differences in the Brain. Review. Journal of Neuroscience Research 95:24–39. 2017. DOI: 10.1002/jnr.23809
[10] Vgl. Spreng, Manfred: Adam und Eva – Die unüberbrückbaren neurophysiologischen Unterschiede. In: Vergewaltigung der menschlichen Identität. Über die Irrtümer der Gender-Ideologie. Logos Editions. 7. Auflage. 2015. S. 42.
[11] Vgl. Lautenbacher et al. 2009. S. 95. (vgl. Fn. 2)
[12] Vgl. Marrocco J. et al.: Sex in the brain: hormones and sex differences, Dialogues in Clinical Neuroscience, 18:4, 373-383. 2016. DOI: 10.31887/DCNS.2016.18.4/jmarrocco
[13] Vgl. Bethea C. L. et al.: Ovarian steroid action in the serotonin neural system of macaques. Novartis Found Symp. 230:112-30; discussion 130-3. 2000. DOI: 10.1002/0470870818.ch9.
[14] Vgl. Barel E. et al.: Sex Hormone/Cortisol Ratios Differentially Modulate Risk-Taking in Men and Women. Evol Psychol. Jan;15(1):1474704917697333. 2017. DOI: 10.1177/1474704917697333.
[15] Luby et al.: Maternal support in early childhood predicts larger hippocampal volumes at school age. 109 (8) 2854-2859. 2012. DOI: 10.1073/pnas.1118003109
[16] Vgl. https://www.gov.uk/government/publications/education-recovery-in-early-years-providers-spring-2022/education-recovery-in-early-years-providers-spring-2022 (abgerufen am 21.09.2022)
[17] S. unter anderem Hodgetts, S. et al.: Sex/Gender Differences in Brain. Lateralisation and Connectivity. Behav Neurosci 62: 71-100. 2023. DOI: 10.1007/7854_2022_303
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Gottes Schöpfungsordnung – häretisch oder harmonisch?
„Im Anfang schuf Gott die Himmel und die Erde” [1]
1. Mose 1,1
So selbstverständlich, wie wir obige Worte lesen, sollte auch die Schlussfolgerung sein, dass Gott seiner Schöpfung eine besondere Ordnung gab. Längst ist diese Ordnung durch die Naturwissenschaften in der Tiefe und Breite auch von Atheisten erforscht, entdeckt und erkannt worden. Man macht sich viele Entdeckungen aus der Natur in technischen Anwendungen zunutze. Nur der letzte Schluss folgt so oft nicht. Zwar werden Jahr für Jahr Nobelpreisträger erkoren und geehrt, doch über dieses forschende Nachdenken wird zu selten Gott, dem HERRN, Dank und Ehre gebracht. Vielmehr liegt eine zunehmende Spannung in der Luft. Durch eine selektive, geradezu häretische[2] Wahrnehmung der Realität und der Ordnung in der Natur kommt es zu einer Mischung aus Bewunderung und Verachtung.
1. DIE HERRLICHE SCHÖPFUNG UND IHRE ORDNUNG
Wir Menschen staunen über die vielen Wunder der Natur, über Sternenhimmel, das nächtliche Gewitter, über Berge und Seen, Tiere und Pflanzen. Die Schöpfungsordnung Gottes wird teilweise als herrlich und harmonisch empfunden. Zugleich werden die göttliche Ordnung und Bestimmung von Ehe und Familie inzwischen geradezu als Irrlehre bekämpft. Der natürliche Mensch zeigt darin seine Feindschaft gegen Gott. Aus der Natur und Schöpfung Gottes lassen sich keine für Menschen verbindlichen ethisch-moralischen Grundsätze zum Thema Ehe, Familie oder Sexualität ableiten. Gott hat diese in der Heiligen Schrift offenbart. Und nur durch die Bibel erfahren wir, warum die Schöpfung seit dem Sündenfall ihre grausamen und schrecklichen Seiten zeigt. Sie ist durch Gott der Vergänglichkeit unterworfen auf Hoffnung hin.[3] Trotz aller Vergänglichkeit und Spuren der Sünde können wir Menschen über die Wunder der Natur staunen. Wir bewundern die Brandung des Meeres, die Vogelschwärme am Himmel, den tosenden Wasserfall. Wir sind fasziniert vom Flügelschlag des Schmetterlings, vom Duft der Rose.
Die Wahrnehmung für wahr nehmen
Gottes unsichtbares Wesen, seine ewige Kraft und seine Göttlichkeit werden seit der Erschaffung der Welt in dem Gemachten wahrgenommen und geschaut (vergleiche Römer 1,19–29). Diese ‚Wahrnehmung des Erkennbaren‘ macht uns voll vor Gott verantwortlich. Ihn sollten wir Menschen verherrlichen und ihm Danke sagen. Aber das geschieht nicht einfach so, da wir Menschen aufgrund unserer Trennung von Gott durch Sünde weder verständig sind noch nach ihm fragen.[4] Nur die Heilige Schrift gibt uns Licht über die Herkunft und Zukunft der Schöpfung. Die Bibel lehrt uns weit mehr, als was wir aus der Natur über Gott, seine ewige Kraft und Ordnungen ablesen können.
Woher kam die Ordnung?
Die Heilige Schrift sagt im Buch Genesis, wie Gott alles begonnen und geordnet hat. Das sehen viele Leute noch immer völlig anders. Und mit dem Glauben an die Schöpfung verbinden viele die Idee einer von Gott gelenkten Evolution. Bis dahin, dass die Hypothese des Urknalls in die christliche Theologie fast vollständig aufgenommen wurde. Nein, die Bibel ist kein wissenschaftliches Lehrbuch, aber sie spricht deutlich über die Schöpfung und den Schöpfergott, der die Welt an sechs Tagen erschaffen und weise geordnet hat. Psalm 19,2: „Die Himmel erzählen die Herrlichkeit Gottes, und die Ausdehnung verkündet seiner Hände Werk.“ Gott schuf Himmel und Erde voll Schönheit und Herrlichkeit.
2. DIE ABLEHNUNG DES SCHÖPFERS
Der natürliche Mensch denkt und handelt losgelöst von Gott und dessen Ordnungen. Er schlägt sie in den Wind. Gott fragte Hiob: „Kennst du die Gesetze des Himmels, oder bestimmst du seine Herrschaft über die Erde?“ (Hiob 38,33) Also nicht wir Menschen bestimmen und herrschen über die von Gott geschaffenen Ordnungen und Naturgesetze. Sie bestimmen uns. Die aktuellen Entwicklungen wie zum Beispiel Gender, Transgender, das geplante Selbstbestimmungsgesetz sind heillose Versuche, das Menschsein nach eigenen Gesetzmäßigkeiten zu bestimmen. Sprache, Geschlecht, Ehe und Familie werden einem Neusprech unterworfen und umgedeutet. Ganz so wie es den Menschen ohne Gott gefällt.
Der große Knall
Erst die Ablehnung Gottes als Schöpfer führte zu einer Wissenschaft und Lebensweise ohne Gott. Die Forderung nach einer anderen Ursache brachte die Idee des Urknalls hervor. Sie steht als Lückenbüßer für das, was nicht sein darf. Neue Technologien nach dem Vorbild der Natur werden seit Jahrzehnten vorangetrieben. Dazu gab es bereits vor zwanzig Jahren beachtliche Publikationen von Bionikern. Sie zeigen auf, wie man die Ordnung der Natur und ihre Baupläne erforscht und sich zunutze macht.[5] Ganz selbstverständlich wird dabei die Evolution als kreative Kraft hinter Konstruktionen der Natur vorausgesetzt. Kurt G. Blüchel spricht in seinem Buch vom „Einfallsreichtum“ der Pflanzen, von „Methoden der Evolution, welche scharfsinnigen mathematischen Optimierungsverfahren allem Anschein nach weit überlegen sind“.[6] Diese Beobachtungen führen dennoch erstaunlich selten zur Anerkennung des Schöpfers. Eine gedanklich klare Verknüpfung zu Gott als dem Ordnungsgeber kommt auf diesem Wege nicht zwangsläufig zustande. Vielmehr sehen wir heute, wie Transhumanisten einen besseren Menschen ganz ohne Gott erschaffen möchten.
“Denn Gott ist nicht ein Gott der Unordnung, sondern des Friedens, ...“
1. Korinther 14,33
Die Schere im Kopf
Da denken also kluge Forscher über die genialen Konzepte und Pläne der Natur nach. Sie kommen zu erstaunlichen Entdeckungen. Und doch beginnen sie nicht über den Schöpfer und seine Weisheit zu staunen. Die Schere im Kopf ist aktiv, Gott als Schöpfer des Menschen nach seinem Bild, das gilt als unwissenschaftlich, ja gesellschaftlich als häretisch. Und doch sagt das Wort Gottes: „Der HERR hat durch Weisheit die Erde gegründet und durch Einsicht die Himmel festgestellt“ (Sprüche 3,19). Nicht der Zufall, sondern Gottes Weisheit gilt als Werkmeister.[7] Christen haben Dank der Gnade Gottes geöffnete Augen des Herzens. Sie können für solche Entdeckungen Gott mit frohem Herzen Danke sagen. Der rettende Glaube kommt eben nicht durch das Studium der Natur, sondern durch das Hören von Gottes Wort.[8]
Durch Glauben verstehen
Christen sprechen von Schöpfungsordnung, weil sie durch Glauben verstehen, dass der Schöpfergott alles in seiner Weisheit und Macht herrlich geordnet hat.[9] Das betrifft dann auch die Ebene der Schöpfungsordnung im Bereich von Ehe und Familie. Das Prinzip von Ordnung ist unübersehbar. Im biblischen Kontext ist Ordnung nicht nur eine wissenschaftliche Kategorie. Sie wirkt sich direkt auf menschliche Beziehungen aus und ist auch eine moralisch-ethische Kategorie. Der Apostel Paulus stellte den zerstrittenen Korinthern einen Gott des Friedens und der Harmonie vor Augen: „Denn Gott ist nicht [ein] Gott [der] Unordnung, sondern [des] Friedens, ...“ (1. Korinther 14,33). Paulus gebrauchte nicht das zu erwartende Gegenwort Ordnung. Er stellt vielmehr der menschlichen Unordnung den Gott des Friedens gegenüber. Gott ist kein kalter Bürokrat, der seine Checklisten abarbeitet. Er ist ein liebender Gott des Friedens. In Jesus hat er sich offenbart als der großartige Friedensstifter[10] und Fürst des Friedens[11]. Befolgen wir Menschen die Schöpfungsordnung demütig aus Glauben an den Schöpfer, dürfen wir inneren und äußeren Frieden und Harmonie erwarten.
Der zunehmende Streit
Welche Zerstörung es bedeutet, Gott und seine ethischen Ordnungen zu missachten, ist seit Satans Fall unübersehbar. Die Abrissbirnen der Spötter, Frechen und Übermütigen wollen alles einreißen.[12] Der Streit um die Ehe und in Ehen und Familien hat selbstverständlich auch mit der Auflehnung gegen Gottes Ordnungen zu tun. Diese Zusammenhänge können Christen verstehen. Gottes Ordnung macht Leben möglich und wirklich lebenswert. Der Atheist lehnt eine vorgegebene göttliche Ordnung ab. Er verweigert sich ihrem ethischen Anspruch. Die Würde des Menschen, der Wert der Ehe und Familie sind für Atheisten keine beständigen Normen. Sie sind eine dem Zeitgeist unterworfene Verhandlungsmasse. Die moralischen Ordnungen Gottes werden von Atheisten als häretisch bekämpft und verachtet. Für Christen sind sie heilig, weil sie an den einen heiligen Gott glauben, der sich in der Schöpfung, in der Heiligen Schrift und in Jesus Christus offenbarte.
3. DIE SCHÖPFUNGSORDNUNG IN DER FAMILIE
Gott schuf die Menschen nach seinem Bild als Mann und Frau. 1. Mose 1,27: „Und Gott schuf den Menschen in seinem Bild, im Bild Gottes schuf er ihn; Mann und Frau schuf er sie.“ Gott schuf Adam und Eva als hetero-sexuelles Paar. 1. Mose 2,24–25: „Darum wird ein Mann seinen Vater und seine Mutter verlassen und seiner Frau anhangen, und sie werden ein Fleisch sein. Und sie waren beide nackt, der Mensch und seine Frau, und sie schämten sich nicht.“ Viele verwerfen die Ehe oder Familie, weil sie nicht verstehen, wie Gott sie sich gedacht hat. Andere verwerfen sie, weil sie Gott verworfen haben. Die Ehe wurde von Gott als eine herausragende Beziehung erschaffen. Mann und Frau unterscheiden sich deutlich von den übrigen Geschöpfen. Sowohl von Tieren als auch von Engeln. Die Ehe ist eine Ordnung Gottes für alle Menschen. Ungeachtet dessen, ob sie an Gott glauben oder nicht. Das Leben in Ehe und Familie ist wahrlich kein Spaziergang. Die Ehe ist, wie es jemand einmal nannte, die Hochschule des Lebens. Es ist unter dem heutigen gesellschaftlichen Klima keine leichte Aufgabe eine Ehe über Jahre zu bewahren und sich darin zu bewähren. Hier ist gegenseitige Stärkung unter Familien gerade in den örtlichen christlichen Gemeinden wichtig. Dass eine Ehe ein Glücksfall und kein Unglücksfall wird, hat damit zu tun, ob man versteht, wie Gott sie sich gedacht hat. Und ob man Gott dabei in die Mitte nimmt!
Der dreifache Zweck der Ehe
Gott beabsichtigte mit der Ehe (1) eine Gemeinschaft von Mann und Frau gegen Einsamkeit[13]; (2) eine treue monogame Beziehung für soziale Strukturen; (3) eine lebenslange Einheit in der Ein-Fleisch-Beziehung. Der erste Aspekt bedeutet, dass der jeweilige Ehepartner die Einsamkeit des anderen beendet. Wobei die Frau die notwendige Gehilfin für den Mann ist.[14] Die Überwindung der Einsamkeit durch Zweisamkeit führt in eine sich völlig ergänzende Gemeinsamkeit in der Ehe. Der zweite Aspekt bezieht sich auf die Aussage „seiner Frau anhängen“. Adam soll mit Zuneigung und Loyalität zu seiner Frau halten. Die Ehe ist enge, intime und vertrauensvolle Beziehung. Aus ihr können Kinder hervorgehen. Sie ist von Einigkeit geprägt. Der dritte Aspekt bezieht sich auf die innigste Verbindung zwischen zwei Menschen. Sie bezieht sich nicht nur auf die physische Vereinigung. Es geht auch um geistlich, moralisch, emotionale oder gedankliche Aspekte dieser Einigkeit. Diese Ein-Fleisch-Beziehung betont die Einheit, ohne die Unterschiede der beiden Geschlechter zu verwischen. Jesus Christus lehrte die dauerhafte lebenslange Monogamie (Matthäus 19,5–6; Markus 10,8–9). Die Ehe bleibt ein Bund bis zum Tod einer der beiden Partner (Römer 7,2).
Gott schützt die Ehe
Die Bibel belehrt uns ausgehend vom Schöpfungsbericht über die verbindliche Ordnung der Ehe und Familie. Gott sprach einst zu Abimelech, der die verheiratete Sara zur Frau nehmen wollte, „Siehe, du bist des Todes wegen der Frau, die du genommen hast; denn sie ist eines Mannes Ehefrau.“ (1. Mose 20,3) Gott schützte Abrahams Frau und verhinderte, dass Abimelech Sara berührte. Er drohte Abimelech mit dessen Tod, würde er Sara nicht zurückgeben. So heilig ist Gott die Ehe. Auch in den Zehn Geboten schützt Gott die Ehe als einzigartige Gemeinschaft mit dem siebten Gebot „Du sollst nicht ehebrechen“ (2. Mose 20,14); und unter anderem im zehnten Gebot „ ...Du sollst nicht begehren, die Frau deines Nächsten, ...“ (2. Mose 20,17).
Die rasante Abkehr von Gottes Familienordnung
Hätte man vor etwa 50 Jahren Schulanfänger nach ihrer Familie befragt, so hätten die meisten gesagt, Papa geht seinem Beruf nach, Mama ist daheim und kümmert sich um mich. Gewiss würde das Ergebnis heute anders aussehen. Andere Beziehungsmodelle laufen der traditionellen Ehe den Rang ab. Gehört die Ehe auf den Schrottplatz der Geschichte? Der Zeitgeist diktiert das Motto: „Lose Beziehungen, statt lebenslanger Treue.“ Das traditionelle Bild von Ehe und Familie wird heutzutage geringschätzig betrachtet und verächtlich gemacht. Wer aber fragt nach dem Wohl und Bedürfnis der Kinder? Wollen die Kleinen schon mit zwei Jahren in die Kita? Und leider ist es so, dass es in einigen Fällen auch aus wirtschaftlichen Gründen gar nicht mehr anders geht. Doch spielt gerade in den frühen Jahren der Kindheit die Bindung an eine Bezugsperson, bevorzugt die Mutter, eine wichtige Rolle in der Entwicklung des Kindes. Zur Bildung im weitesten Sinne gehört nämlich auch die Bildung des Herzens zur Beziehungs- und Bindungsfähigkeit.
Gegenwind statt Rückenwind
Gesellschaftlich betrachtet erfährt die Familie mächtigen Gegenwind. Dabei ist seit Jahrzehnten zu beobachten, wie sich der Abbau spezifisch weiblicher und spezifisch männlicher Verhaltensmerkmale vollzieht. Die Angleichung der Geschlechter im Sinne einer Nivellierung zeigt sich. Da laut Friedrich Engels, die Ehe und Familie als Grundpfeiler kapitalistischer Wirtschaftsordnung gedeutet werden, muss Erziehung, die das kapitalistische System überwinden will, spezifisch weibliches Verhalten abbauen, um so der Ehe und Familie entgegenzuwirken. Der Autor des Buches Alarm um die Schule erklärt: „Abbau spezifisch weiblicher beziehungsweise männlicher Verhaltensweisen unterstützt den Kampf der Marxisten gegen die Ehe und Familie und damit gegen unsere Gesellschaftsordnung. Diese neue Weise der Selbsterfahrung der Geschlechter ist allerdings nur ein Ausschnitt dieses Kampfes, der seinen Höhepunkt hat in einer neuen Sexualmoral, die Ehe und Familie zu zerstören zum Ziele hat. Gott schuf den Menschen als Mann und als Frau. Er schuf die Frau als Gehilfin des Mannes, Gehilfin heißt „gegenüber“, „Ergänzung“. Jede Absicht, die speziellen Wesensmerkmale von Mann und Frau auf ein Niveau zu bringen, widerspricht Gottes Ordnung.“[15] Die Androgynität, dass jeder Mensch zu gleichen Teilen Männlichkeit und Weiblichkeit besitzt, gilt als Leitprinzip des New Age.[16]
Fromm getarnter Angriff auf die Bibel
J. Robertson McQuilkin sollte Recht behalten mit seiner These aus dem Jahr 1977. Er warnte vor dem Einfluss von Verhaltensforschern aus den Disziplinen der Psychologie, Soziologie und Anthropologie im Hinblick auf Relativierung biblischer Inhalte: „Meine These ist, dass in den nächsten zwei Jahrzehnten die größte Bedrohung für die biblische Autorität der Verhaltensforscher ist, der guten Gewissens auf die Barrikaden gehen würde, um die Vordertür gegen jeden Theologen zu verteidigen, der die Inspiration und Autorität der Heiligen Schrift angreift, während er selbst den Inhalt der Heiligen Schrift durch kulturelle oder psychologische Interpretation durch die Hintertür hinausschmuggelt.“[17] Die Relativierung biblischer Wahrheit ist gerade durch die humanistische Psychologie und kulturelle Brille in vollem Gange. Das betrifft die schleichende Relativierung der Schöpfungsordnung Gottes in Bezug zur Familie und der Rolle von Mann und Frau in der Ehe und Gemeinde.
Neue Hermeneutik
Was uns Christen betrifft, so ist Selbstkritik im eigenen Lager angebracht. Die kritische Hinterfragung der binären Geschlechter von Mann und Frau in der modernen und inzwischen auch postevangelikalen Theologie hat ihre Wurzeln in einer fehlgeleiteten neuen Hermeneutik, welche darauf abzielt, die Aussagen der Bibel der Weltanschauung des gefallenen Menschen und dessen sündigen Neigungen anzupassen. Es ist darum sehr wichtig unablässig auf die Chicago-Erklärung zur Biblischen Hermeneutik hinzuweisen.[18] Es fällt heute bei Diskussionen auf, welche Unwissenheit über die Prinzipien biblischer Hermeneutik herrscht.
Die neue Moral
Inzwischen liegen über vierzig Jahre Kampf für eine neue Sexualmoral hinter uns. Und heute begegnet uns Gender-Sprech als Neusprech oder Kunstsprache. Uns Bürgern wird dadurch ein anderes Denken über Sexualität, Geschlechter und Moral aufgedrängt. Wir haben nicht darum gebeten und wurden auch nicht danach gefragt. Das Ergebnis führt zu Uneindeutigkeit und Sprach-Verwirrung. Der deutschen Sprache wird mit so manchem gegenderten Unsinn Gewalt angetan. Birgit Kelle sagt: „Selten hat eine Ideologie mit Weltverbesserungsanspruch derart großen Unterhaltungsfaktor. Und deswegen hat Gender Mainstreaming es verdient, als das betrachtet zu werden, was es ist: eine große Satireshow. Bühne frei!“[19] Dass weiße Menschen nicht zu den PoCs (People of Color) gehören steht fest. Denn zu ihnen gehören alle Menschen mit nicht-weißer Hautfarbe. Die Zuordnung zu den PoCs hingegen ist gar nicht so einfach. Es gibt auch die BPoC (genannt: Black People of Color), die man früher als „Schwarze“ bezeichnet hat, was heute als diskriminierend gilt. Es sei denn, jemand nennt sich selbst so, dann ist das ok. Bei der Zuordnung von Latinos und Asiaten wird es dann schwieriger mit der Unterscheidung. Man ist sich da nicht einig, ob sie zu den Weißen oder zu den benachteiligten PoC gehören.[20] Da scheint doch noch viel Klärungs- und Ordnungsbedarf! Die Verwirrung wird nicht geringer, wenn wir in die Schweiz blicken. In Bern gilt die amtliche Empfehlung die biologistischen Begriffe Vater und Mutter durch Elter 1 und Elter 2 zu ersetzen. Das ist auch darum „sinnvoll‹, weil das Geschlecht neuerdings nur noch eine soziale Konstruktion ist. Wenn also der Vater – sprich Elter 1 – nun nicht mehr Rainer, sondern plötzlich Erika heißt, dann passt das besser. Das biologische Geschlecht zählt nicht mehr, es geht um die Abschaffung der biologisch gut begründeten Kategorie Geschlecht. Und wenn ihnen bei dieser Vorstellung nun schlecht wird, ist das gar nicht übel. Denn das Ganze hat Methode!
Selbstbestimmung und Geschlechtsumwandlung
Mit dem geplanten Selbstbestimmungsgesetz hat die deutsche Ampelregierung erneut ein vom Namen her wohlklingendes, aber inhaltlich höchst fragwürdiges Gesetz geplant. Bereits seit über 40 Jahren ist es in Deutschland durch das Transsexuellengesetz möglich, sein amtlich eingetragenes Geschlecht und seinen Vornamen ändern zu lassen. Die dafür notwendigen psychologischen Gutachten werden allerdings von einigen Transsexuellen und ihrer Lobby als diskriminierend angesehen. Deshalb soll in dem neuen Gesetzesvorhaben nicht nur die Notwendigkeit dieser Gutachten abgeschafft werden, außerdem soll es Kindern ab 14 Jahren ohne die Zustimmung ihrer Eltern möglich sein, ihre Geschlechtsangabe amtlich ändern zu lassen. Mit dem neuen Selbstbestimmungsgesetz soll es beim Geschlechtseintrag und der Änderung der Vornamen künftig unerheblich sein, ob es sich um einen transgeschlechtlichen, nicht-binären oder intergeschlechtlichen Menschen handelt. Gutachten zur sexuellen Identität oder ein ärztliches Attest sollen als Voraussetzung für eine Änderung nicht verlangt werden. Der moderne Trend der Geschlechtsumwandlung und Verabreichung von Pubertätsblockern unter Kindern und Jugendlichen hinterlässt eine Schneise der Verwüstung im Leben der Betroffenen. Die biblische Antwort: Erkenne, wer du bist, denn Gott sagt Ja zu dir!
Würdigung statt Entwertung
Der Wert einer Münze ergibt sich aus der Prägung durch die Münzanstalt. Eine Münze hat zwei Seiten. Wappen und Zahl verleihen einer Münze Echtheit und Wert. Gott verleiht einer Ehe Wert und Würde. Sie besteht aus Mann und Frau. Bei schwulen oder lesbischen Paaren kann man häufig etwas Interessantes beobachten: dass in einer solchen Beziehung der eine Partner eine feminine und der andere eine maskuline Seite zeigt. Selbst in solchen Beziehungen schimmert eine gewisse Polarität durch. Paulus scheint in 1. Korinther 6,9 mit den beiden Begriffen, die mit „Weichlingen“ und „Knabenschänder“ übersetzt werden, auf diese Zweiseitigkeit hinzuweisen. Hier nehmen Ausleger an, dass es sich bei „Weichlingen“, nach Bauer auch Lustknaben, um den passiven Homosexuellen handelt, der sich sexuell missbrauchen lässt. Hingegen wird der Begriff „Knabenschänder“ (vergleiche 1. Timotheus 1,10) für den aktiven Homosexuellen gebraucht. Schnabel merkt an, dass zu jener Zeit der sexuelle Verkehr mit Kindern oder Jugendlichen (Päderastie) die am weitesten verbreitete Form homosexuellen Verhaltens war und deshalb viele mit „Knabenschänder“ übersetzten.[21] „Weichlinge“ und „Knabenschänder“ beziehen sich beide laut MacArthur auf diejenigen, die die normalen Rollen und Beziehungen von Männern und Frauen vertauschen und zerstören.[22] Die gerne vorgebrachte Problematik der Intersexualität sollte nicht aufgrund falscher Zahlen überbetont werden, obschon sie für betroffene eine schwere Belastung darstellt. Es ist davon auszugehen, dass lediglich 0,018 % der Bevölkerung als intersexuell gelten und damit keinem biologischen Geschlecht eindeutig zugeordnet werden können.[23]
Von Gott gerettet und verändert
Paulus nennt in 1. Korinther 6,9–10 eine ganze Gruppe von Ungerechten, die jeweils der Ordnung und den Geboten Gottes zuwider leben: „Oder wisst ihr nicht, dass Ungerechte [das] Reich Gottes nicht erben werden? Irrt euch nicht! Weder Hurer noch Götzendiener, noch Ehebrecher, noch Weichlinge, noch Knabenschänder, noch Diebe, noch Habsüchtige, noch Trunkenbolde, noch Schmäher, noch Räuber werden [das] Reich Gottes erben.“ Der Apostel erinnert also an Gottes Ordnung, dass nämlich alle aus dieser genannten Gruppe das Reich Gottes nicht erben werden. Allerdings fügt er zur Ermutigung an, dass unter den Korinthern solche gewesen sind und betont, „aber ihr seid abgewaschen, aber ihr seid geheiligt, aber ihr seid gerechtfertigt worden in dem Namen des Herrn Jesus und durch den Geist unseres Gottes“ (1. Korinther 6,11). Das bedeutet, Gottes Schöpfungsordnung wurde nicht durch den Sündenfall aufgehoben. Vielmehr bewirkte Gott das Wunder einer völligen Veränderung und Umkehr in denen, die an Jesus Christus glaubten. So kommt es zur Reinigung, Heiligung, Rechtfertigung und dem Frieden mit Gott durch eine versöhnte Beziehung mit ihm (vergleiche Römer 5,1–2).[24] Durch die Erlösung in Christus haben die betreffenden Leute aus Korinth eine tiefgreifende Reinigung, Heiligung und Veränderung erlebt. Jesus Christus, der gestern, heute und in Ewigkeit derselbe ist, vermag das auch heute zu bewirken. Oder sollte Gott ein Ding unmöglich sein? Gottes Schöpfungsordnung ist gut und harmonisch, weil Gott gut ist und unser Bestes will. Wo wir als Christen gegen Gottes gute Ordnungen verstoßen haben, dürfen wir um Reinigung und Vergebung bitten. Die neue Erde und Himmel werden kommen. Bis dahin ruft Gott unserer von Sünde, Häresien und Irrtümern geplagten Menschheit zu:
„Tut Buße und glaubt an das Evangelium“
Markus 1,15
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Gottes Schöpfungsordnung – häretisch oder harmonisch?.pdf
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Quellen-Nachweis
[1] Bibeltexte zitiert aus Die Heilige Schrift, CSV Elberfelder © 2006
[2] häretisch im Sinne von der gängigen Lehre abweichend. Vgl. auch abweichende Lehre, Häresie vom griechischen Wort hairesis „das Erwählte, Denkweise, Irrlehre“. Hier geht es um den Hinweis auf die selektive Auswahl und einseitige Wahrnehmung der Schöpfungsordnung Gottes.
[3] Römer 8,20
[4] Römer 3,11: da ist keiner, der verständig ist; da ist keiner, der Gott sucht. Vgl. auch Epheser 4,18: verfinstert am Verstand, entfremdet dem Leben Gottes wegen der Unwissenheit, die in ihnen ist, wegen der Verhärtung ihres Herzens.
[5] Werner Nachtigall, Kurt G. Blüchel, Das große Buch der Bionik, Deutsche Verlags-Anstalt Stuttgart München, Auflage 2001, 399 Seiten.
[6] Kurt G. Blüchel, S. 117, S. 108.
[7] Sprüche 8,30
[8] Römer 10,17
[9] Das Verstehen kommt aus dem Glauben vgl. Hebräer 11,3: Durch Glauben verstehen wir, dass die Welten durch Gottes Wort bereitet worden sind, so dass das, was man sieht, nicht aus Erscheinendem geworden ist.
[10] Vgl. Kolosser 1,20
[11] Vgl. Jesaja 9,5.
[12] Vgl. Maleachi 3,15.19
[13] 1. Mose 2,18: Und Gott der HERR sprach: Es ist nicht gut, dass der Mensch allein sei; ich will ihm eine Hilfe machen, die ihm entspricht.
[14] Die Frau ist dem Mann als dessen „Gehilfin“ oder „Hilfe“ zur Seite gestellt. Adam war vor Eva da. Der Mann hat die Aufgabe, in der Ehe zu führen. „Denn Adam ist zuerst geschaffen worden, danach erst Eva“ (1. Timotheus 2,13).
[15] Immanuel Lück, Alarm um die Schule, Kritische Auseinandersetzung mit der gegenwärtigen Erziehungs-Situation – die neomarxistische Unterwanderung, Veröffentlichung im Auftrag des Theologischen Konvents der Konferenz Bekennender Gemeinschaften, Hänssler-Verlag, Neuhausen-Stuttgart 1979, S. 201-202.
[16] John Piper, Wayne Grudem (Hrsg.), Zweimal einmalig – eine biblische Studie, Die Rolle von Mann und Frau in der Bibel, 3L Verlag 2008, S. 400.
[17] J. Robertson McQuilkin, „The Behavioral Science Under the Authority of Scripture“, JETS 20 (March 1977): S. 37.
[18] Bibeltreue in der Offensive?! Die drei Chicagoerklärungen zur biblischen Irrtumslosigkeit, Hermeneutik und Anwendung. Herausgegeben und übersetzt von Thomas Schirrmacher, Verlag für Kultur und Wissenschaft 3. überarbeitete Auflage 2009.
[19] Birgit Kelle, Gender Gaga, Wie eine absurde Idee unseren Alltag erobern will, adeo-Verlag in der Gerth Medien GmbH 2015, S. 16.
[20] Vgl. hierzu: Eckhard Kuhla (Hrsg.), Die Gender Fibel, Ein irres Konversationslexikon, fontis 2021.
[21] Eckhard. J. Schnabel, Der erste Brief des Paulus an die Korinther, Brockhaus Verlag Wuppertal 2006, S. 319.
[22] John MacArthur, 1. Korintherbrief, CLV-Bielefeld 2006, S. 156.
[23] Es treffe nicht zu, dass 1,7 % der Bevölkerung „zwischen den Geschlechtern“ geboren sind: https://statsforgender.org/wp-content/uploads/2022/12/The-proportion-of-people-with-DSDs-.pdf abgerufen am 6.5.2023.
[24] Römer 5,1-2: Da wir nun gerechtfertigt worden sind aus Glauben, [so] haben wir Frieden mit Gott durch unseren Herrn Jesus Christus, durch den wir mittels des Glaubens auch den Zugang haben zu dieser Gnade, in der wir stehen, und rühmen uns in [der] Hoffnung der Herrlichkeit Gottes.
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Umgang mit fragwürdigen Arzneimitteln & Behandlungsmethoden
Es gibt einige Arzneimittel und Behandlungsmethoden, die oberflächlich betrachtet als nützlich und hilfreich erscheinen, bei ihrer Anwendung für einen Christen im Nachhinein aber für Gewissensprobleme sorgen können oder sich sogar als Sünde herausstellen. Gemeint sind hier Arzneimittel und Behandlungsmethoden, die aufgrund ihrer möglichen (Nicht-)Wirkung, ihrer Herstellung oder ihres entstehungsgeschichtlichen und kulturellen Hintergrundes kritisch zu beurteilen sind. Hierzu zählen beispielsweise Verhütungsmittel mit abtreibender Wirkung[1], homöopathische Präparate[2] und andere sogenannte „Alternativmedizin“ oder Arzneimittel, die mit Hilfe von fetalen Zelllinien hergestellt wurden.[3] Diese Arzneimittel und Behandlungsmethoden werden von den meisten Ärzten ohne weitere Aufklärung verordnet und sind in der allgemeinen Bevölkerung als „Medizin“ anerkannt (z. B. Homöopathie, Akkupunktur, etc.). Oft gilt der Grundsatz „Wer (was) heilt, hat recht.“ Es kann also geschehen, dass Christen diese Arzneimittel oder Behandlungsmethoden unbefangen anwenden, da sie sich nicht darüber im Klaren sind, welchen Hintergrund sie haben. An dieser Stelle soll es ausdrücklich nicht um den Umgang mit der Tötung ungeborenen Lebens (Abtreibung) oder der aktiven Sterbehilfe gehen, da hier bewusst der Tod eines Menschen herbeigeführt wird, was offensichtlich eine Sünde darstellt.[4]
Wie gehe ich damit um, wenn ich die Mittel/Methoden angewandt habe?
Wenn wir erkannt haben, dass die Mittel/Methoden nicht haltbar sind, sollten wir zuerst die Anwendung unterlassen und uns stattdessen auf die Suche nach Alternativen begeben. Wenn es sich um Arzneimittel handelt, die beispielsweise mithilfe von fetalen Zelllinien hergestellt werden, aber für uns essentiell wichtig sind, sollte die Suche nach Alternativen natürlich in Absprache mit den Ärzten erfolgen. Es ist ein Unterschied, ob ich z. B. ein Medikament dringend brauche, um weiterleben zu können oder ob ich eine fernöstliche „Sportart“ anwende, um mich besser zu fühlen. Die Entscheidung im Einzelfall ist hier sehr wichtig und darf nicht verallgemeinert werden. Deshalb ist es wichtig, dass sich jeder persönlich kritisch damit auseinandersetzt, welche Medikamente, Präparate oder medizinische Therapien ihm verordnet oder vorgeschlagen werden. Wenn wir die Anwendung der Mittel/Methoden als Sünde erkannt haben, dann gilt auch hier „Wenn wir unsere Sünden bekennen, so ist er (Gott) treu und gerecht, dass er uns die Sünden vergibt und uns reinigt von aller Ungerechtigkeit.“ (1. Johannes 1,9)
Wie kann ich mich zukünftig schützen?
Zum Einen durch kritisches Hinterfragen und Recherchieren. Das nüchterne Prüfen sollte sich nicht auf Fragen des Glaubens beschränken. Vielmehr ist ein sorgfältiges Prüfen in allen Bereichen unseres Lebens, auch in den Fragen der Gesundheit, anzustreben. Dazu gibt es die Möglichkeit den Arzt des Vertrauens zu fragen oder (Fach-)Literatur zum Thema zu lesen. Zum Anderen wird allerdings immer ein Restrisiko bleiben. Die Medizin ist eine Wissenschaft und befindet sich deshalb zwangsläufig im Wandel. Wissenschaftliche Diskussionen können immer wieder neue Erkenntnisse hervorbringen. Das heißt vereinfacht: Nur weil etwas vor 20 Jahren als bedenklich oder unbedenklich galt, heißt das nicht, dass dies auch noch dem aktuellen wissenschaftlichen Stand entspricht. Auch hier können wir die Parallele zur Prüfung unseres Zeitgeistes ziehen. Wir sind als Christen zu jeder Zeit dazu angehalten „alles zu prüfen und das Gute zu behalten“ (1. Thessalonicher 5,21). Das erfordert Arbeit, birgt aber auch großen Segen und es gibt Menschen und Hilfsmittel, die uns dabei zur Seite stehen. Lassen Sie sich also nicht entmutigen. Prüfen Sie die Dinge, die Sie betreffen, im Licht von Gottes Wort!
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Quellen-Nachweis
[1] https://www.cdkev.de/app/download/25897579/Wirken+Verh%C3%BCtungsmittel+abtreibend_Rahel+Hedrich_CDK.pdf
[2] https://www.cdkev.de/alternativmedizin/hom%C3%B6opathie/
[3] fetale Zelllinien: siehe S. 29
[4] Siehe dazu folgende Artikel: https://www.cdkev.de/app/download/25615118/Assistierter+Suizid++Menschenw%C3%BCrde_+Eine+biblisch-theologische+Einordnung_+J.+Koberschinski.pdf, https://www.cdkev.de/app/download/25110720/Die+fortschreitende+Aush%C3%B6hlung+des+Rechts+auf+Leben.pdf
